Herbrechtingen Es ist soweit: Der Bürgersaal bekommt neue Lampen

Herbrechtingen / Günter Trittner 22.08.2018
Schon vor Jahren wollte man die Beleuchtung im Bürgersaal des Herbrechtinger Rathauses auf LED umstellen. Endlich gibt es eine praktikable Lösung für die hölzernen Blütenkelche.

Der Gemeinderat hat seine Wahl getroffen: Es soll eine Spiegelkopflampe zum Preis von 13,78 Euro sein. 215 Stück davon werden angeschafft, damit der im Frühjahr 1981 eingeweihte Bürgersaal im Rathaus wieder wie früher in vollem Licht erstrahlen kann.

Die Herbrechtinger Schreinerei Karl Röger hatte damals nach den Plänen des Architekten Ewald Weber für den großzügig bemessenen Saal, der in einem abtrennbaren Bereich auch vom Gemeinderat für seine Sitzungen genutzt wird, eine einmalige Landschaft aus Holz für die Beleuchtung geschaffen. Wie aus Blütenkelchen tropfte über die hölzernen Wangen das Licht in den Raum. Die großen kugelförmigen Leuchten gaben wegen ihrer versilberten unteren Hälfte das Licht nur indirekt ab. Zusätzlich erhellten Strahler punktförmig den für viele Anlässe nutzbaren Saal.

Die Zeit ist darüber nun hinweg gegangen. Die EU mit ihrem Glühbirnenverbot tat das eine, die fehlende Möglichkeit zum Nachkauf der großen Lampen das andere, sodass diese Lichtdecke nicht in der ursprünglichen Form erhalten werden kann. Und dann noch der Preis. Mundgeblasen hätte man die Kugeln noch bekommen können: für rund 300 Euro das Stück. In der Rechnung von Dieter Frank, dem Fachgebietsleiter Bau, hätte dies freilich Kosten von 64 500 Euro zur Folge gehabt.

Der Gemeinderat hat sich nun für die kleinere Lösung entschieden. Dabei nimmt man auch in Kauf, dass die wieder unten verspiegelten Lampen mit LED-Leuchtkörpern nicht dimmbar sind. Regelbar aber werden die in der Holzdecke integrierten LED-Down-Lights sein, für die aber bisher kein Angebot eingeholt wurde. Frank jedenfalls möchte für diese Lampen im September einen Zuschussantrag ans Land richten – „wir rechnen mit zirka 20 Prozent“. Denn anders als bei den großen Leuchten, wo im Grunde nur eine neue „Birne“ in die Fassung gedreht wird, wird bei den Strahlern die gesamte Leuchteinheit getauscht.

Neue Verkabelung und neues Schaltsystem

Vorgesehen ist, dass im Oktober der Umtausch im Bürgersaal beginnt. Davor werden die Decke gereinigt und die Verkabelung komplett erneuert. Außerdem wird ein neues Schaltsystem eingebaut, für „verschiedene Beleuchtungszenarien“, wie Frank es beschreibt. Danach wird die Decke im Sitzungssaal auf den technischen Stand der Zeit gebracht. Die während der Umbauphase angesetzten Sitzungen des Gemeinderats sollen dann im Bürgersaal stattfinden.

Die Odyssee in Sachen Lampensuche hat nun ein Ende

Bereits im September 2013 hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die Leuchttechnik im Bürgersaal samt den zugehörigen Lampen auf LED umzustellen. Angesichts der gewaltigen Investitionssumme von 220 000 Euro mussten aber Alternativen her. Schließlich lösten sich die ursprünglichen, mattierten Glaskolben nach und nach aus ihrer Verleimung. Da sie am Markt nicht mehr zu erhalten waren, wurden sie nach und Stück für Stück einfach durch kleinere Birnen ohne Versilberung ersetzt.

Über Jahre feilte die Verwaltung an Lösungen, um Wirtschaftlichkeit und gutes Aussehen miteinander zu verbinden. Im März 2015 ließ man sogar einen bereits gewährten Zuschuss von 90 000 Euro verfallen, um mehr Zeit zu gewinnen. Man beschloss, nur auf LED zu wechseln, wenn dafür keine technischen Veränderungen an den 420 vorhandenen Leuchtmitteln vorgenommen werden müssen.

Mit der jetzigen Lösung scheint die Odyssee ein Ende gefunden zu haben. Wieviel das Vorhaben am Ende kostet, bleibt zunächst noch offen.

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