Bildung Lernort: Wo Kinder übers Wasser lernen

Die ersten Pläne für einen Lernort an der Brenz in Bergenweiler liegen vor und wurden im Gemeinderat leidenschaftlich diskutiert: Brenzwasser wird über eine Sperre in einen kleinen Teich strömen und über entsprechende Spielgeräte die Phantasie der Nutzer anregen.
Die ersten Pläne für einen Lernort an der Brenz in Bergenweiler liegen vor und wurden im Gemeinderat leidenschaftlich diskutiert: Brenzwasser wird über eine Sperre in einen kleinen Teich strömen und über entsprechende Spielgeräte die Phantasie der Nutzer anregen.
Bergenweiler / Klaus-Dieter Kirschner 07.02.2014
Die genaue Möblierung des Lernortes an der Brenz ist noch nicht beschlossen. Aber Einigkeit herrschte im Gemeinderat darüber, wie dieser „Wasser-Spielplatz“ in Bergenweiler aussehen soll. Bei vollem Programm liegen die Baukosten bei 149 000 Euro.

Die finanzklamme Gemeinde muss aber die Summe nicht komplett aus dem Steuersäckel begleichen. Die Glücksspirale übernimmt mit 74 950 Euro die Hälfte der Baukosten; weitere 20 Prozent wird in Höhe von 29 980 Euro aus dem Topf chance.natur aus Bayern überwiesen. So bleiben 44 970 Euro an Sontheim hängen.

Nach der Dezember-Sitzung hatte sich die Gemeinde zusammen mit Landschaftsarchitekten Andreas Walter auf die Suche nach Alternativstandorten gemacht. Auch wurde das Gespräch mit Kraftwerksbetreiber Hepp gesucht. Dieser hatte keine Bedenken, liegt doch die Fläche für den Lernort an der Brenz unterhalb des Auslasses des Mühlkanals.
 


In der Dezember-Sitzung war strittig, ob Wasser aus der Brenz im Lernort überhaupt genutzt werden kann (wir berichteten). Die Diskussion im Dezember ergab ein unterschiedliches Bild. Aus topographischen Gründen hatte Walter damals die Nutzung von Brenzwasser ausgeschlossen.

Die nun in der ersten Sitzung im neuen Jahr vorgelegten Pläne offenbarten: Es geht doch. Durch entsprechende Gitter gesichert, wird der Lernort direkt neben der Brenz einen kleinen Teich bekommen. Die tiefste Stelle soll 60 Zentimeter messen. Auf dem Teich könnte ein Kinderfloß installiert werden. Das durch ein Seil gesicherte Floß erlaubt das Übersetzen über den See nach alter Flößersitte. Im Gespräch ist weiterhin eine „verwunschene Mühle“ und natürlich ein Matschbereich und diverse Spielgeräte.

Wasser in vielen Faceten kennenlernen

„An dem Lernort sollen Kinder (und Erwachsene) das Wasser in seinen vielen Facetten kennenlernen“, sagte Andreas Walter. So könnte es eine „Archimedische Schraube“ geben, bei dem der Kraftaufwand erlebbar ist, der bei der Wasserförderung nach oben notwendig ist. Interaktives und gemeinsames Spiel sei an der erwähnten Mühle ebenso garantiert wie der Bewegungsdrang auf Kletterstämmen und Hüpfsteinen, sagte Walter.

Der Lernort an der Brenz ist Teil einer Kette von Lernorten, die zwischen Königsbronn und Gundelfingen geplant seien, sagte Bürgermeister Matthias Kraut und verwies noch einmal auf die Zuschusssituation. Aktuell sind es 70 Prozent: Eine einmalige Chance also.

Hermann Gröner, der Vorsitzende der 1971 gegründeten Vereinsgemeinschaft Bergenweiler, kam in der Sitzung noch vor der Ratsdebatte als sachverständiger Bürger zu Wort. Er begrüßte das Vorhaben als solches. Die 45 000 Euro Investitionskosten seien jedoch kein Pappenstiel. Bergenweiler bekomme an der Stelle einen weiteren Spielplatz. Gröner kritisierte in dem Zusammenhang, dass die Gemeinde die Anlieger noch nicht in Sachen Lernort kontaktiert habe. Wünschenswert wäre auch eine Bürgerversammlung.

Die Ortsmitte aufwerten

„Schön, dass die Vereinsgemeinschaft dahinter steht,“ sagte Bürgermeister Kraut und versprach, die Anlieger ins Boot zu holen. Auch würde man sich über Eigenleistungen der Vereinsgemeinschaft freuen: „Wir konnten vorher noch nicht in die Anhörung gehen, weil ja durch den Gemeinderat noch keine Standortentscheidung gefallen war.“

Gemeinderätin Dagmar Krüger (FWV) befürwortete die Einrichtung eines Lernortes an dem Platz: „Es handelt sich um ein Generationen übergreifendes Angebot, das die Ortsmitte aufwertet. Angesichts der Fördergelder sollte man diese einmalige Chance wirklich nutzen.“

SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer stellte die Frage, ob man mit dem Vorhaben nicht den Maßnahmen der Altdorf-Sanierung vorgreifen könnte. Über die Details der Gelände-Nutzung müsste aber noch geredet werden. Immerhin gehe es um 150 000 Euro Baukosten, von denen 49 000 Euro an der Gemeinde hängen bleiben werden.

Jürgen Mäck (SPD) warnte davor, den Lernort an der Brenz als „Leckerli“ hinzuwerfen und die drängenden Aufgaben in Bergenweiler weiter vor sich herzuschieben. Man warte auf ein schnelles Internet schon lange.

Eine gewaltige Summe

Walter Unseld (FWV): „Wir hörten hier heute sicher nichts falsches. Aber die 50 000 Euro für den Lernort sind eine gewaltige Summe. Wir hörten heute wieder kein Wort über die Folge- und Unterhaltskosten.“ Dann möge man doch die Suche nach Sponsoren angehen, schlug Elisabeth Lahmayer (SPD) vor. Von Eigenleistungen redete der Bürgermeister und sprach die Vereinsgemeinschaft direkt an. Manfred Heli wollte angesichts der angespannten Haushaltslage „heute noch nicht die Pläne im Detail beschließen.“ 15 000 Euro für die verwunschene Mühle seien wirklich enorm.

Bei dem Stand der Diskussion wünschte sich Jürgen Mühlberger (CDU), dass „auch wirklich der Lern-Charakter bei dem Vorhaben dominiert“.

Walter Unseld stimmte als einziger dagegen, als der Gemeinderat für den Lernort an der Brenz votierte und dabei aber noch offen ließ, welche Spielgeräte und Attraktionen an der Brenz aufgestellt werden sollen.

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