Niederstotzingen Stadt Niederstotzingen geht Car-Sharing-Konzept an

Ein Renault Zoe ist es, mit dem in Zusammenarbeit mit der Stadt Niederstotzingen das von den Ulmer Stadtwerken angebotene E-Car-Sharing-Konzept „SWU2go“ an den Start gehen soll.
Ein Renault Zoe ist es, mit dem in Zusammenarbeit mit der Stadt Niederstotzingen das von den Ulmer Stadtwerken angebotene E-Car-Sharing-Konzept „SWU2go“ an den Start gehen soll. © Foto: SWU Verkehr
Niederstotzingen / Klaus Dammann 19.07.2018
Die Stadtwerke Ulm binden Niederstotzingen bei einem Betriebskostenzuschuss von 7500 Euro in ihr Modell „SWU2go“ ein. Ein Elektrofahrzeug wird dazu bereitgestellt.

Es ist ein Wunsch der Bürger, der jüngst auch in der Bürgerbefragung für das Stadtentwicklungskonzept erkennbar wurde: die Verbesserung des Mobilitätsangebots in Niederstotzingen. Wie in anderen Kommunen hat sich die Verwaltung daher Gedanken über ein Car-Sharing-Modell gemacht. Die Stadtwerke Ulm (SWU), mit denen man ja auch in Sachen Niederstotzinger Stadtwerke zusammenarbeitet, bieten ein solches Konzept an, bei dem ein Elektrofahrzeug zur Verfügung gestellt wird.

„SWU2go“ nennt sich dieses E-Car-Sharing-Modell für Kommunen. Katrin Albsteiger und Thorsten Stumpf von den SWU stellten das Projekt am Mittwochabend im Gemeinderat vor. So würden die Ulmer Stadtwerke eine Ladesäule mit zwei Ladepunkten errichten, von denen einer ausschließlich für das Car-Sharing-Auto bestimmt ist, der andere dagegen öffentlich und frei nutzbar wäre, schilderte Stumpf. „Wir wollen den kompletten Service bieten, von der Ladesäule bis zur Wartung und Reinigung des Fahrzeugs.“ Die Kommune müsse den Standort für die Elektrotankstelle, einen Reinigungsplatz sowie einen Betriebskostenzuschuss von jährlich 2500 Euro auf drei Jahre übernehmen.

Registrierung im Rathaus

Für die Nutzer sei eine einmalige Registrierung im Rathaus notwendig, so Stumpf. Dann könne das Auto für gewünschte Zeiträume gebucht werden. Als Zugangsmedium zum Fahrzeug diene ein Chip. Die Buchungen für das Elektroauto seien bis zu einem Jahr im Voraus möglich.

Was die Kosten angeht, so erläuterte der SWU-Mitarbeiter, dass für die das Angebot nutzenden Bürger eine einmalige Anmeldegebühr von 20 Euro und ein Monatsbeitrag von zehn Euro erhoben würden. Ermäßigungen seien in einigen Fällen möglich. Bei der Nutzung selbst falle dann ein Stundenpreis von 2,50 Euro bis zum Tageshöchstpreis von 25 Euro und ein Kilometerpreis von jeweils zehn Cent an.

Bürgermeister Marcus Bremer erkundigte sich nach dem ausgewählten Elektrofahrzeug. Es handele sich um einen Renault Zoe, sagte Stumpf. Bei normaler Nutzung sei eine Reichweite von 250 Kilometern gegeben. In einer öffentlichen Infoveranstaltung werde dies noch dargestellt. Die maximale Buchungsdauer liege bei sieben Tagen und der Vertrag mit den Nutzern habe eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Bremer ergänzte, dass vorab der Seiteneingang des Rathauses als Standort für die Ladesäule besprochen worden sei.

Marketing ist wichtig

Stadträtin Marianne Nikola (BWI-Fraktion) erkundigte sich nach den Erfahrungen der SWU mit dem Konzept. Es werde seit April angeboten, antwortete Stumpf. Erfahrungen über den Fahrzeugpool der SWU habe man mit dem System aber seit 2012. Katrin Albsteiger fügte an, dass es bei den Ulmer Stadtwerken noch keine Erfahrungen im Hinblick auf die Vermarktung des E-Car-Sharings gebe. Alles stehe und falle mit dem richtigen Marketing.

„Ich finde, es ist eine tolle Sache, wenn das hier bei uns eingerichtet wird“, sagte Manuela Kammerer (BWI). Theodor Feil (SPD) schloss sich an: „Wir befürworten es.“ Die Sache werde aber womöglich eine längere Anlaufzeit und weitere Werbung brauchen. Er erkundigte sich, wer sich dann darum kümmert. „Es liegt ja in unserem Interesse“, so Stumpf. Deshalb würden sich die SWU hier bemühen. Auf Nachfrage von Marianne Nikola erklärte er, dass das Fahrzeug in jedem Fall drei Jahre zur Verfügung stehe, die Ladesäule sechs Jahre.

Über wie viele Fahrzeuge die Stadtwerke mit „SWU2go“ im öffentlichen Bereich bislang verfügen, fragte Berthold Wetzler (CDU-WB). Im öffentlichen Bereich starte das System erstmals im Oktober, antwortete Stumpf. Der Fuhrpark des Unternehmens verfüge aber schon über 82 Autos.

Es gelte, jetzt in das Projekt einzusteigen, bilanzierte der Bürgermeister. Er habe Vertrauen, dass es ein stabiles System ist und der Datenschutz eingehalten wird. Deshalb solle die Stadt die Betriebsvereinbarung mit den SWU für die Zeit von vorerst drei Jahren abschließen. Dem pflichtete das Gremium in der Abstimmung einhellig bei.

Auf Anfrage erklärte Stumpf gestern, dass „SWU2go“ in Niederstotzingen nun in drei bis fünf Monaten beginnen könne. Er gehe noch von 2018 aus.

Zwei Beispielrechnungen

Beim „SWU2go“-Konzept fallen für die das Elektrofahrzeug nutzenden Bürger Gebühren an. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Ulm stellte im Gemeinderat unter anderem zwei Beispielrechnungen vor. So würde für einen zweitägigen Trip zweimal der Tageshöchstpreis von je 25 Euro anfallen – also 50 Euro. Bei gefahrenen 250 Kilometern müssen darüber hinaus bei einem Kilometerpreis von zehn Cent noch 25 Euro bezahlt werden. Insgesamt wären dies somit 75 Euro Nutzungsgebühr. Geht es nur um eine kurze Fahrt, beispielsweise eineinhalb Stunden zum Einkaufen, so ist 1,5 Mal der Stundenpreis von 2,50 Euro fällig: 3,75 Euro. Bei einer Strecke von zehn Kilometern kommt ein Euro hinzu (zehnmal zehn Cent). Die Kosten lägen in diesem Fall also bei insgesamt 4,75 Euro.

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