Herbrechtingen Wohngebiet Lehmgrube bekommt Zufahrt aus Süden

Die Zufahrt zur Lehmgrube soll von der südlichen Ulmer Steige aus möglich sein.
Die Zufahrt zur Lehmgrube soll von der südlichen Ulmer Steige aus möglich sein. © Foto: Geyer-Luftbild
Herbrechtingen / Michael Brendel 13.03.2018
Der Gemeinderat hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, das künftige Wohngebiet Lehmgrube vom oberen Ende der Ulmer Steige aus für den motorisierten Verkehr zu erschließen.

Wenn Menschen sich irgendwo niederlassen, dann bringen sie meist auch Autos mit. Und die wollen in Wohngebieten nicht nur abgestellt werden, sondern überhaupt erst einmal dorthin gelangen. Die Frage der Verkehrserschließung bestimmt deshalb maßgeblich das künftige Gesicht der knapp vier Hektar großen Lehmgrube, wobei der Gemeinderat jetzt die grundsätzliche Linie vorgegeben hat.

Unter fünf Varianten entschied sich das Gremium bei der Gegenstimme von Manfred Strauß (CDU) und zwei Enthaltungen für jene, die eine Zufahrt vom südlichen, das heißt oberen Ende der Ulmer Steige vorsieht. Außerdem ist eine Verbindung zur Abt-Fulrad-Straße und damit zum Bau-/Wohngebiet beim Kloster vorgesehen.

Fünf Varianten zur Auswahl

Eine Handvoll Lösungsvorschläge hatte Norbert Dommel, Leiter des gleichnamigen Heidenheimer Ingenieurbüros, in die jüngste Sitzung des Gemeinderats mitgebracht, und schnell kristallisierte sich mit dem genannten Entwurf ein Favorit heraus. Er beinhaltet zwei Nord-Süd-Achsen innerhalb der Lehmgrube und eine Einmündung in die Alt-Ulmer-Straße. Sie könnte bei Bedarf als Anbindung für ein künftiges Wohngebiet südlich der Landhaussiedlung dienen.

Und noch einen Weg wollen sich Gemeinderat und Verwaltung nicht verbauen: Weil sich die dafür benötigte Fläche in Privatbesitz befindet, kann die allgemein als solche erachtete Ideallösung derzeit zwar nicht verwirklicht werden – ein Kreisverkehr vis-à-vis der Uhlandstraße. Allerdings soll unweit dieser Stelle ein Fußweg zur Langen Straße angelegt werden, der sich zu einer Zufahrt erweitern ließe, falls das Grundstück doch einmal verfügbar sein sollte.

Zunächst ein Spielplatz?

Redner aller Fraktionen sprachen sich für dieses Vorgehen aus, Verena Leibersberger (Freie Wähler) plädierte außerdem dafür, bis dahin auf der Freifläche einen Kinderspielplatz einzurichten. Dieter Frank, Leiter des Fachbereichs Bau, verwies auf einen weiteren Vorteil: Fußgänger könnten auf kürzestem Weg zur Bushaltestelle bei der Uhlandstraße gelangen.

Gefallen fand auch Franks Vorschlag, auf einem der Stadt gehörenden Grundstück zwischen dem Evangelischen Kinderzentrum und der Firma Schlatterer einen Fuß- und Radweg zur Eselsburger Straße zu bauen.

Rücksicht auf Werksverkehr

Verknüpft ist damit die grundsätzliche Überlegung, welche Rolle der nördliche Abschnitt der Alt-Ulmer-Straße künftig spielen soll. Während Andreas Hof (Freie Wähler) befand, es handele sich um eine öffentliche Straße, und der Werksverkehr des auf beiden Seiten vertretenen Unternehmens sei „nicht gravierend“, verwies der Beigeordnete Thomas Diem darauf, unabhängig von Sicherheitserwägungen und weiteren Entwicklungen am Firmenstandort stehe die Stadt „bei Schlatterer im Wort, alles zu tun, dass der Verkehr dort nicht weiter zunimmt“.

Auch Susanne Walter (SPD) wollte das Augenmerk der Planer auf diesen Punkt gerichtet sehen, „weil die Menschen den kürzesten und bequemsten Weg nehmen“. Martin Müller (Freie Wähler) teilte diese Ansicht und lobte wie Manfred Strauß und Dieter Mathes (beide CDU) die Absicht, einen Kreisverkehr bei der Uhlandstraße nicht aus den Augen zu verlieren.

Tempo 50 auf Ulmer Steige?

Was den Verkehrsfluss innerhalb der Lehmgrube betrifft, formulierte Peter Koptisch (Freie Wähler) die Erwartung, die drei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Achsen führten zu einer Entzerrung. Eine Verlangsamung ist auf der Richtung Stadtmitte führenden Ulmer Steige erwünscht. Hofs Vorschlag: Möglichst weit oben eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit: „Tempo 30 wäre übertrieben, aber mit 50 wäre viel gewonnen.“ Auch ein von Bäumen flankierter Verkehrsteiler wäre nach Franks Ansicht geeignet.

Woher stammt der Name Lehmgrube

Die Lehmgrube ist ein Flurstück im Süden von Herbrechtingen. Es liegt zwischen der bergan Richtung Eselsburg führenden Ulmer Steige und der Alt-Ulmer-Straße. Der Name des Geländes kommt vermutlich daher, dass von dort aus einst die alte Gemeindeziegelei gegenüber dem heutigen Heimatmuseum und eine weitere Ziegelei, die in den 1860er-Jahren zwischen der Ulmer und der Hermaringer Steige stand, mit frischem Lehm versorgt wurden. Diese Ziegelei wurde aber schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder stillgelegt. In Heidenheim gibt es noch eine weitere Lehmgrube. Sie besteht aus drei Flurstücken und befindet sich rechter Hand der Bundesstraße 19 Richtung Mergelstetten.

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