Fest Nattheim eröffnete die Kinderfest-Saison 2015

Nattheim / holger scheerer 25.05.2015
Traditionell feierten die Nattheimer am Pfingstmontag als Erste im Kreis Heidenheim das Kinderfest. Nach dem Gottesdienst marschierte die Festgemeinde gemeinsam auf den Festplatz Schmaleich, auf die grüne Wiese vor den Toren des Dorfes. Die Kinder hatten sich unter dem Motto „Mode“ bunt kostümiert und feierlich herausgeputzt.

Bürgermeister Norbert Bereska und Schulleiter Günther Bargiel konnten auch in diesem Jahr wieder zwei bekannte Ehrengäste begrüßen: den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter und Kultusminister Andreas Stoch. Traditionell hatte sich Kiesewetter wieder mit seinem Regenschirm gewappnet. Und traditionell behielt er wieder Recht. So fing es auf dem Festplatz alsbald an zu tröpfeln. Von größeren Wassermassen blieben die Nattheimer indes verschont.

Traditionell hielt Bürgermeister Bereska seine Begrüßungsansprache sehr kurz. Schließlich stünden die Kinder im Mittelpunkt des Festtages und nicht die politischen Sonntagsredner. Das Gemeindeoberhaupt wies allerdings darauf hin, dass man es sich in Nattheim keineswegs nachsagen lassen wolle, man würde zu wenig für die Kinder tun. Ganz im Gegenteil, habe man erst vor kurzem im Gemeinderat die Erweiterung des Kindergartens beschlossen. Eine Investition von 50 000 Euro, die Bereska gut angelegt sieht. Schließlich gehe es um die Zukunft der Kinder und damit um die Zukunft aller Nattheimer.

Genauso sah dies auch Kultusminister Stoch: „Wenn wir Baden-Württemberg in Zukunft halten wollen, sind wir auf junge Familien angewiesen, die sich für Kinder entscheiden.“ Die Politik müsse sich hier in die Pflicht nehmen lassen, die nötigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Kinder in diesem Land eine Zukunft haben können. Dabei erlebten die Zuhörer auf dem Schmaleich eine Premiere, die in der Politik so auch noch nie vorgekommen ist. Denn der SPD-Politiker erklärte ausdrücklich, dass er heute auch im Namen seines Kollegen Kiesewetters von der CDU spreche. Dieser sei durch seine Operation stimmlich angegriffen und könne daher nicht selbst das Wort ergreifen.

Schulleiter Günther Bargiel machte es dann sichtlich Spaß, um über Mikrofon die Festdarbietung der Kinder zu moderieren. Hierbei ging es auf dem Festplatz äußerst bunt und turbulent auf und zu. Die Erstklässler hatten sich als Fußballer verkleidet, während die Zweitklässler in Trachtenmode aufmarschierten. Drunter und drüber ging es bei den Viertklässlern, die sich als Aufgabe gestellt hatten, „die Mode einer blinden Näherin“ aufzuführen. Dementsprechend fantasievoll und gegen den Strich gebürstet sahen die Kostüme hier dann auch aus. Umweltbewusst gaben sich die Drittklässler. Hier bestand die Mode aus Haushaltsgegenständen wie Tetra-Paks, Eierschalen und Margarinebecher-Deckeln.

Auch für Speis und Trank war auf dem Festgelände natürlich üppig gesorgt. Und an der musikalischen Unterhaltung fehlte es bei diesem Fest auch nicht. Schließlich waren neben der Kapelle des Musikvereins Nattheims auch noch die Musiker-Kollegen aus Auernheim aufmarschiert. Und das im wörtlichen Sinne, denn die beiden Kapellen hatten bereits den Festumzug begleitet.