Königsbronn Neuer Anlauf fürs Gewerbegebiet beim Seegartenhof

Nördlich des Seegartenhofs zwischen Königsbronn und Oberkochen soll das neue interkommunale Gewerbegebiet entstehen.
Nördlich des Seegartenhofs zwischen Königsbronn und Oberkochen soll das neue interkommunale Gewerbegebiet entstehen. © Foto: Geyer-Luftbild
Königsbronn / Andreas Uitz 07.07.2018
Weil Oberkochen nicht wollte, hat sich Königsbronn einen anderen Partner für ein Gewerbegebiet beim Seegartenhof gesucht: Heidenheim. Von Zeiss wird diese Entwicklung begrüßt.

Zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit im Januar 2016 das bis dahin gute nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Oberkochen und Königsbronn einen starken Knacks bekam. Einer der Gründe für den Bruch war die Tatsache, dass die beiden Partner, die das interkommunale Gewerbegebiet in einem Zweckverband gemeinsam betreiben, uneinig darüber waren, ob es erweitert werden soll oder nicht.

Die Verantwortlichen in Königsbronn wollten damals nördlich des Seegartenhofs, also gegenüber des großen Zeiss-Werks, weitere Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe erschließen. Aus Oberkochener Sicht jedoch herrschte zu diesem Zeitpunkt dafür kein Bedarf. Das Problem war, dass Oberkochens Bürgermeister Peter Traub diese Ansicht über die Presse kundtat und damit den Königsbronner Partner brüskierte.

Der nämlich hatte durchaus ein Interesse daran, das rund acht Hektar große Areal zur Gewerbefläche zu entwickeln und als Vorratsfläche zu erschließen, um möglicherweise auszulagernde Unternehmensbereiche der Firma Zeiss ansiedeln zu können.

Doch nicht nur die Absage dieser Planungen von Seite der Oberkochener sorgte in Königsbronn für Unmut, sondern auch die Tatsache, dass der bisherige Partner auch einen Kaufpreis und den potenziellen Verkäufer der Fläche öffentlich machte.

„Das macht keinen Sinn mehr“

In einem Interview hatte Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz im September 2016 erklärt, dass sein Oberkochener Amtskollege Peter Traub die Zusammenarbeit mit Königsbronn auf das Notwendigste beschränken möchte. Stütz bemängelte damals auch das erkaltete Verhältnis: „Wenn wir irgendwelche Fragen stellen, die meiner Meinung nach voll und ganz legitim sind und daraus gleich ein Misstrauen rausgehört wird, dann mach das ja keinen Sinn mehr.“

Schon vor beinahe zwei Jahren kündigte Stütz an, dass sich die Gemeinde als Konsequenz aus dieser Entwicklung neue Partner suchen werde. Den scheint man jetzt in Heidenheim gefunden zu haben. Denn es ist geplant, mit der Kreisstadt einen Zweckverband zu gründen um eben jenes acht Hektar große Areal beim Seegartenhof zu kaufen und als Gewerbegebiet zu erschließen. Heidenheims OB Bernhard Ilg hat die Kooperationsgespräche gegenüber der HZ bestätigt.

„Wir sind auf Heidenheim zugegangen und haben die Zusammenarbeit gesucht“, erklärt auch Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz. Er halte es grundsätzlich für positiv, wenn sich Kommunen in Sachen Gewerbeflächen zusammen schließen „und nicht jeder nur seine eigenen kleinen Grundstücke anbietet. „Wenn wir nichts versuchen, wird es nicht vorwärts gehen.“ Die Gespräche mit Heidenheim seien sehr positiv verlaufen, „wir sind auf einem guten Weg“, so Stütz.

Auch von Seiten der Firma Zeiss werden die Planungen begrüßt. „Zeiss steht diesem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber“, heißt es auf Anfrage in einer schriftlichen Mitteilung. Als perspektivische Erweiterung seien die angedachten Flächen für das Unternehmen „durchaus vorstellbar.“ Doch sei eine Belegung verfügbarer Flächen von vielen Faktoren abhängig, insbesondere von der weiteren Entwicklung der Zeiss-Sparten sowie den Rahmenbedingungen.

Zeiss will 200 Millionen Euro bis 2020 investieren

Bis 2020 werde das Unternehmen rund 200 Millionen Euro am Standort Ostwürttemberg investieren. „Einen Schwerpunkt stellen dabei die Bereiche Semiconductor Manufacturing Technology und Industrial Metrology dar, es wird aber auch in andere Bereiche am Standort weiter investiert“, heißt es in der Mitteilung.

Am 19. Juli, so sieht es die Planung vor, sollen die Gemeinderäte in Heidenheim und in Königsbronn zeitgleich über die Gründung des Zweckverbands entscheiden. Im Anschluss muss Königsbronn den bestehenden Flächennutzungsplan fortschreiben, denn die Gemeinde hat die Planungshoheit.

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