Heidenheim / Joelle Reimer Am kommenden Sonntag singt der Chor der Dreifaltigkeitsgemeinde das moderne Schlpfungsoratorium „Und dann war Licht“.

Eigentlich, ja eigentlich sollte es eine einmalige Sache sein. Doch warum etwas sein lassen, wenn es doch so gut ankam wie das Schöpfungsoratorium, das der Chor der Dreifaltigkeitsgemeinde im vergangenen Herbst aufgeführt hat? Wofür man schließlich ganze anderthalb Jahre lang geprobt hat?

Eben. Das hat sich auch Chorleiter Norbert Rohlik gedacht und gleich angekündigt, dass es im Frühjahr 2019 ein weiteres Konzert unter dem Titel „Und dann war Licht“ geben wird.

Nun ist es so weit: Am Sonntag, 17. März, um 19 Uhr findet in der Dreifaltigkeitskirche die zweite Aufführung statt – und diese fällt damit genau auf das Eröffnungswochenende des Hospizes Barbara. „Die Idee war, dass alle Spenden dieses kostenlosen Benefizkonzertes an das neue Hospiz gehen“, sagt Rohlik.

Weltraummüll und Gleichstellung

Neuartig auch die Idee, die hinter dem Schöpfungsoratorium von Thomas Gabriel (Musik) und Eugen Eckert (Text) steckt, wenngleich sie einigen durch das erste Konzert im vergangenen Jahr bereits bekannt sein dürfte: Ähnlich aufgebaut wie das Schöpfungsoratorium von Haydn, werden hier keine Lobeshymnen auf die Schöpfung gesungen, sondern Gesellschaftskritik geübt – ein eineinhalb Stunden langes, musikalisches Wachrütteln.

Werden bei Joseph Haydns Oratorium die sieben Tage der biblischen Schöpfungsgeschichte dargestellt, angefangen von Himmel und Erde über Sonne, Mond, Wasser bis hin zur Erdbevölkerung und den Menschen, hat dieses moderne Pop-Oratorium des Dreifaltigkeitschors etwas andere Inhalte. In einer für eine kirchenmusikalische Aufführung außergewöhnlichen Besetzung von 50 Chormitgliedern wird von Weltraummüll, der Gleichstellung von Mann und Frau, Krieg, Massentierhaltung und Gewalt gesungen – und gesprochen. Als Prophetin tritt Iris Trevisan auf, Sprecher Rainer Fritz hat einleitende Worte zu jedem der sieben Tage parat und dann gibt es noch die Solo-Rolle des Erzählers – „Alexander Szabo, er spielt auch die Hauptrolle im diesjährigen Naturtheaterstück“, so Rohlik. Begleitend zur rhythmischen, rockigen und modernen Musik, für die Rohlik eigens eine Band zusammengestellt hat, wird es Lichtinszenierungen und Video-Botschaften geben. „Und wir haben aus der ersten Aufführung gelernt. Damals war es wohl schwierig, dem Text gut folgen zu können, weshalb wir ihn dieses Mal auf die Leinwand projizieren“, sagt Rohlik.