Hobby Mutter-Tochter-Kochbuch: Selbst geschrieben und gekocht

Zwei, die das Kochen so sehr lieben, dass sie ihr eigenes Kochbuch geschrieben und veröffentlicht haben: Johanna Meißner und ihre Mutter Ingrid aus Sontheim/Brenz. Mehr zum Lieblingsrezept der 20-Jährigen Johanna auf Seite 42.
Zwei, die das Kochen so sehr lieben, dass sie ihr eigenes Kochbuch geschrieben und veröffentlicht haben: Johanna Meißner und ihre Mutter Ingrid aus Sontheim/Brenz. Mehr zum Lieblingsrezept der 20-Jährigen Johanna auf Seite 42. © Foto: Foto: Oliver Vogel
Sontheim/Brenz / Laura Strahl 30.09.2016
Mit ihrem Kochbuch wollen Ingrid und Johanna Meißner Kochmuffeln auf die Sprünge helfen.

Was tun, wenn der Auszug aus dem Hotel Mama naht und die eigenen Kochkenntnisse nicht über Spiegelei und Toast Hawaii hinausreichen? Mit dieser Frage hat sich vergangenes Jahr auch Johanna Meißner, damals angehende Studentin, beschäftigt. Als Tochter einer Hauswirtschaftslehrerin wusste die junge Sontheimerin selbst zwar durchaus, wie man den Kochlöffel schwingt. Im Freundes- und Bekanntenkreis sah das aber ein bisschen anders aus. Die Konsequenz: „Wir müssen ein Kochbuch schreiben!“

Wir. Das ist Johanna Meißner, heute 20 Jahre alt und Studentin der Elektrotechnik, zusammen mit ihrer Mutter Ingrid, der Hauswirtschaftslehrerin. Die nämlich träumte sowieso schon immer vom eigenen Buch. Gefehlt hatte dafür nur die passende Gelegenheit. Bis dahin. Denn nun legte das Mutter-Tochter-Gespann los: Gemeinsam wurde überlegt, welche Grundkenntnisse das Buch den Nachwuchsköchen vermitteln soll, welches Gericht auf gar keinen Fall fehlen darf und vor allem in welche (Geschmacks-)Richtung es denn überhaupt gehen soll.

Entstanden ist letztendlich mehr als eine reine Rezeptsammlung: ein süddeutsch geprägtes Grundkochbuch nämlich. Erklärt werden darin also nicht nur Anleitungen für bestimmte Gerichte, sondern auch die Grundlagen und -techniken des Kochens. Besonders Anfängern soll dadurch ein Licht aufgehen: Was ist mit einer Mehlschwitze gemeint? Wie stelle ich ein ausgewogenes Menü zusammen? Was kann ich beim Kartoffelkochen alles falsch machen? Wie spart man beim Kochen Strom und schont den Geldbeutel? Was ist Gemüse der Saison? Und und und . . .

„Unser Buch soll helfen, einen Einstieg ins Kochen zu finden“, beschreibt Ingrid Meißner, die als erfahrene Kochkursleiterin schon so manchen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Kunst des Kochens eingewiesen hat. Nur wer die nötigen Grundkenntnisse parat habe, weiß die 52-Jährige, könne sich auch mal ohne Rezept an die Kochtöpfe wagen, selbst Menüs zusammenstellen und kreativ sein.

Bis es soweit ist, können sich die Leser des Erstlingswerks an den ausführlich beschriebenen Rezepten im Buch versuchen. Dafür haben Mutter und Tochter Meißner Alltagsgerichte gesammelt: Suppen, Salate, Fleisch, Fisch, Nachspeisen – von traditionell bis modern. Als Vorbilder und Inspiration dienten zwei ganz unterschiedliche Kochprofis: Luise Haarer, deren Werk „Kochen und Backen nach Grundrezepten“ seit den 1930ern in unzählige Regalen zu finden ist (natürlich auch in Ingrid Meißners), und der britische Fernsehkoch Jamie Oliver, der wohl auch den meisten Kochmuffeln jüngerer Generation ein Begriff sein dürfte.

Ganz praktisch gestaltete sich das Ganze dann so: War ein Gericht ausgewählt, stellten sich Ingrid und Johanna Meißner erst einmal gemeinsam in die Küche. Und während die Mutter beispielsweise Kässpätzle kochte, schaute ihr die Tochter neugierig über die Schulter, machte Notizen und hielt Zutatenliste und Endergebnis fotografisch fest. Dann waren Freunde und Bekannte an der Reihe: Alle Rezeptanleitungen sollten schließlich vor der Veröffentlichung auf Unklarheiten getestet werden, um die Anleitungen, wenn nötig, entsprechend anpassen zu können.

Viel Arbeit also, die insgesamt etwa ein Jahr in Anspruch genommen, Familie Meißner aber auch viel Spaß und so manche gute Mahlzeit beschert hat: „Manche Rezepte haben wir dreimal in einer Woche gekocht, bis alles gepasst hat“, sagt Ingrid Meißner und lacht. Stolz sind die beiden natürlich auch. Jetzt, wo das Buch gedruckt und veröffentlicht, die ersten der 1000 Exemplare bereits verkauft sind.

Ob's einen zweiten Band geben soll? Konkrete Pläne gebe es keine, lassen die beiden wissen. Wohl aber die Idee, das Erstlingswerk ins Englische zu übersetzen.

Info Mehr Infos online unter

www.meissnerundmeissner.com