Niederstotzingen Telekom will neue Mobilfunkmasten errichten

Auf dem Oberstotzinger Wasserturm ist bereits ein Mobilfunkmast vorhanden. Um die Versorgung für Niederstotzingen zu verbessern, möchte die Telekom hier sowie auf dem Dach der Stadthalle eigene Masten errichten.
Auf dem Oberstotzinger Wasserturm ist bereits ein Mobilfunkmast vorhanden. Um die Versorgung für Niederstotzingen zu verbessern, möchte die Telekom hier sowie auf dem Dach der Stadthalle eigene Masten errichten. © Foto: Sabrina Balzer
Niederstotzingen / Klaus Dammann 31.07.2018
Um die Abdeckung mit LTE-Technik für den Mobilfunk in Niederstotzingen zu verbessern, sollen zwei Aufstellungsorte im Bereich der Stadt untersucht werden.

Bis Ende 2020 fordere die Bundesnetzagentur eine Abdeckung von bundesweit 97 Prozent mit LTE-Technik für den Mobilfunk, schilderte Bürgermeister Marcus Bremer im Gemeinderat. Die Telekom habe daher einen verbindlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen und sei auf die Stadt Niederstotzingen zugekommen, um mittels neuer Mobilfunkmasten Versorgungslücken im Ort schließen zu können. Als Standorte kämen von der Topographie her das Dach der Stadthalle und der Wasserturm in Oberstotzingen in Frage. Die Mobilfunk-Abdeckung in Gebäuden sei teils schlecht, so Bremer. Für die Stadt gehe es nun darum, ob man bereit ist, der Telekom Standorte zur Verfügung zu stellen.

Der Kommunalbeauftragte der Deutschen Telekom Technik, Frank-Peter Käßler, sagte in der Sitzung, dass sich der erteilte Auftrag auf eine möglichst flächendeckende LTE-Versorgung mit hoher Qualität beziehe. Mobilfunk greife immer mehr in die normalen Prozesse ein – vom „Büro in der Hosentasche“ bis zu digitalen Stromzählern, auf die Anbieter dann zur Ermittlung des Verbrauchs zugreifen können.

„Die Verdichtung des Netzes ist unabdingbar“, erklärte Käßler. Es müssten neue Standorte erschlossen werden.

Derzeit gebe es in Niederstotzingen einen Mast im Süden der Stadt mit schlechter Qualität sowie einen auf dem Wasserturm Oberstotzingen, der einem anderen Anbieter gehöre. Für eine „saubere Versorgung“ mit LTE sei ein anderer Standort nötig. Normalerweise reiche einer mitten im Ort. Wenn dies aber nicht möglich sei, brauche man zwei – dies könnten das Stadthallendach und der Wasserturm sein. Erforderlich sei jetzt eine bautechnische Begehung.

Wenig Verbesserung für Stetten

Ein neuer Mast auf dem Wasserturm Oberstotzingen könne auch eine Verbesserung für den Ortsteil Stetten bringen, wegen der Lage und des Waldes allerdings mit Abstrichen. Käßler: „Wir werden Stetten nicht wirklich glücklich machen.“ Der Teilort müsse zu einem anderen Zeitpunkt nochmals angeschaut werden. Bis die neuen Standorte wirklich arbeiten, dauere es etwa eineinhalb Jahre. Dann könne auch Stetten wieder zum Thema werden.

Stadträtin Sylvia Bader erkundigte sich, ob bei der anstehenden Begehung nicht auch gleich die Situation für Stetten mit abgeklärt werden könnte. Es könne nur gemacht werden, wofür es auch ein Budget gibt, antwortete der Telekom-Mitarbeiter. Oder aber sollte eine neue Technik zum Einsatz kommen. Was den Masten im Süden angeht, so sagte er, dass dieser abgebaut würde.

Manfred Roth fragte nach, ob das Flachdach der Stadthalle kein Problem darstellt, was vom Experten verneint wurde. Roth brachte dann das Musikerheim als Standort ins Gespräch, doch der Bürgermeister sagte dazu, dass das Vereinsheim des Musikvereins wiederum tiefer liege. Man könne ja aber nach der Begehung darüber sprechen.

Wie sicher die Zeitschiene für Niederstotzingen im Vergleich zu einer Großstadt sei, wollte Ursula Hegele wissen. Käßler antwortete, dass ein Standort „nicht anders behandelt“ wird als der andere.

Darauf, dass aktuell von der Telekom Internet-Verträge im Ort gekündigt werden, wies Roth hin. Man sei mit dem Unternehmen nicht immer zufrieden gewesen. Da könne Käßler nichts dazu, wandte der Bürgermeister ein. Die Stadt habe in Bezug auf die Vertragskündigungen die Telekom angeschrieben. Käßler sagte, dass er nach einer vorausgegangenen Ausschusssitzung in Niederstotzingen mit einem Kollegen über die Angelegenheit gesprochen habe. Er werde sich bemühen, ein Gesprächsangebot in einer Sitzung des Gemeinderats zu vermitteln.

Einstimmig entschied sich das Gremium dann für die Annahme des Angebots der Telekom, die genannten Standorte für die Aufstellung neuer Masten zu überprüfen.

Was ist LTE?

Die Abkürzung LTE steht für Long Term Evolution und ist eine Bezeichnung für den Mobilfunkstandard der dritten Generation und wird auch als 3.9 G bezeichnet. Die Technik ermöglicht je nach Bereich eine höhere Downloadrate von 150 Megabit pro Sekunde als ältere Standards. Genutzt wird dabei von den Mobilfunkanbietern ausschließlich das UHF-Frequenzband mit mehreren Frequenzen. LTE ist deutlich schneller als der vorige Standard UMTS. Der nächsthöhere 4 G-Standard erreicht Downloadgeschwindigkeiten bis zu 300 Mbit pro Sekunde.

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