Steinheim Luchs riss Reh: Seltene Wildkatze bei Steinheim nachgewiesen

In den Steinheimer Wäldern riss ein Luchs ein Reh. Für den Menschen ist die seltene Katze ist keine Bedrohung.
In den Steinheimer Wäldern riss ein Luchs ein Reh. Für den Menschen ist die seltene Katze ist keine Bedrohung. © Foto: Archiv
Steinheim / Patrick Vetter 04.06.2018
Selten und scheu: Aber die größte Wildkatze Europas hält sich womöglich schon länger in der Region um Heidenheim auf.

In kurzer Zeit wurden dieses Frühjahr mehrere Rehe um Steinheim gerissen - dies führte dazu, dass man die Fälle genauer untersuchte.

Verantwortlich für den Tod von zwei Rehen waren ein Hund und ein Fuchs. Bei einem weiteren getöteten Tier konnte nicht auf Anhieb klar festgestellt werden, von welchem Tier es gerissen wurde.

Der Wildtierbeauftragte des Landkreises, Andreas Kühnhöfer, nahm das Reh daher mit zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart zu Schulungszwecken.

DNA-Analyse schafft zusätzliche Sicherheit

Wie sich dort und in der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg anhand der Bissspuren herausstellte, wurde das Tier von einem Luchs gerissen. Die Auswertung der DNA-Analyse steht allerdings noch aus.

Diese soll am Senckenberg Institut in Frankfurt durchgeführt werden. Auf die Ergebnisse müsse man noch etwa fünf Wochen warten. „Dann kann man vielleicht auch sagen, woher der Luchs kam und um welches Tier genau es sich handelt“, sagt Kühnhöfer.

In Baden-Württemberg gebe es derzeit drei bis vier Exemplare. Von einigen habe man bereits Proben genommen oder sie wurden sogar mit einem Sender versehen. Wenn es sich in Steinheim um eines dieser Tiere handele, könne man seine Wanderroute zurückverfolgen.

Keine Gefahr für den Menschen

Ein Luchs - ist das gefährlich? Für Spaziergänger bestehe keine Gefahr: „Übergriffe auf den Menschen oder Hunde sind nicht bekannt“, so Kühnhöfer. Der Luchs fresse Rehe und manchmal Wildschweine. „Auf die Population der Arten oder auf die Jagd hat das keine Auswirkungen“, beruhigt der Experte.

In ganz Deutschland gebe es zur Zeit etwa 77 Luchse. „Die nächste Population gibt es im Schweizer Jura“, erklärt Kühnhöfer. Der Luchs, der im Steinheimer Wald ein Festmahl hielt, stamme vermutlich von dort.

„Nur die männlichen Tiere wandern so weite Strecken“, erklärt der Wildtierbeauftragte. Weibchen blieben einem Territorium treu oder nähmen das nächste freie ein. Dass der Luchs sich in nächster Zeit auf der Schwäbischen Alb ansiedle, sei daher also unwahrscheinlich.

Es könne aber durchaus sein, dass sich ein Tier auf der Durchreise längere Zeit in einem Gebiet aufhalte. So gebe es vage Hinweise aus dem Ostalbkreis, dass der Luchs aus Steinheim schon länger in der Region lebt. Auch wenn Nahrung und Lebensraum laut Kühnhöfer passen, werde der Luchs auf der Schwäbischen Alb trotzdem nicht ausgewildert, wie es etwa im Schwarzwald der Fall ist. Ob er hier je wieder eine dauerhafte Heimat findet, bleibt offen.

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