Brauch Maibaum: Herbrechtingen hat Ersatz

Sitzt, passt und sieht gut aus: Herbrechtingens Maibaum Nummer zwei.
Sitzt, passt und sieht gut aus: Herbrechtingens Maibaum Nummer zwei. © Foto: Jennifer Räpple
Herbrechtingen / 02.05.2013
Auch wenn übelwollende Menschen dies hatten verhindern wollen, der Herbrechtinger Maibaum steht inzwischen in vollem Schmuck an seinem angestammten Ort. Sein Vorgänger war zu Brennholz geworden.

Es war eine Schrecksekunde, als Gerhard Krämer, der Vorsitzende des Heimatvereins, am Dienstagmorgen darüber informiert wurde, dass der im städtischen Bauhof gelagerte Maibaum über Nacht zersägt worden war. Aber es war nur eine Sekunde, dann wurde gehandelt.

Ein paar Telefonate, und schon machten sich einige männliche Mitglieder des Heimatvereins mit Unterstützung des Bauhofs auf in den Wald in Richtung Ugental. Eine Stunde später war eine 21 Meter hohe Fichte gefällt, geräppelt und bereit, ein Maibaum zu sein. „Eigentlich ist dieser noch schöner als unser erster Baum“, meinte Krämer am Abend des Aufstellens, „vor allem die Spitze.“

Etwas Sorge machte Krämer, dass der frische Stamm noch etwas rutschig sein könnte. Doch die Feuerwehr bewies auch in diesem Jahr ihr Können an den „Schwalben“. Mit fünf dieser Holzstangenpaare unterschiedlicher Länge stemmte die Herbrechtinger Wehr binnen einer guten halben Stunden den Maibaum in die Senkrechte. Beteiligt waren 30 Feuerwehrleute und 17 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Und der Musikverein Herbrechtingen, der musikalisch den Takt vorgab.

Trotz niederer Temperaturen und frischem Wind hatten sich viele Besucher am Rathausplatz eingefunden. Diese sahen abschließend die Tanzvorführungen des Schwäbischen Albvereins. Dieses Jahr zeigten die Paare einen Bändertanz um einen kleinen Maibaum.

Die überörtliche Tanzgruppe hat ihre Heimat beim Gerstetter SAV. Zwei Tage zuvor, am 28. Mai war sie auch an einem Rekordversuch beteiligt gewesen. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Schwäbischen Albvereins hatten auf dem Ulmer Münsterplatz 388 Tänzer um acht Bäume das Publikum begeistert. In Herbrechtingen war man zuversichtlich, damit ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. 

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