Herbrechtingen Wer hat die schönste Kuh im Bezirk?

Herbrechtingen / Günter Trittner 04.07.2018
Zum dritten Mal wurden in Herbrechtingen die schönsten Fleckviehkühe ermittelt. Elf Züchter hatten an die 80 Tiere zur Wiese beim Festplatz mit gebracht.

Der Aufwand ist groß, aber alle drei Jahre leistet sich ihn der Fleckviehzuchtverein Ulm-Heidenheim: Zum dritten Mal wurde in Herbrechtingen die Bezirksrindviehschau veranstaltet. „Der Platz ist sehr gut geeignet“, sagt Vorstandsmitglied Georg Henner.

Bereits am Vortag war die Wiese neben dem Festplatz für den Auftritt der rund 80 Kühe der Rasse Fleckvieh vorbereitet worden. Zwischen zwei Traktoren waren am Samstag, dem Tag der Schau zwei lange Seile gespannt, an denen die Kühe angeleint wurden, bevor sie vor den Preisrichtern in den Ring traten. Zuvor gab es nochmals eine kräftige Dusche, damit dass Fell auch sauber ist.

Strukturwandel trifft Verein

90 Mitglieder zählt der Fleckviehzuchtverein. Es waren schon mehr gewesen. Vor drei Jahren haben die Vereine Ulm und Heidenheim wegen des Mitgliederrückgangs fusioniert. „Auch das ist eine Folge des Strukturwandels in der Landwirtschaft“, sagt Henner. Aufgrund der niedrigen Erzeugerpreise gebe es immer weniger Viehhalter. „Dafür stocken die anderen ihren Bestand an Kühen auf.“

Elf Züchter hatten sich für die Schau angemeldet. Zwischen zwei und elf Tiere brachten sie mit. Für die Zucht selbst sei so ein überörtliche Leistungsschau heute nicht mehr so wichtig, meint Hans Ableitner, der im Ministerium für den ländlichen Raum im Referat Tierzucht und Tierhaltung tätig ist. Diesen Samstag aber war Ableitner aber „ganz privat“ als Helfer in Herbrechtingen. Für Ableitner sieht die Bedeutung der Rindviehschau heute mehr auf einem anderen Gebiet. In Zeiten, in denen Landwirte generell kritisch beäugt werden, suche man bewusst die Öffentlichkeit. „Wir haben nichts zu verbergen. Wir stellen uns.“

Vorher wird trainiert

Wie Georg Henner berichtet, halten alle in Herbrechtingen vertretenen Züchter ihre Tiere in einem Laufstall. Deswegen müsse man sogar mit den Tieren vorab für den Auftritt bei der Schau trainieren. „Die Kühe sind das Halfter nicht mehr gewohnt.“

Nichts geändert hat sich am Wettbewerbscharakter der Schau. „Man freut sich schon, wenn man gewonnen hat“, weiß Ableitner. Das Züchten ist schon eine gewisse Leidenschaft“, bestätigt Henner. Entsprechend fiebre man solch einer Veranstaltung entgegen.

Wer gewinnt, das haben am Samstag als Preisrichter Dr. Alfred Weidele von der Rinderunion Baden-Württemberg und Christine Kuppler als Vertreterin der Landwirte entschieden. 600 bis 900 Kilo bringt eine Kuh der Rasse Fleckvieh auf die Waage. Im süddeutschen Raum dominiert diese auf den Weiden und in den Ställen. Es ist eine Zweinutzungsrasse, wie Ableitner erläutert, welche sowohl Milch wie Fleisch liefert.

Nicht anders wie Menschen, die sich solchen Wettbewerben stellen, geht es auch bei den Rindern um die Schönheit. Diese definiert sich unter anderem über Kriterien wie Rahmen, Fundament, Euter und Bemuskelung. In vier Altersklassen treten die Kühe dabei an, von der Jungkuh bis zur zehnjährigen vielfachen Mutterkuh. Schönheit kann aber auch gleich Gesundheit sein. Wenn eine Kuh korrekt auf den Beinen steht, dann gibt das nicht nur ein Plus beim Preisgericht, das Tier ist dann auch im Stall gut zu Fuß unterwegs. Fitness-Werte machen heute 40 Prozent der Note aus.

Die besten Kühe im Stall

Hier die besten Kühe in Herbrechtingen: Sieger der Jungkühe und Eutersieger: Kuh Grace von Markus Wirth aus Hermaringen. Sieger der Kühe mit 2 Kalbungen: Kuh Jogo von Eberhard Ableiter aus Dettingen Burgholzhöfe. Sieger der Kühe mit 3 bis 5 Kälbern: Kuh Lisel von Eberhard Ableiter aus Dettingen Burgholzhöfe. Sieger der Kühe mit 6 und mehr Kälbern und Eutersieger: Kuh Galina von Karl Mayer aus Nattheim Wahlberg.

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