Anschlag Nach Brand Totalschaden am Königsbronner Blitzkasten

Königsbronn / Klaus-Dieter Kirschner 09.02.2014
Der Starenkasten an der Bundesstraße 19 am Ortsausgang Richtung Oberkochen ist nur noch Totalschaden. Gleiches gilt vermutlich auch für die enthaltene Kamera. Ein Unbekannter setzte am Sonntag die Geschwindigkeitsmessstation in Brand.

Die Vorgehensweise in der Nacht zum Sonntag glich jenem Tatgeschehen in der Nacht zum 24. Oktober 2011. Auch damals wurde ein brennender Reifen als Brandbeschleuniger eingesetzt. Zu vermuten steht ein Racheakt, weil der mutmaßåiche Brandstifter wohl zu schnell auf der Bundesstraße 19 in den Ort hineingefahren war und dabei geblitzt worden sein dürfte. Ob mit der Brandlegung zugleich die Bilder in der Kamera unbrauchbar gemacht werden sollten, steht zu vermuten.

In einem ähnlichen Fall in Bolheim war im September 2011 der Sachschaden auf 50 000 Euro beziffert worden. Damals war an der Ortseinfahrt unweit der Firma Zoeppritex eine Art Handtuch mit Brandbeschleuniger getränkt und über den „Blitzer“ geworfen und danach angezündet worden. Bei dem anfänglich intensiven Brand wurde auch noch ein Baum abgefackelt, der neben dem „Starenkasten“ stand.

Im Februar 2011 hatte sich in Bolheim jemand an der Messstation „gerächt“ und ihr eine Mülltonne übergestülpt. Damals war dies als „Dummerjungenstreich“ zu den Akten gelegt worden.

An dem in der Nacht zu Sonntag abgebrannten „Starenkasten“ in Königsbronn fahren im Schnitt bis zu 25 000 Fahrzeuge am Tage vorbei. Um 3.53 Uhr war die Feuerwehr über die Straßenmeisterei zur Brandbekämpfung an die Adlerstraße gerufen worden. Eine Straße diesen Namens aber gibt es nicht. Arg viel zu löschen, so Gruppenführer Michael Jung hatten die neun mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug an die Aalener Straße ausgerückten Brandbekämpfer aber nicht mehr. Mit einem Besen hatten die Männer vom Streudienst die brennenden Reifenteile heruntergeholt. Nach einer halben Stunde rückte die Feuerwehr nach Ende der Restlöscharbeiten wieder in der Wache ein.

Diese neue Art der Messstationen hat gegenüber der „alten“ Anlagen den Vorteil, sie zählen zusätzlich auch noch die Fahrzeuge, die täglich vorbeibrausen. Die Kameras sind nicht mehr mit einem Film sondern mit einer Chipkarte ausgerüstet. Auf dieser können bis zu 1000 Geschwindigkeitssünder verewigt werden. Die Bilder sind lupenscharf. Da hilft kein Leugnen, wenn es ans Zahlen geht. Die Säulen, auf denen diese stationären Geschwindigkeitsmessanlagen installiert sind, sind äußerst robust und lassen sich nicht mit Trennschleifer eben mal so absägen und mitnehmen.

In Waldhausen auf der Gussenstadter Alb hatten vor Jahren Unbekannte nachts einen Starenkasten alter Prägung geklaut und verschwinden lassen. Bis heute ist das „Ding“ nicht wieder aufgetaucht.

Die Polizei Heidenheim sucht dringend Zeugen, die in der Nacht zum gestrigen Sonntag an der prominenten Stelle in Königsbronn vorbei gekommen sind und eventuell gesehen haben, wie das Feuer gelegt wurde und ob verdächtige Personen sich in der Nähe des Starenkastens aufgehalten haben. Zeugen wählen die Telefonnummer 07321.322 432.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel