wahlkreis:Heidenheim (24) Neun zu eins: Bisher waren fast nur Männer für Heidenheim im Landtag

Die Landtagswahlen seit 1952 sind graue Vergangenheit, am 13. März 2016 werden die Karten neu gemischt. Ein Blick auf die Politiker, die Heidenheim bislang in Stuttgart vertreten haben, zeigt (oben von links) Alfred Rauch, Friedrich Degeler, Werner Baumhauer, Dr. Inge Gräßle und Bernd Hitzler (alle CDU) sowie (unten von links) Günter Moser, Siegfried Pommerenke, Peter Hund, Wolfgang Staiger und Andreas Stoch (alle SPD).
Die Landtagswahlen seit 1952 sind graue Vergangenheit, am 13. März 2016 werden die Karten neu gemischt. Ein Blick auf die Politiker, die Heidenheim bislang in Stuttgart vertreten haben, zeigt (oben von links) Alfred Rauch, Friedrich Degeler, Werner Baumhauer, Dr. Inge Gräßle und Bernd Hitzler (alle CDU) sowie (unten von links) Günter Moser, Siegfried Pommerenke, Peter Hund, Wolfgang Staiger und Andreas Stoch (alle SPD). © Foto: Archiv
Heidenheim / MICHAEL BRENDEL 05.02.2016
Ungleiche Geschlechterverteilung: Abgesehen von einer Ausnahme haben bislang nur Männer Heidenheim im baden-württembergischen Landtag vertreten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das auch nach der Landtagswahl am 13. März der Fall sein wird.

Wenn die Baden-Württemberger in 36 Tagen aufgerufen sind, über die personelle Zusammensetzung des Landtags zu entscheiden, dann gehen im Kreis Heidenheim auch zwei Bewerber ins Rennen, die bereits im Landtag vertreten sind: Bernd Hitzler (CDU) und Andreas Stoch (SPD).

Hitzler rückte 2004 für die ins Europaparlament gewechselte Dr. Inge Gräßle in den Landtag nach und sicherte sich am 26. März 2006 mit 43,4 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Dieses verteidigte er fünf Jahre später: Am 27. März 2011 brachte er es auf 37,8 Prozent.

Stoch seinerseits löste zum 1. April 2009 Wolfgang Staiger ab, ehe er bei der Wahl 2011 ein Ergebnis von 29,8 Prozent einfuhr. Am 23. Januar 2013 wurde er als neuer Stuttgarter Kultusminister vereidigt.

Neben Hitzler und Stoch stehen am 13. März neun weitere Kandidaten auf dem Wahlzettel. Für die Grünen tritt Martin Grath an, für die FDP Annika Bass, für die Linke Horst Mack, für die DKP Reinhard Püschel, für die ÖDP Dr. Ulrich Schrade, für die AfD Dr. Heiner Merz, für die NPD Jens Riesner, für die Republikaner Kilian Winkler, für die Alfa Herbert Krüger.

Rückblick: Am 9. März 1952 wurde im neu gegründeten Bundesland Baden-Württemberg die verfassungsgebende Landesversammlung gewählt, die sich später als Landtag konstituierte. Die Heidenheimer waren in Person von Alfred Rauch (CDU) mit von der Partie. Er bekam 30,4 Prozent der Stimmen und lag damit vor dem Sozialdemokraten Emil Martin (20,7 Prozent). Rauch und Martin hatten zuvor dem Landtag von Württemberg-Baden angehört.

Mit satten 43 Prozent sah sich Rauch am 4. März 1956 bestätigt. Diesmal gab er dem SPD-Bewerber Eugen Loderer (30,2 Prozent) das Nachsehen.

Noch zwei weitere Male sicherte sich Rauch das Direktmandat. Zunächst gelang ihm das am 15. Mai 1960, als er bei 42,5 Prozent landete und Heinz Martin (39,3 Prozent), dem Sohn Emil Martins, das Nachsehen gab. Vier Jahre später, am 26. April 1964, wiederholte Rauch sein Ergebnis aufs Zehntel genau. Auf Heinz Martin entfielen 37,7 Prozent, auf Heidenheims Oberbürgermeister Elmar Doch, der für die FDP antrat, 14 Prozent.

Das Ende der Ära Rauch änderte nichts an der Dominanz der CDU. Am 28. April 1968 fuhr Friedrich Degeler 43,1 Prozent ein, während Heinz Martin nicht über 30,5 Prozent hinauskam. Grundlegendes änderte sich dann am 23. April 1972. An diesem Tag zogen erstmals – und daran hat sich bis heute nichts geändert – zwei Vertreter des Kreises in den baden-württembergischen Landtag ein: Werner Baumhauer (CDU; 49 Prozent) und Günter Moser (SPD; 42,9 Prozent). Dasselbe gelang den beiden auch am 4. April 1976, allerdings steigerte sich Baumhauer auf 53,1 Prozent, während Moser nurmehr 38,8 Prozent errang.

Für Moser rückte ein Jahr nach der Wahl Siegfried Pommerenke in den Landtag nach. Auf ihn entfielen am 16. März 1980 38,7 Prozent der Stimmen, auf Baumhauer 50,1 Prozent.

Die Wahl vom 25. März 1984 sah Baumhauer (48,8 Prozent) abermals als Sieger. Peter Hund, zwei Jahre zuvor für Pommerenke nachgerückt, verbuchte exakt zehn Prozentpunkte weniger. Nichts Neues auch am 20. März 1988: Baumhauer (43,7 Prozent) kam vor Hund (35,8 Prozent) ins Ziel. Und ein weiteres Mal noch lösten die beiden Politiker parallel die Fahrkarte nach Stuttgart: Am 5. April 1992 kam Baumhauer auf 37,4, Hund auf 31,5 Prozent.

Mit neuen Gesichtern traten die beiden großen Parteien am 24. März 1996 an, und das mit Erfolg: Sowohl Dr. Inge Gräßle (CDU; 36,9 Prozent), als auch Wolfgang Staiger (SPD; 29,6 Prozent) hatten fortan Sitz und Stimme im Landtag.

Ein überaus enges Rennen lieferten sich die beiden am 25. März 2001. Lediglich 690 Stimmen lagen zwischen Gräßle (40,6 Prozent) und Staiger (39,4 Prozent). Hitzler baute den Vorsprung der CDU auf die SPD-Konkurrenz im März 2006 wieder aus: 43,4 zu 33,7 Prozent ging der direkte Vergleich mit Staiger seinerzeit aus.

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