Planung Mehr Platz für Bürger und Brenz in der Dorfmitte

Der Planentwurf, der am Mittwochabend in der Magenau-Schule in Hermaringen, für die Bürger ausgehängt war. In der Mitte ist die Achse zwischen Bahnhof und Rathaus zu erkennen, die als Kern des Vorhabens gilt. Entlang der Achse und vor allem östlich davon sollen per Bebauungsplan Wohnhäuser ermöglicht werden.
Der Planentwurf, der am Mittwochabend in der Magenau-Schule in Hermaringen, für die Bürger ausgehängt war. In der Mitte ist die Achse zwischen Bahnhof und Rathaus zu erkennen, die als Kern des Vorhabens gilt. Entlang der Achse und vor allem östlich davon sollen per Bebauungsplan Wohnhäuser ermöglicht werden.
Hermaringen / JENS EBER 16.05.2013
Ein Steg zur Brenz, eine Insel im Fluss und Gebäude, die Platz für besondere Wohnformen bieten - noch sind die Pläne in einem frühen Entwurfsstadium. Dennoch lässt sich erahnen, wie sich die Hermaringer Dorfmitte in den kommenden Jahren verändern könnte.

Die Hermaringer Silhouette hat nach dem Abriss der alten Silogebäude einen so markanten wie unansehnlichen Fixpunkt verloren. Gewonnen hat die Gemeinde dagegen viel Raum für eine neue Dorfgestaltung. Dieser soll zum einen Platz für die Bürger bieten, zum anderen aber auch eine „innere Nachverdichtung“ ermöglichen, wie Bürgermeister Jürgen Mailänder am Mittwochabend erklärte. Im neuen Ortskern Süd soll nicht zuletzt die Brenz stärker als bisher einbezogen werden.

Wie das aussehen könnte, stellte Birgit Kieselmann vom Stuttgarter Architekturbüro Baldauf vor. „Herzstück“ der Entwicklung soll demnach eine Achse vom Rathaus zum Bahnhof sein, die nach dem Abriss der noch bestehenden Mühlengebäude frei würde. Im Mittelpunkt stünde eine langgezogene, breite Rampe, die vom Bahnhof zunächst zum Mühlenhof und über einen Steg zum Rathaus führen würde.

Am Brenzufer ein flacher Zugang zum Wasser

Am südlichen Brenzufer ist ein flacher Zugang zum Wasser vorgesehen. Offen ist derzeit noch, ob vom Steg aus auch ein Zugang auf die Brenzinsel entstehen könnte. Dieser Bereich werde derzeit noch für ein Artenschutzgutachten erkundet, so Bürgermeister Mailänder.

Entlang der Achse sieht der Entwurf mehrere Wohnhäuser vor, darunter auch Gebäude für „besondere Wohnformen“, die laut Mailänder derzeit entwickelt werden. In einem größeren Bau sollen zudem barrierearme Wohnungen entstehen. An der Brenz Richtung Osten, im momentanen Obstgarten und am Standort der alten Lagerhallen an der Bahnlinie sollen weitere Flächen für Wohnbebauung entstehen.

Bürgermeister Mailänder zufolge laufen derzeit Gespräche mit Grundstückseigentümern. Demnach könnte die Gemeinde noch dieses Jahre einen Großteil der Flächen erwerben. Ziel sei, 2014 mit dem Bauen beginnen zu können. Im Vordergrund stünde dabei, den direkten Bereich zwischen Rathaus und Bahnhof umzugestalten, die weiteren Bereiche könnten je nach Bedarf bebaut werden.

Keinen Einfluss auf private Flächen

Der östliche Bereich des geplanten Bebauungsplans umfasst private Fläche. Dort könne künftig zwar gebaut werden, die Gemeinde habe darauf aber keinen Einfluss, so Mailänder.

Künftigen Bauherren soll zwar für die Gestaltung ihrer Eigenheime weitgehend freie Hand gelassen werden, dennoch wolle man zumindest Tipps geben, wie sich Bauten ins Orts- und Landschaftsbild einfügen könnten.

Gemeinderat Hans-Dieter Diebold betonte in der Diskussion, es handle sich um einen Entwurf mit ersten Ideen. Diesen gelte es auch kritisch zu hinterfragen, zumal auch etliche technische Fragen noch offen seien. „Wir sind in der ersten Runde und können auch noch kreativ rangehen“, so Diebold.

Bürgermeister Mailänder bestätigte, es bestehe keine Eile. Noch seien weitere Ideen gefragt, nicht zuletzt auch aus der Bürgerschaft heraus. In den kommenden Wochen will die Verwaltung daher nicht nur die Pläne öffentlich auslegen und im Internet veröffentlichen, sondern auch Anregungen der Bürger sammeln. Sollten viele neue Ideen eingehen, könnte es noch einen weiteren Info-Abend geben, bevor der Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren vorantreibt.

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