Niederstotzingens Archäopark biegt in die Zielgerade

Im Mai soll am Vogelherd der Archäopark fertig sein.
Im Mai soll am Vogelherd der Archäopark fertig sein.
Hendrik Rupp 06.01.2012
Die Zeit der Fragezeichen scheint für den Archäopark am Vogelherd endgültig vorbei: Mit dem Spatenstich am 12. Januar biegt das 2,4-Millionen-Euro-Vorhaben in die Zielgerade. Für den laufenden Betrieb sind genügend Sponsoren gefunden, Bürgermeister Kieninger rechnet mit einem Baustart im Mai – und ein Jahr später mit der Eröffnung.

Eine Großspende der Kreissparkasse hat die Kostendeckung des laufenden Betriebs durch Sponsoren jetzt offenbar endgültig in den grünen Bereich gebracht: 170 000 Euro steuert die Kreissparkasse in den kommenden zehn Jahren zum Betrieb des Archäoparks bei. 80 000 Euro kommen von der Sparkasse selbst, 40 000 Euro gibt die Sparkassen-Bürgerstiftung, und 50 000 Euro kommen von den Partnern der Sparkassen-Finanzgruppe bis hin zur Landesbank. Das seit rund einem Jahr verfolgte Ziel, 500 000 Euro an Betriebszuschüssen für die ersten zehn Jahre Archäopark zu sammeln, scheint damit erreicht.

Die Kreissparkasse sei überzeugt von der „überregionalen Bedeutung“ des Vorhabens, so Vorstandsvorsitzender Dieter Steck. Landrat Hermann Mader verweist auch darauf, dass der Archäopark Arbeitsplätze schaffe und den Tourismus der ganzen Region aufwerte. „Der Archäopark wird eine Metropole der Eiszeitkunst werden“, so Mader – er rechne mit Besuch aus ganz Europa.

Besonderes Lob zollten Landrat Mader und Bürgermeister Gerhard Kieninger auch dem Heidenheimer Ehrenbürger und früheren Voith-Chef Dr. Michael Rogowski: Über viele Monate hatte Rogowski seine Beziehungen in der Wirtschaft genutzt und für Spendengelder getrommelt. Für Rogowski eine Herzenssache: „Diese Chance mussten wir ergreifen.“

Bürgermeister Kieninger erinnerte an das drohende Aus des Projekts vor einem Jahr: „Ich habe mich damals wie ein Jongleur gefühlt, der seit 2006 trainiert, dem aber immer wieder die Bälle aus der Hand fallen“, erinnert sich Kieninger. Er selbst habe nicht geglaubt, dass die Lage Anfang 2012 so viel besser sein würde. Die Drittmittel seien „aus Sicht der Stadt ausreichend“, um den laufenden Betrieb (Kosten jährlich rund 125 000 Euro) mit 50 000 Euro im Jahr unterstützen zu können. „Das war die Sorge unserer Bürger gewesen.“ Die Grundfragen des Baus seien zudem ebenso erledigt wie die Investitionskosten, die Kieninger in der Summe auf rund 2,4 Millionen Euro taxiert.

„Das Jahr 2012 beginnt in Sachen Archäopark viel besser als das Jahr 2011“, so Kieninger. Am Vogelherd laufe bereits die Ausstockung, also das Entfernen von Gehölzen, am 12. Januar werde der symbolische Spatenstich erfolgen. „Die Einladung dazu haben zu unserer Freude auch Viele angenommen, die das Projekt einst nicht für machbar hielten“, so Kieninger. Nach der endgültigen Baugenehmigung rechne er mit einem Baustart ab Mai – im Mai 2013, genau ein Jahr später, soll der Archäopark eröffnet werden.

„Wir können jetzt an die Detailpläne gehen“, so der Bürgermeister. Statt um grundsätzliche Fragezeichen gehe es dann um die Frage, wie die „Schatzkammer“ für die Originalfunde aussehen werde. Kieninger erinnerte dabei an die immer wieder gewachsenen Dimensionen des Projekts. „Wir hatten einst mit einem halben Hektar gerechnet, jetzt sind wir bei sechs Hektar.“ Und die anfangs angedachten zehn Parkplätze seien wohl auch zu wenig. „Die 30 000 Besucher im Jahr sind eine feste Größe, aber wir hoffen schon auf mehr.“

Kieninger verweist im Zusammenhang mit dem Bau auch auf die Pläne im Umfeld. Gemeinsam mit Herbrechtingen plane man eine Verbesserung der Radweganbindung, und schließlich soll ein Wegenetz durch das gesamte Hürbe-und Lonetal ausgewiesen werden. Das reiche von der Charlottenhöhle über den Vogelherd bis weit ins Lonetal und hinauf nach Lindenau. „Wir werden ein bisher eher schlafendes Gebiet für die Naherholung gewinnen“, ist sich der Bürgermeister sicher.

Landrat Hermann Mader verweist bei der Finanzierung auch auf die erheblichen Zuschüsse von der EU und vom Land: Allein über das Programm „Leader“ sei der erste Abschnitt des Projekts zu 75 Prozent bezuschusst, nachfolgende Schritte erreichten ähnliche Förderhöhen, und auch beim Land habe man über das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) weitere Unterstützung lockermachen können.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel