Rat Nix da Elser: Güssenhalle behält ihren Namen

Die Güssenhalle in Hermaringen wird weiter Güssenhalle heißen und nicht nach Georg Elser umbenannt. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung nach kontroverser Diskussion bei am Ende nur zwei Handzeichen pro Elser-Halle.
Die Güssenhalle in Hermaringen wird weiter Güssenhalle heißen und nicht nach Georg Elser umbenannt. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung nach kontroverser Diskussion bei am Ende nur zwei Handzeichen pro Elser-Halle. © Foto: Sabrina Balzer
Hermaringen / Brigitte Malisi 23.10.2015
Die Güssenhalle in Hermaringen wird doch nicht in Georg-Elser-Halle umbenannt. Noch im September hatte sich im Gemeinderat eine deutliche Mehrheit für diesen Vorschlag abgezeichnet, jetzt stimmten nur noch zwei Räte für die Namensänderung.

Woher rührte dieser Meinungsumschwung? Bürgermeister Jürgen Mailänder verwies schon in seiner Einleitung zu dem Tagesordnungspunkt im Gemeinderat darauf, dass die Zahl der Bürger, die keine Umbenennung wollten, stetig wachse: „Wir dürfen diese Stimmen nicht beiseite schieben“.

Zugleich legte der Bürgermeister großen Wert auf die Feststellung, dass sich diese Leute nicht gegen eine Ehrung des Widerstandskämpfers Elser in einer anderen Form wenden, und schon gleich gar nicht in die rechte Ecke zu stellen seien. Silke Hanak (UBV) berichtete, sie sei noch nie so häufig von Bürgern kontaktiert worden, wie in dieser Sache. Bestimmt 40 bis 50 Leute hätten sich bei ihr gegen die Umbenennung ausgesprochen: „Ich sehe mich verpflichtet diesem Wunsch nachzukommen“.

Auch Ute Kölbel (CDU-FWG) bestätigte diese Erfahrung. In der letzten Sitzung sei sie geneigt gewesen, der Umbenennung zuzustimmen. Aber wenn sie die Meinung der Bürger vertreten solle, könne sie das nicht tun. Bei ihr hätten sich ebenfalls nur Gegner gemeldet.

Vielleicht seien es ja aber nur diese 40 bis 50 Hermaringer, die sich bei verschiedenen Ratsmitgliedern bemerkbar gemacht hätten, und denen man nun zugestehe für die Mehrheit der Bevölkerung zu sprechen, warnte Hans-Dieter Diebold (WdA). Er hielt eine flammende Rede und forderte die Gemeinderäte auf, den Mut zu haben, eine eigene Haltung zum Thema Elser zu vertreten und sich der Verantwortung zu stellen. Diebold warnte „vor einer verheerenden Außenwirkung, wenn wir nicht den Mut haben, Stellung zu beziehen“.

Ute Laib (UBV) konnte diese Bedenken nicht teilen, die Güssenhalle solle Güssenhalle bleiben und statt dessen solle eine andere Ehrung Elsers „mit voller Kraft voran getrieben werden“. „Eine Spaltung der Gemeinde kann nicht in unserem Sinne sein“, begründete Robert Schmid (CDU-FWG) seinen Rückzieher. Bereits in der letzten Sitzung hatte er angemerkt, dass sich Hermaringen sicher schwer tue mit einem Namenswechsel. Es sei aber eine richtige Entscheidung, um endlich auch einmal die Tat eines „kleinen Mannes“ zu ehren und zu würdigen, hatte er damals argumentiert.

Es gebe zwei Lager im Gemeinderat und in der Bevölkerung, fasste Hans Ott (CDU-FWG) die aktuelle Stimmung zusammen. Eine Umbenennung der Halle habe eine Außenwirkung, die ein Denkmal nicht erzielen könne, war seine Meinung. An der Güssenhalle festzuhalten, „weil es immer schon so war“, sei nicht wirklich ein Argument.

„Ein bisschen von dem Mut Elsers muss man schon mitbringen“, forderte er seine Ratskollegen auf, blieb aber erfolglos. Lediglich Hans-Dieter Diebold und Hans Ott stimmten für die Umbenennung der Güssenhalle in Georg-Elser-Halle. Sieben Gemeinderäte stimmten dagegen, drei enthielten sich der Stimme.

Den Antrag auf eine geheime Abstimmung von Gerhard Burkhardtsmaier (UBV), der aber selbst seine Ansicht gegen die Umbenennung immer öffentlich geäußert hatte, wurde abgelehnt.

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