Bissingen Nur ein einziges Kind zur Grundschule angemeldet

In der Grundschule Bissingen sind womöglich nächstes Jahr nur noch 17 Schüler. Schulleiterin Elisabeth Schütze weiß das dörfliche Umfeld zu nutzen. Den Biounterricht gibt’s schon mal anschaulich im Stall.
In der Grundschule Bissingen sind womöglich nächstes Jahr nur noch 17 Schüler. Schulleiterin Elisabeth Schütze weiß das dörfliche Umfeld zu nutzen. Den Biounterricht gibt’s schon mal anschaulich im Stall. © Foto: Sabrina Balzer
Bissingen / Günter Trittner 04.05.2018
Nächstes Schuljahr werden in Herbrechtingen generell mehr Erstklässler erwartet. Mit nur noch 17 Kindern ist die Grundschule Bissingen fast die kleinste im Regierungsbezirk.

Es gehen wieder mehr Kinder in die Grundschule. Nur in Bissingen nicht. Bei der Anmeldestunde für das kommende Schuljahr gab es in der Grundschule Bissingen keine Wartezeit. Schulleiterin Elisabeth Schütze bekommt nach heutigen Stand im kommenden Schuljahr nur einen einzigen Schüler dazu. Damit zählte die Schule gerade noch 17 Schüler in allen vier Klassenstufen. „Ich hoffe, dass die Talsohle erreicht ist“, sagt Schütze, die mit zwei weiteren, für einzelne Stunden abgeordneten, Lehrkräften die Grundschüler unterrichtet.

Talsohle wohl erreicht

Hoffnung hegt Schütze nicht ohne Grund. Der Kindergarten liegt ja in Sichtweite, wo schon der Nachwuchs für die einklassige Dorfschule zu sehen ist, ein neues Wohngebiet sollte dem Ort weiteren Zuwachs bringen und überhaupt weiß Schütze „von vielen kleinen Kindern“ in Bissingen.

Nicht die kleinste Schule

Dabei darf die Bissinger Schule nicht einmal den „Ruhm“, die kleinste Schule im Regierungsbezirk zu sein, für sich in Anspruch nehmen. Wie Katja Lumpp, die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart mitteilt, hat eine Schule nach den Anmeldezahlen noch ein Kind weniger und eine andere liegt mit Bissingen gleichauf. Wo die kleinste Schule liegt, will Lumpp aber nicht sagen. Das verhindere der Datenschutz.

Wie es bei den anderen Schulen ist

Auch im Hauptort bringen die neuen Anmeldezahlen Verschiebungen. Die Wartbergschule, vergangenes Jahr 50 geworden, wird im Herbst von 46 Erstklässlern belebt und hat damit zehn Kinder mehr in den beiden ersten Klassen als im vergangenen Jahr.

Auf den zweiten Platz rutscht nach den Prognosewerten mit 40 Schülern die Bibrisschule ab. Vor einem Jahr waren 47 in der einzigen Gemeinschaftsschule angemeldet worden.

Knapp unterm Klassenteiler

Mit 27 angezeigten Erstklässlern bliebe die Buchfeldschule in Bolheim knapp unter dem Klassenteiler 28. „Schade“, meint Schulleiterin Ariana Fröhle. Vergangenes Jahr konnten mit 31 Schülern zwei Klassen gebildet werden. In der Regel läuft die Buchfeldschule aber einzügig. Und noch etwas möchte Fröhle sagen. Die Buchfeldschule ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Statt 75 Kinder würden nun 100 in fünf Klassen unterrichtet. „Für eine Grundschule mit Schulbezirk ist das schon was.“

In allen vier Grundschulen Herbrechtingens sind 114 Erstklässler für den Schulbeginn im Herbst avisiert. 2017 ging man zu diesem Zeitpunkt von 108 aus.

Zwei- oder dreizügig?

Beim Buigen-Gymnasium geht Schulleiter Axel Krug von 64 Fünftklässlern aus. „Das ist ein guter Wert“ meint Krug. Damit könnten, wenn es bis Herbst so bleibt, an der Schule drei Eingangsklassen gebildet werden. Für das Bibris-Schulzentrum haben die Anmeldezahlen aber ein besonderes Gewicht. Buigen-Gymnasium und Bibrisschule müssen für die Raumplanung der jenseits des Jahres 2020 vorgesehenen Generalsanierung festlegen, wie ihr Bedarf ist. Für das Gymnasium ist so die Entscheidung zu treffen, ob es zwei- oder dreizügig ausgelegt wird. Für Krug ist das auch eine politische Entscheidung, bei der neben der Schulverwaltung auch der Gemeinderat mitsprechen wird.

Gute Nachricht für Bissingen

So klein auch die Bissinger Schule ist, für Bürgermeister Dr. Bernd Sipple steht sie nicht zur Disposition. „Wir halten daran fest“. Sipple weiß sich darin einig mit dem Schulamt. Aus seinem Bekanntenkreis kann er zudem eine für Elisabeth Schütze erfreuliche Nachricht weitergeben. Hier stehe ein Umzug nach Bissingen an – mit zwei schulpflichtigen Kindern.

Wie man Klassen bildet

Die Klassenteiler legt fest, bei welcher Zahl von Schülern weitere Klassen zu bilden sind. Dieser Wert ist für die einzelnen Schularten in Baden-Württemberg festgelegt, er ist aber nicht unveränderlich. So hat das Kultusministerium im vergangenen Jahr aufgrund des Lehrermangels besonders in ländlichen Gebieten ihre nachrangigen Behörden darauf hingewiesen, dass der Klassenteiler nach oben gesetzt werden kann.

Das bedeutet, dass, wenn keine Lehrer zur Verfügung stehen, in betroffenen Gebieten an Grundschulen eine Klasse nicht mehr ab 28 Schülern geteilt wird, sondern erst ab 30 Schülern. Der Klassenteiler an Gemeinschaftsschulen kann ebenso von 28 auf 30 Schülern und bei allen anderen Schularten von 30 auf 32 hochgesetzt werden.