Verkehr Nach dem Winter eine gesalzene Rechnung

Einem immer dichteren Netz aus Rissen und Löchern gleicht der Asphaltbelag der Schießbergstraße.
Einem immer dichteren Netz aus Rissen und Löchern gleicht der Asphaltbelag der Schießbergstraße. © Foto: Oliver Vogel
Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL 23.05.2013
Auch wenn angesichts der aktuellen Temperaturen Zweifel aufkommen könnten: Der Winter ist seit einigen Wochen Vergangenheit. Keineswegs passé sind jedoch seine Folgen. Auch im Herbrechtinger Stadtgebiet durchziehen vielerorts Schlaglöcher und Risse die Straßen.

Ließe sich von der Länge des Winters geradewegs auf das Ausmaß der anschließend zutage tretenden Straßenschäden schließen, müsste einem in diesem Jahr angst und bange sein. Herbrechtingens Stadtbaumeister Dieter Frank zufolge sind die schlimmsten Befürchtungen allerdings nicht wahr geworden: „Wir bewegen uns im Rahmen dessen, was es üblicherweise auszubessern gibt“, so Frank.

Wo der Frost besonders große Löcher in den Asphalt gesprengt hat, sorgt der Bauhof in der Regel sofort für Abhilfe, die sonstigen Ausbesserungsarbeiten sollen im Rahmen des Jahresauftrags innerhalb der kommenden eineinhalb Monate erfolgen.

Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein, bedeutet freilich nicht, dass es mit dem Herbrechtinger Straßennetz zum Besten bestellt wäre. Im Gegenteil. Ein Blick in die Wohngebiete zeigt, dass zahlreiche Nebenerschließungsstraßen eine grundlegende Erneuerung dringend nötig hätten. Beispiel Schießbergstraße: Dort, im Herzen des sogenannten alten Kirchhöfle, macht sich schon seit etlichen Jahren eine wahre Buckelpiste breit und breiter, die immer lauter nach Ausweisung eines Sanierungsgebiets ruft.

Das sieht auch Dieter Frank so. Allerdings stehe zwischen Absichtserklärung und Umsetzung eine nicht zu überwindende Hürde: Ehe ein neues Sanierungsgebiet in Angriff genommen werden könne, muss erst das aktuelle rund um die Lange Straße abgeschlossen sein. Das wird am 31. Dezember 2014 der Fall sein, nachdem eine Verlängerung der Laufzeit abgelehnt wurde.

In einem schlechten Zustand präsentieren sich derweil Frank zufolge auch zahlreiche Nebenstraßen in Bolheim sowie in wachsendem Maße die Zufahrt nach Eselsburg. Die geringsten Probleme gibt es aktuell in Bissingen.

Dass sich der vergangene Winter mit dem Abschied besonders viel Zeit gelassen hat, offenbart sich beim Blick in die Kasse: Hatten die Aufwendungen für die Arbeitszeit der Bauhofbeschäftigten, für den Einsatz von Fremdfirmen sowie für Streumittel 2011/2012 mit 124 000 Euro zu Buche geschlagen, waren es diesmal 198 000 Euro.

Der Salzverbrauch – Splitt wird kaum noch verwendet – stieg von 386 auf 411 Tonnen. Allerdings ist dies nicht einmal die Hälfte dessen, was im Winter 2010/2011 ausgebracht worden war (861 Tonen). Auch in den beiden vorangegangenen Jahren lag der Verbrauch mit 632 bzw. 457 Tonnen deutlich höher.

Aufgrund der seit Längerem angespannten Personalsituation im Bauhof übernehmen in wachsendem Maße Private Teile des städtischen Winterdienstes. 50 000 Euro entfielen zuletzt auf diesen von drei Fremdfirmen getragenen Posten, nachdem es im vorangegangenen Winter noch 30 000 Euro gewesen waren. Allerdings bereitet es Frank zufolge zunehmend Probleme, genügend Interessenten zu finden, da ein solches Engagement mit nicht unerheblichen Investitionen in die erforderlichen Maschinen verbunden sei.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel