Kläranlage Mergelstetten Kläranlage: Mit vier Millionen Euro bei der Sanierung dabei

Seit der Jahreswende 2010/11 lässt Herbrechtingen sein Abwasser in Mergelstetten reinigen. Auch Gerstetten ist Großkunde geworden. Beide Kommunen sind jetzt als Investoren gefragt, wenn die Großkläranlage saniert wird. Unser Bild von der Inbetriebnahme der Druckleitung zeigt von links BM Dr. Bernd Sipple, BM Roland Polaschek und OB Bernhard Ilg.
Seit der Jahreswende 2010/11 lässt Herbrechtingen sein Abwasser in Mergelstetten reinigen. Auch Gerstetten ist Großkunde geworden. Beide Kommunen sind jetzt als Investoren gefragt, wenn die Großkläranlage saniert wird. Unser Bild von der Inbetriebnahme der Druckleitung zeigt von links BM Dr. Bernd Sipple, BM Roland Polaschek und OB Bernhard Ilg. © Foto: Archiv
Herbrechtingen / Günter Trittner 08.01.2018
Wenn in Mergelstetten für 30 Millionen Euro die Kläranlage saniert wird, muss Herbrechtingen als Kunde auch in die Tasche greifen und mit investieren.

Dieter Frank druckst nicht herum. „Es ist nicht wenig Geld, das muss man schon sagen.“ Der Fachbereichsleiter Bau im Rathaus hat ausgerechnet, wieviel Herbrechtingen anteilig aufbringen muss, wenn in den kommenden Jahren die Kläranlage in Mergelstetten von Grund auf saniert wird. Es sind voraussichtlich vier Millionen Euro, welche die Stadt aufgeteilt über zehn Jahre zu zahlen hat.

Grenzwerte nicht eingehalten

Bis 2029, so die Pläne für die Großkläranlage, werden in Mergelstetten Nitrifikations- und Denitrifikationsbecken wie ein neues Hebewerk gebaut, welche die bisherigen Tropfkörper ersetzen. Das Problem an der bestehenden Kläranlage ist, dass die Grenzwerte für die Einleitung von Stickstoff nicht mehr gesichert eingehalten werden.

Dies ist aber nicht die einzige Investition, welche in Mergelstetten ansteht und welche von allen Nutzern der Kläranlage anteilig bezahlt werden muss. Bereits in diesem Jahr sollen die mehr als 50 Jahre alten Faultürme erneuert werden. Hierfür sind zusätzlich 5,6 Millionen Euro veranschlagt.

Kostenanteil von 13,53 Prozent

In der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung, welche Herbrechtingen im Jahr 2009 mit Heidenheim geschlossen hat, ist der Investionskostenanteil der Kommune festgelegt. Er beträgt für Herbrechtingen 13,53 Prozent.

Neben Herbrechtingen hatte sich auch Gerstetten in den zurückliegenden Jahren entschieden, anstatt die eigenen mehrere Jahrzehnte alte Klärwerke zu sanieren, sich der Großkläranlage Mergelstetten anzuschließen. In Mergelstetten wird damit das Abwasser von 75 Prozent der gesamten Bevölkerung im Landkreis gesäubert.

Bereits 2007 hatte der Herbrechtinger Gemeinderat aufgrund einer 2005 in Auftrag gegeben Machbarkeitstudie den Grundsatzbeschluss zum Bau einer Druckleitung nach Mergelstetten getroffen. Zum Jahresbeginn 2011 erfolgte nach einem zweiwöchigen Probebetrieb der 4,6 Kilometer langen Leitung der Anschluss an Mergelstetten und in Folge der Rückbau der eigenen Anlagen in Herbrechtingen und seinen Teilorten. 9,7 Millionen Euro hatte Herbrechtingen dafür investiert.

Überrascht von neuen Investitionen

Dass nun im Abstand von wenigen Jahren in Mergelstetten bereits wieder in Millionenhöhe investiert werden muss, kam für die Herbrechtinger überraschend. „Aber es bleibt uns wohl nichts anderes übrig“, meint Frank.

In Heidenheim hat der Gemeinderat in seiner Sitzung im Dezember 2017 die Planungen für die Mergelstetter Anlage gutgeheißen und begrüßt. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass es Veränderungen im Abwasser-Mix sind, welche zur der Sanierung zwingen. Die Anlage in Mergelstetten sei konzipiert worden als noch deutlich mehr Industrieabwässer angefallen sind. In den vorbereitenden Untersuchungen waren sieben Modelle vorgestellt worden, wie Stickstoff besser eliminiert werden kann.

Auch bisher hat sich Herbrechtingen gemäß seines Schlüssels an Investitionen in Mergelstetten beteiligt. Es handelte sich dabei ab 2015 zumeist um kleinere Beträge von 93.000, 41.000 und 135.000 Euro. Für 2018 ist erstmals ein höherer Betrag von 350.000 Euro zur Sanierung der Faultürme eingestellt. Die ersten 400.000 Euro für die 30-Millionen-Euro-Sanierung hat die Stadtverwaltung erstmals für 2021 eingeplant.

Zwei Millionen Kubikmeter

Aus Herbrechtingen fließen rund zwei Millionen Kubikmeter Abwasser nach Mergelstetten. Auch zu den Betriebskosten der Großkläranlage muss Herbrechtingen einen Teil beitragen. Dieser errechnet sich aus der Wassermenge und der Gesamtmenge des im Klärwerk behandelten Wassers. Die Stadtverwaltung hat deswegen seit Jahren ein Auge darauf, dass nicht sauberes Grund- und Regenwasser aufgrund von Schäden in das Kanalnetz eindringen kann und so in der Folge unnötig geklärt wird.

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