Ökumene Dekan Sven van Meegen wünscht sich mehr Gemeinschaft der Christen

Auch das Buffet zum Neujahrsempfang wird am Samstag von Helfern aller christlicher Gemeinden hergerichtet
Auch das Buffet zum Neujahrsempfang wird am Samstag von Helfern aller christlicher Gemeinden hergerichtet © Foto: Archiv
Günter Trittner 09.01.2018
Dekan Sven van Meegen wünscht sich mehr christliches Miteinander in der Stadt und gestaltet Gottesdienst und Empfang erstmal komplett ökumenisch.

Von der Nummerierung her steht am kommenden Samstag der 42. Neujahrsempfang in Herbrechtingen an. Dennoch: In ihrer Art wird die Veranstaltung in der katholischen Gemeinde von St. Bonifatius diesmal einmalig sein. Dekan Sven van Meegen wird den um 18 Uhr beginnenden Gottesdienst und den anschließenden Empfang erstmals komplett ökumenisch gestalten.

Geglückter Versuch

Nach einem als geglückt empfundenen „Versuchsballon“ im vergangenen Jahr, als der katholische Dekan die neuapostolische Gemeinde zur Gestaltung des Gottesdienstes eingeladen hatte, sind heuer alle christlichen Konfessionen am Ort eingebunden. Mit den Katholiken feiern die evangelischen und neuapostolischen Christen wie die Stadtmission (Chrischona). Von diesem Neujahrsempfang soll für Dekan van Meegen dabei zugleich ein Impuls für alle Christen ausgehen, künftig die Stadtgesellschaft stärker miteinander zu gestalten. „Da steckt ganz viel Potenzial dahinter.“

Was ist typisch?

?Bereits für das laufende Jahr geplant ist eine Reihe von Treffen, bei der die christlichen Gemeinden sich vorstellen, und indem sie dass zeigen, was für sie typisch ist, mehr Verständnis füreinander wachsen kann. „Es gibt viel mehr, was uns verbindet als was uns trennt“, weiß Dekan van Meegen, der in der Gemeinde Niederstotzingen bereits vor drei Jahren solch einen Prozess der wechselseitigen Vorstellung und Annäherung begonnen hat. Die positive Resonanz in Nachbarort der Seelsorgegemeinschaft Lone-Brenz und auch die große Zahl der Besucher dieser Treffen macht van Meegen Mut, nun auch mit der in ihrem Selbstverständnis ganz verschiedenen Einwohnerschaft von Herbrechtingen diesen Weg einzuschlagen.

Etliche Vorgespräche

Bekräftigt fühlt sich der Dekan durch eine Reihe von Vorgesprächen mit Vertretern der evangelischen Kirche vor Ort. „Es geht mir nicht um eine Hurra-Ökumene“, verdeutlicht van Meegen. Vielmehr sollen die Treffen ehrlich und authentisch sein. Man solle auch offen sagen dürfen, wo man sich durch die andere Seite verletzt fühle und wo man sich im Glauben verbunden weiß. Zuversichtlich ist van Meegen, dass sich auf diesem Weg christliche Projekte entwickeln ließen. Und zumindest lernte man sich kennen. „Weiß jeder Katholik, wo in Herbrechtingen die neuapostolische Kirche ist?“

Erster Empfang im Jahr 1976

Von seinem Ursprung her ist der Neujahrsempfang eine katholische Veranstaltung, der sich die weltliche Kommune angeschlossen hat. Im Jahr 1976 war im Gemeindesaal von St. Bonifatius der erste Neujahrsempfang ausgerichtet worden.

Katholischer Ursprung

Die Initiative dürfte vom katholischen Pfarrer Erich Walter Tremp ausgegangen sein, ein bis heute in der Gemeinde gerne und nicht nur wegen seiner geselligen Art in Erinnerung gebliebener Seelsorger. Ihm als Gastgeber stand der damals noch junge Bürgermeister Peter Kiefner zur Seite, der mit dem Pfarrer zusammen die erste Gästeliste zusammenstellte. Die evangelische Kirche ist seit Jahr und Tag im Kreis der Redner vertreten, die beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal ein Grußwort sprechen.

Am kommenden Samstag wird der abendliche Gottesdienst von allen Konfessionen gemeinsam gefeiert. Es wird eine Dialogpredigt geben und gemeinsame Fürbitten. Auch das Buffet, das bislang ausschließlich von Helferinnen der katholischen Gemeinde hergerichtet wurde, geht nun in ökumenische Hände über. „Wir wollen zusammenwachsen als Christen in der Stadt“, sagt van Meegen.