Nattheim / Joelle Reimer Ein bezuschusstes Taxi, mit dem Jugendliche fahren können? Kein einfacher Plan - in Nattheim soll er trotzdem weiterverfolgt werden.

Zu aufwendig, zu teuer, nicht umsetzbar? Von wegen. Im Nattheimer Gemeinderat kam erneut das seit einiger Zeit diskutierte Fifty-Fifty-Taxi zur Sprache, bei dem es um bezuschusste Taxifahrten für Jugendliche geht.

Besonders an den Wochenenden, so die Idee, könnten damit Jugendliche nach einem Abend in Heidenheim wieder sicher zurück nach Nattheim gelangen.

Die ersten Recherchen der Verwaltung hätten ergeben, dass das Projekt mit viel Personalaufwand verbunden sei, sagte Juliane Ulbert, stellvertretende Hauptamtsleiterin. Man müsse Sponsoren suchen, den Kontakt mit Taxifahrern herstellen, die Fahrten abrechnen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dazu kämen Kosten für Gutscheine bzw. eine App.

„Deshalb haben wir geprüft, ob das nicht der Landkreis machen könnte. Da wurde uns aber gesagt, dass man es bereits im Kreistag beraten und verworfen habe, da es zu viele personelle und finanzielle Ressourcen fordere.“ Aufgrund dessen lautete der Nattheimer Beschlussvorschlag zunächst ebenfalls, Abstand zu nehmen – das jedoch wollte der Gemeinderat so nicht hinnehmen.

„Das wird mir jetzt etwas zu schnell zu den Akten gelegt. Gar nichts zu machen, finde ich nicht richtig. Und die Aussage vom Landkreis, dass es keine Aufgabe des Gemeinwohls sei, nur einzelne Personengruppen zu bezuschussen – naja, letztlich geht es doch immer um Interessensgruppen, egal ob Jugendliche, Senioren oder Familien“, sagte Carmen Steckbauer (SPD/Unabhängige) und befürwortete auch die Idee von Michael Henle (BWV/CDU), bei der HVG zu prüfen, ob der Freitags-Bus nicht auch samstags fahren könne und was das kosten würde. „Vielleicht könnte man sich auch mit Dischingen oder Neresheim zusammenschließen“, so Steckbauer.

Nach den Erfahrungen aus Königsbronn erkundigte sich Günther Paschaweh (SPD/Unabhängige). „Die führen das Fifty-Fifty-Taxi selbstständig durch, ohne App, ohne Sponsoren. Der Personalaufwand ist dementsprechend hoch, z.B. für die Fahrtenabrechnung“, so Ulbert.

Mit einem Gutscheinsystem, so Paschaweh, könne die Abrechnung so kompliziert nicht sein – und Wolfgang Bernhard (BWV/CDU) pflichtete ihm bei, das Thema nicht so schnell zu begraben. „Wir können das Fifty-Fifty-Taxi doch ein paar Monate probieren und dann evaluieren. Außerdem müsste man dabei auch an die Teilorte denken.“

Letztlich wurde der Beschlussvorschlag so geändert, dass die Verwaltung beauftragt wurde, das Projekt zu verfolgen und weitere Daten zu sammeln.