Herbrechtingen Neue Bibrishalle wird eine Million Euro teurer

Die neue Bibrishalle gedeiht und wächst – und mit ihr die Baukosten.
Die neue Bibrishalle gedeiht und wächst – und mit ihr die Baukosten. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Michael Brendel 15.02.2018
Der Stadt geht es wie vielen anderen Bauherren: Die Kosten steigen. Die ursprüngliche Berechnung für die neue Halle muss deshalb nach oben korrigiert werden.

Die kostspieligste Investition in der Geschichte der Stadt Herbrechtingen wird noch etwas teurer: Auf 16,78 Millionen Euro belief sich im Februar 2017 die Schätzung für den Bau der neuen Bibrishalle samt Außenanlagen, Parkplatz und Abriss der alten Halle.

Mittlerweile sind es 17,85 Millionen, was einer Steigerung um knapp sechseinhalb Prozent entspricht. Abgesichert in der städtischen Finanzplanung sind 17,39 Millionen, weshalb sich ein zusätzlicher Bedarf von 460 000 Euro auftut. Mit einem Sperrvermerk versehen sind bislang 160 000 Euro für die Anschaffung beweglicher Sachen wie Geschirr und dergleichen.

Der Markt bestimmt den Preis

Groß waren im Gemeinderat aufgrund der jüngsten Entwicklung Erstaunen und Verärgerung gleichermaßen. Auf ersteres reagierte Thorismuth Gaiser, Geschäftsführer der für die Hallenpläne verantwortlichen Sport Concept GmbH mit dem Hinweis: „Der Markt ist satt und bestimmt die Preise.“ Entsprechend schwierig sei es, die errechneten Preise bei Ausschreibungen tatsächlich zu erzielen. Geradezu „verrückt große Spannen“ deuteten darauf hin, „dass die Anbieter pokern, um gegebenenfalls gewaltigen Gewinn zu machen“.

Was den angesprochenen Unmut angeht, so musste Gaiser eingestehen, dass im Zuge der Generalplanung eine sogenannte RWA-Anlage schlichtweg vergessen worden sei. Sie dient dazu, im Fall eines Brandes den Rauch schnellstmöglich aus dem Gebäude ins Freie zu leiten. Das Versäumnis ließ bei Robert Smejkal (CDU) die Sorge aufkommen, es könnten teure Nachrüstungen erforderlich sein. Gaiser versicherte daraufhin, was die Funktionalität angehe, sei „alles von der Genehmigungsbehörde abgesegnet“.

Während Bürgermeister Bernd Sipple befand, man befinde sich bislang in einem „durchsichtigen Kostensteigerungsrahmen“, gab sich Gaiser bei noch zwei ausstehenden – wenngleich kleineren – Vergabepaketen zuversichtlich, den gesetzten Rahmen einhalten zu können: „Stand heute gehen wir davon aus, dass es langt.“

Nicht alle Stadträte wollten sich spontan dieser Einschätzung anschließen. So sagte Andreas Hof (Freie Wähler), es falle ihm „schwer zu glauben, dass es reicht, nachdem Sie uns gesagt haben, dass Sie in der Kostenberechnung 360 000 Euro für die RWA-Anlage vergessen haben“.

Bessere Information gefordert

Stärker auf den Zeitpunkt der Information hoben andere Stadträte ab: „Die Zahlen hätten früher auf den Tisch müssen“, bemängelte Georg Buck (CDU), und Martin Müller (Freie Wähler) mahnte mehr Transparenz gegenüber dem Gremium an, „damit nicht der Eindruck entsteht, hier will uns jemand linken“. Etwas diplomatischere Töne schlug Hermann Mader (Freie Wähler) an: Natürlich habe sich niemand eine Kostensteigerung gewünscht, dennoch sei sie fast vorhersehbar gewesen, da es sich um die größte Baustelle in der Geschichte Herbrechtingens handele. Er werde der Erhöhung des Budgets zustimmen, bitte aber darum, den Gemeinderat stärker einzubeziehen.

Konkret störte sich Mader an der nachträglichen Entscheidung der Verwaltung, die Unterseite des Vordachs verkleiden zu lassen, um dort keinen unschönen Unterschlupf für Vögel entstehen zu lassen. Ein Verzicht darauf ist laut Gaiser möglich: Die Verkleidung ist zwar in der Kostenprognose enthalten, war bislang aber noch nicht Bestandteil einer Ausschreibung.

Keine Abstriche bei Ausstattung

Auf die Befürchtung von Manfred Strauß (CDU) es könnten Abstriche bei der Innenausstattung drohen, entgegnete Projektsteuerer Thomas Kaltenmark, das Budget liege bei 600 000 Euro, „und dabei wird es auch bleiben“.

Schlussendlich sagte Sipple zu, über Veränderungen rascher zu informieren. Die Stadträte stimmten dann mehreren Vergabevorschlägen zu. Diese schließen Trockenbauwände, Schlosserarbeiten, Trennvorhänge und Ballfangnetze sowie die Fassade aus Metall und Glas ein. Ein Vergleich der eingegangenen Angebote belegte Gaisers Verweis auf teilweise riesige Preisunterschiede.

Michael Lehmann (CDU) stellte gleichwohl den – bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen – angenommenen Antrag, vor dem Okay für die Budget-Erhöhung in der nächsten Gemeinderatssitzung eine detaillierte Auflistung und Begründung der um mehr als eine Million Euro gestiegenen Baukosten vorgelegt zu bekommen.

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende Februar der Rohbau steht. Am 4. Mai soll das Richtfest stattfinden, anschließend der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, das Gebäude zu besichtigen. Die Einweihung des Gebäudes ist für das Frühjahr 2019 terminiert.