Feier Nattheim eröffnet die Kinderfestsaison 2013

Nattheim / HOLGER SCHEERER 20.05.2013
Mit einem gelb-liberalen Regenschirm hatte sich Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter (CDU) am Pfingstmontag zum traditionellen Kinderfest bewaffnet. Diesen schwang er als Beschwörungszepter gen Himmel.

Die Botschaft der beiden Politiker war klar: Bei uns in Nattheim hält der Himmel, erst recht an Pfingstmontag. Und er hat gehalten – zunächst jedenfalls. Gegen 13 Uhr zogen die Kinder der Wiesbühlschule nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche in einem bunten Umzug aus Nattheim hinaus aufs Festgelände „Schmaleich“ und so eröffnete Nattheim traditionell auch heuer wieder die Saison der Kinderfeste im Landkreis Heidenheim.

Die Musikvereine Nattheim und Auernheim sorgten dafür, dass die Teilnehmer des Kinderumzuges, dem sich auch viele Erwachsene angeschlossen hatten, nicht aus dem Tritt kamen. Vorneweg fuhr die Feuerwehr mit eingeschaltetem Blaulicht. Dicht dahinter marschierten Bürgermeister Bereska, Bundstagsabgeordneter Kiesewetter und Konrektor Klaus-Ulrich Spittler. Am Festplatz warteten schon zahlreiche Zuschauer bei windigem, aber zunächst trockenen Wetter gespannt auf die Ankunft des Festumzuges.

Kiesewetter schwang seinen Regenschirm noch einmal beschwörend gen Himmel und übermittelte die Grüße von Bernd Hitzler, Ingeborg Gräßle und – was nicht selbstverständlich ist – diejenigen der politischen Konkurrenz in Person von Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Kiesewetter machte in seiner kurzen Festansprache deutlich, dass man sich in Brüssel, Stuttgart und Berlin „parteiübergreifend für die Region“ einsetze. Beim Motto des Kinderfestes „So ein Zirkus!“ fiel es dem Politiker nicht schwer, eine Parallele zum „Berliner Zirkus mit Zirkusdirektor Norbert Lammert“ herzustellen.

Bürgermeister Bereska war sichtlich erfreut über die prominente Unterstützung, machte in seiner kurzen Begrüßungsansprache aber auch deutlich, dass nicht die sich in einem dramatischen Wandel befindende Schulpolitik im Mittelpunkt dieses Tages stehen sollte, sondern die mit bunten Kostümen geschmückten und ungeduldig auf ihren Auftritt wartenden Kinder. Und gab das Zepter alsbald weiter an „Zirkusdirektor“ Spittler, den Konrektor der Wiesbühlschule.

In den letzten Monaten war dort einiges los gewesen. Die Neuntklässler mussten sich auf ihre Abschlussprüfung vorbereiten, die Siebtklässler kochten für Schüler und Eltern, bei den Viertklässlern stand die Radfahrerprüfung als Abschluss der Verkehrserziehung auf dem Programm. Und alle Kinder der vier Grundschulklassen waren natürlich rund um die Uhr mit ihren Lehrerinnen damit beschäftigt, sich auf das Kinderfest vorzubereiten.

Nach dem Kommando „Manege frei!“ des stellvertretenden Schulleiters begann das bunte Zirkusprogramm der Kinder, das beim in Scharen versammelten Publikum immer wieder große Begeisterung auslöste. Denn die Zirkusnummern, die die Kinder einstudiert hatten, zeugten doch von viel Disziplin und Motivation.

Die Erstklässer stürmten als Clowns in die Manege und vollführten allerhand akrobatische Kunststückchen, während sich die Zweit- und Drittklässler auf Safari und das Einfangen und Bändigen wilder Tiere spezialisiert hatten. Die Viertklässler waren als Zauberer verkleidet und bildeten mit ihrem Auftritt den Endpunkt des Zirkusprogramms.

Zum Rest des Nachmittags waren Spaß, Spiel und Spannung angesagt. Während sich die Älteren bei Speis und Trank auf den Bänken unter den Bäumen niederließen, sorgte die beiden Musikvereine für die musikalische Unterhaltung. Die Kinder begeisterten sich allerdings mehr für Ponyreiten, Karussellfahren, Kletterbaum oder Trampolin-Bungee. Allein der dann am späteren Nachmittag trotz aller Beschwörung einsetzende Frühjahrsregen, trübte die ansonsten gelungene Veranstaltung.

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