Nattheim Nattheimer Kinder lernen in neuen Klassenräumen

Nattheim / Joelle Reimer 16.09.2018
Halbzeit beim Umbau der Nattheimer Wiesbühlschule: Grundschule, Verwaltung, Orte der Begegnung und Ganztagesbetreuung sind fertig, nun wird an den Räumen für den Kindergarten gearbeitet.

Dass der erste Schultag nach den Sommerferien etwas Besonderes ist, haben die Nattheimer Grundschüler der Wiesbühlschule gleich am frühen Montagmorgen erfahren dürfen: Durch den neu gestalteten Eingang ging es über die Pausenhalle nach rechts weg hinein in den Schultrakt, wo sie sich einen Platz in den rundum erneuerten Klassenzimmern suchen durften.

Diese sind im Zuge der Neugestaltung des gesamten Schulareals in den vergangenen Wochen der Sommerferien entstanden. Hier und da riecht es noch etwas nach Farbe, zwischendrin fehlt noch ein Licht; doch im Großen und Ganzen ist das moderne Schulgebäude fast nicht mehr wiederzuerkennen.

Neue Decken, neue Böden, LED-Leuchten und neue Elektroinstallationen, dazu die Brandschutzmaßnahmen im gesamten Gebäude, die bei Gesamtkosten von rund fünf Millionen Euro etwa eine halbe Million Euro ausmachen.

„Außerdem haben wir pro Jahrgangsstufe einen sogenannten Differenzierungsraum, wo auch mal Still- oder Gruppenarbeit möglich ist“, erklärt Schulleiter Klaus-Ulrich Spittler. Und: Jeder Klassenraum habe einen Wlan-Anschluss, falls das künftig benötigt werde. Eingerichtet wurden zudem ein neuer Veranstaltungsraum im zweiten Obergeschoss und die Kinder- und Jugendbücherei im Erdgeschoss.

Campus entlang der Schulstraße

Es hat sich also viel getan seit Beginn der Umbauarbeiten vor genau einem Jahr. Mit Blick aus dem Fenster lässt sich aber feststellen, dass es hier um noch mehr geht als nur um neue Schulräume: Entlang der Schulstraße entsteht quasi ein ganzer Campus, angefangen vom Timba-Kindergarten über das Schulhaus, die Ramensteinhalle bis hin zum Verkehrsübungsplatz.

„So etwas sucht hier in der Region seinesgleichen“, meint Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska, und Spittler ergänzt: „Wir haben zum Ziel, immer weiter zusammenzuwachsen. Schon heute machen wir viele Veranstaltungen gemeinsam mit dem Timba.“

Neben der Grundschule im hinteren Trakt und der Pausenhalle mit Eingangsbereich sind auch das Lehrerzimmer, die Räume für Schulsozialarbeit und Familienzentrum, die Ganztagesbetreuung und die Orte der Begegnung wie beispielsweise die Volkshochschule oder die Lehrküche bereits fertiggestellt. Verbindendes Element sind die Farben Blau, Grün, Rot und Gelb, die nicht nur am Eingangsbereich auftauchen, sondern sich auch an den Garderoben im Flur oder bei den Stühlen in der Ganztagesbetreuung wiederfinden.

Umbau für die Verlegung des katholischen Kindergartens

„Ein großer Unterschied zu vorher ist die Helligkeit, die wir sowohl durch das Oberlicht in der Pausenhalle als auch durch die neu gestrichenen Wände bekommen“, sagt Architekt Roland Hüll. Das Nattheimer „Jahrhundertprojekt Wiesbühlschule“, wie Bereska es nennt, hat momentan Halbzeit. Was nun noch fehlt, ist der letzte Bauabschnitt für die Verlegung des katholischen Kindergartens. „Hier sind wir gerade mitten drin. Wir werden das Gebäude bis auf den Rohbau entkernen und komplett neu aufbauen“, erklärt Hüll.

Was dabei nicht fehlen darf, ist ein separater Eingang zum Kindergarten. „Dadurch, dass sich die Autos dann auf zwei Standorte verteilen, können wir dem geballten morgendlichen Verkehrsaufkommen etwas entgegenwirken“, so Hüll. Mit den drei neuen Aufzügen werde man außerdem der Barrierefreiheit gerecht: einer im Schultrakt, einer bei der Ganztagesbetreuung und einer für den Kindergarten. Allein der Umbau des Gebäudes für den Kindergarten kostet drei Millionen Euro. Dieser letzte Abschnitt soll innerhalb eines Jahres geschafft werden, so dass der „Wiesbühl-Campus“ voraussichtlich bis zum Schuljahresstart 2019 fertig ist. „Drei Millionen Euro klingt viel, ist aber weniger, als wenn wir einen Neubau geplant hätten“, sagt Bereska.

Außerdem komme bei der Wiesbühlschule in Sachen Kostenaufteilung ein besonderes Konzept zu tragen: „Wir haben es bislang so gemacht, dass die Schule den Betrag, der vom Schuletat übrig geblieben ist, behalten durfte. Das ist eigentlich nicht üblich, andererseits aber sehr nützlich, denn beim Umbau konnten manche Dinge nur dank dieser Ersparnisse verwirklicht werden“, so Bereska.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel