Bolheim Lindenbergschule: Eine neue Zukunft für ein altes Gebäude

Womöglich wird die Lindenbergschule im Herzen von Bolheim zum Kindergarten. Die Stadtverwaltung prüft derzeit die Voraussetzungen für einen dauerhaften Betrieb eine solchen Einrichtung im Erdgeschoss.
Womöglich wird die Lindenbergschule im Herzen von Bolheim zum Kindergarten. Die Stadtverwaltung prüft derzeit die Voraussetzungen für einen dauerhaften Betrieb eine solchen Einrichtung im Erdgeschoss. © Foto: Vogel/Archiv
Bolheim / Günter Trittner 16.05.2018
Die Stadtverwaltung prüft, ob das Schulgebäude in Bolheim dauerhaft zu einem Kindergarten umfunktioniert werden kann. Womöglich sind Baumaßnahmen erforderlich.

Seit ihrer Schließung im Jahr 2010 hat die Lindenbergschule wiederholt Einrichtungen aus Herbrechtingen als Ausweichquartier gedient: einmal bis Juni 2013 für das Evangelische Kinderzentrum, das andere Mal bis Sommer 2017 für die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik. In beiden Fällen hatten Baumaßnahmen am Stammsitz von Kindergarten und Fachschule dieses erforderlich gemacht.

Ab kommenden Schuljahr wird die einstige Grundschule erneut zum Helfer in der Not. Die Pistoriusschule möchte für bis zu drei Jahren die vier Klassenzimmer im Obergeschoss nutzen, da die Schule im Bibris zu eng geworden ist. Umziehen sollen vor allem ältere Schüler, welche sicher die Treppen meistern können.

Untergeschoss als Kindergarten?

Zeitgleich zu dieser weiteren Zwischennutzung prüft die Verwaltung, ob das Untergeschoss des im Jahr 1826 errichteten Gebäudes im Zentrum von Bolheim dauerhaft als Kindergarten genutzt werden kann.

Im Frühjahr waren turnusgemäß Verwaltung und Kindergartenträger zusammengekommen, um aufgrund der aktuellen Anmeldezahlen die künftige Auslastung der Einrichtungen zu besprechen. Für Bürgermeister Dr. Bernd Sipple zeichnet sich derzeit kein Mangel, wohl aber ein Bedarf in der Zukunft ab, da die Stadt beabsichtigem, weitere Baugebiete auszuweisen – und dies auch in Bolheim.

Überprüft werden soll die Lindenbergschule nun auf eine Eignung für Kindergartenkinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung. Zwar waren mit dem Evangelischen Kinderzentrum bereits neun Monate lang fast 90 Kindergartenkinder im Haus gewesen – dies aber nur für eine vorübergehende Phase. Für eine dauerhafte Einrichtung macht der zuständige Kommunalverband für Jugend und Soziales weitere Auflagen. Ins Geld gehen könnte dabei die Forderung, die Toiletten ins Hausinnere zu verlegen.

Investitionen beim Brandschutz

In der bis zum Jahr 2009 hier betriebenen Grundschule mussten die Schüler noch zur Außentoilette im Untergeschoss. Deren Zugang war dann vor der Einquartierung des Kinderzentrums überdacht worden. Auch in Sicherheit und Brandschutz war damals von der Stadt investiert worden. Die aufwendigste Aufgabe war die Sicherstellung eines zweiten Fluchtwegs. Dazu mussten im Obergeschoss bei Rauchentwicklung automatisch schließende Türen und rauchdichte Abschottungen eingebaut werden. Zudem bekam die Schule eine Außentreppe. Zur Vermeidung von Unfällen und Verletzungen wurden Treppengeländer und Heizkörper verkleidet.

Joachim Kuhn, zuständig für den Fachbereich Schulen, will dem Gemeinderat verschiedene Vorschläge unterbreiten, wie verfahren werden kann, wenn die Lindenbergschule zu einem Lindenbergkindergarten werden soll.

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales

Der KVJS ist ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für die 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs. Er unterstützt die Jugend- und Sozialämter vor Ort, verhandelt federführend über Entgelte mit den teil- und vollstationären Pflege-, Jugend- und Eingliederungshilfe-Einrichtungen.

Außerdem bündelt der Verband in der Sozialplanung kreisübergreifende Aspekte und bietet auf Wunsch für die örtliche Kreisbehinderten-, Jugend- oder Pflegeplanung konkrete Hilfe.

Fast 9000 Kindertagesstätten und rund 500 Jugendheime werden beaufsichtigt. Zugleich ist der Verband Ansprechpartner für rund 500 000 Arbeitgeber in Baden-Württemberg und ihre vier Millionen Beschäftigten in allen Fragen der Integration von behinderten Menschen.

Menschen mit Behinderungen können auf einen medizinisch-pädagogischen Dienst zurückgreifen, ebenso auf Unterstützung, wenn es um die Existenzgründung geht, und auf ein breites Spektrum an Schulungs- und Bildungsangeboten aller Art.

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