Jubiläum Niederstotzingen feiert Freundschaft mit Bages

Niederstotzingen / MONIKA MAELZER und KLAUS DAMMANN 13.05.2013
Etwas mehr als zwei Jahrzehnte besteht die aktive, gelebte Städtepartnerschaft zwischen Niederstotzingen und Bages in Frankreich mittlerweile. Grund genug, sich nach der Jubiläumsfeier im vorigen Jahr in Bages auch im Landkreis Heidenheim zu vier Festtagen zusammenzufinden.

Empfangen wurden die Besucher aus Bages am Donnerstagmorgen beim Niederstotzinger Schützenhaus durch Bürgermeister Gerhard Kieninger, den Arbeitskreis Städtepartnerschaft und die Gastgeberfamilien. Die Schützengesellschaft kümmerte sich anschließend mit schwäbischem Mittagessen aufs Beste um die Bewirtung für die große Gruppe.

Trotz Übermüdung der Gäste, die die Nacht durch aus der rund 1200 Kilometer entfernten Stadt nahe der Pyrenäen angereist waren, traten sie hoch motiviert zum Schießturnier mit den deutschen Gastgebern an. Knapp, aber verdient gewannen die Bager. Bester Schütze – ebenfalls aus Frankreich – war Maxime Anneuville, dem der Schultes stellvertretend die Siegertrophäe überreichte.

Nach Bezug der Gastquartiere und einer kurzen Pause ging es am Abend an den Vogelherd und die Gäste konnten den vor kurzem erst eröffneten Archäopark bei einer französischsprachigen Führung kennenlernen. Bei gegrilltem Pferdefleisch und anderen Köstlichkeiten ließ man den Abend ausklingen.

Zu einem Höhepunkt wurde am Freitag die Besichtigung des Schlosses Neuschwanstein mit französischer Führung und kurzer Wanderung zum Berggasthaus Bleckenau. Trotz schlechter Witterung und steilem Aufstieg genossen die Franzosen dies sehr.

„Tres chic“ ging es später zum Festabend, zu dem die Stadt Niederstotzingen in die Mehrzweckhalle nach Oberstotzingen eingeladen hatte, um die 20 Jahre Städtepartnerschaft gebührend zu feiern. Bei der Veranstaltung, die jedoch nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für die Gäste, Gastgeberfamilien, den Gemeinderat und den Arbeitskreis Städtepartnerschaft gedacht war, gab es ein Vier-Gänge-Menü. Den Abend umrahmte das Ensemble „Stephanie & Didier et Cie“ mit französischen und deutschen Chansons. Die Stadt Niederstotzingen überreichte als Geburtstagsgeschenk an die Stadt Bages ein überdimensional großes Lonetalpferdchen. Bages und dessen Bürgermeister Serge Soubielle überraschten Niederstotzingen mit „Un pese tonneau avec du vin de Bages“ – einem großen an einer Waage hängenden Weinfass mit Wein aus Bages, das noch am selben Abend angestochen wurde.

Beide Bürgermeister würdigten in ihren Ansprachen die 20-jährige Partnerschaft und die damit verbundene gute Zusammenarbeit und Freundschaft. Der Jugendgemeinderat aus Bages führte lustige Sketche in deutscher Sprache auf. Und anschließend bestand Gelegenheit zum Tanz.

Der Samstag begann mit einer Fahrt nach Ulm mit Besichtigung des Münsters und der Altstadt sowie der Möglichkeit, sich mit Souvenirs einzudecken. Ebenfalls aus Bages angereist war Jean-Paul Bindel mit seiner Karate-Gruppe, die die Gelegenheit nutzten, um mit der Karate-Abteilung des FV Oberstotzingen zu trainieren. Am Nachmittag gab es für alle Interessierten einen kleinen Einblick in ihr Trainingsprogramm.

Den krönenden Abschluss der Feierlichkeiten bildete am Samstagabend der erste „Stotzinger Wasen“, bei dem die Besucher in der mit fast 550 Personen ausverkauften Stadthalle ausgelassen tanzten und feierten. Viele der Gastgeber waren zu der vom Arbeitskreis Städtepartnerschaft (AK) ausgerichteten öffentlichen Veranstaltung zünftig in Dirndl und Lederhosen gekommen. Die Stadthalle war als Volksfestzelt gestaltet worden und kaum einen hielt es auf den Bänken, als die Wasenband „Lederrebellen“ loslegte und für eine grandiose Stimmung und Gaudi sorgte. Dass man sich auf die Bierbänke stellte, war den französischen Gästen neu, doch alle waren begeistert.

Um die Bewirtung und den Aufbau hatten sich die Vereine Stöpselclub und Tennisclub Niederstotzingen gekümmert. Der Skiclub organisierte im Foyer Volksfest-Attraktionen wie Hau-den-Lukas und Bierkrüge schieben. Der AK überreichte an die französischen Gäste als Erinnerungsgeschenke Filzhüte für die Herren und Trachtentücher mit Brosche für die Damen. Die Atmosphäre dieses bis in die frühen Morgenstunden dauernden Festabends wird allen sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Am Sonntagmorgen um 9 Uhr schlug dann wieder die Stunde des Abschieds. Die Gastgeberfamilien hatten sich an den vier Tagen einmal mehr von ihrer besten Seite gezeigt und die Bager machten sich auf den 1200 Kilometer langen Heimweg.

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