Energie Ohrberg-Windräder: größer und lauter als geplant?

Die geplanten Windenergieanlagen am Dischinger Ohrberg sorgen erneut für Gesprächsstoff. Grund dafür ist, dass die Betreiberfirma nun einen anderen Anlagentyp errichten will. Dieser hat eine höhere Leistung als der bisher vorgesehene – ist aber auch etwas lauter.
Die geplanten Windenergieanlagen am Dischinger Ohrberg sorgen erneut für Gesprächsstoff. Grund dafür ist, dass die Betreiberfirma nun einen anderen Anlagentyp errichten will. Dieser hat eine höhere Leistung als der bisher vorgesehene – ist aber auch etwas lauter. © Foto: Archiv/Timo Landenberger
Dischingen / KLAUS DAMMANN 24.03.2015
Mit neuen Diskussionen um die geplanten und teils umstrittenen Windenergieanlagen am Ohrberg muss wohl gerechnet werden: Die Betreiberfirma, auf die die Genehmigung übergegangen ist, hat einen Wechsel des Anlagentyps beantragt. Grund ist eine höhere Leistung. Allerdings fällt auch die Lautstärke der Anlagen etwas höher aus.

In der Sitzung des Dischinger Gemeinderats am Montagabend wurde berichtet, dass das Genehmigungsverfahren zur Änderung im vereinfachten Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen soll. Die Gemeinde sei ebenso wie die Nachbarkommune Nattheim und einzelne Behörden zur Stellungnahme aufgefordert worden, schilderte Bürgermeister Alfons Jakl.

Statt der bisher vorgesehenen fünf Anlagen vom Typ Nordex N 117/2400 mit einem Rotordurchmesser von 116,8 Meter, einer Nabenhöhe von 140,6 Meter und einer Gesamthöhe von 199 Meter wolle der jetzige Inhaber der Bau- und Betriebsgenehmigung – die Windpark Dischingen GmbH&Co.KG mit Sitz in Babenhausen (Firma Vensol) – jetzt den Anlagentyp General Electric GE 2.75-120 realisieren, so Jakl. Diese Anlagen haben bei gleicher Gesamthöhe einen Rotordurchmesser von 120 Meter und eine Nabenhöhe von 139 Meter. Insgesamt gebe es wenig Änderungen – entscheidend sei die Frage der Leistung, die bei Nordex bei 2,4 Megawatt liege, bei General Electric aber mit 2,75 Megawatt deutlich höher ausfalle. Die Schallimmission sei bei General Electric aber etwa 1,5 Dezibel größer.

Georg Honold, der Berater der Gemeinde in Sachen Windkraft Ohrberg, betonte, dass die zulässigen Grenzwerte beim Schall weiterhin eingehalten würden: Man liege immer noch um drei Dezibel unter der Vorgabe. Der Unterschied von ein bis anderthalb Dezibel sei für Menschen nicht zu hören.

Der Schatten könne auf manchen Gebäuden länger liegen, doch auch hier würden die Grenzwerte eingehalten, sagte Honold. Berechnung zum Schattenwurf hätten mögliche Überschreitungen durch die Windenergieanlage 1 aufgezeigt, doch seien hier keine vorhandenen Hindernisse einbezogen worden. Unter Berücksichtigung der Waldbereiche komme es auch in den Berechnungen nicht zu Überschreitungen. Alle Anlagen könnten also ohne Einschränkung betrieben werden.

„Es wird sicher wieder ganz konstruktive Einwände von bestimmten Seiten geben“, meinte Gemeinderat Stefan Kragler mit Blick auf den höheren Geräuschpegel. Der Bürgermeister erwiderte, dass die Änderung auch in Nattheim thematisiert werde. Das Landratsamt habe keine Probleme gesehen und auch der Naturschutz habe zugestimmt, so Honold. Als man einst über den Anlagentyp diskutierte, habe es den jetzt gewünschten Typ noch nicht gegeben.

Jürgen Ganz, Geschäftsführer der Firma Vensol, erklärte, dass man so schnell wie möglich bauen wolle. Eine Fertigstellung des Windparks Ohrberg erwarte er aber nun für dieses Jahr nicht mehr. Sollte Anfang Mai eine Änderungsgenehmigung vorliegen, könnten vielleicht die ersten beiden Anlagen noch 2015 fertiggestellt werden.

Der Bürgermeister beantragte dann, der Änderung des Anlagentyps zuzustimmen und das baurechtliche Einvernehmen der Gemeinde zu erteilen. Dem folgte das Gremium bei einer Gegenstimme.

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