Niederstotzingen / Klaus Dammann Eine Machbarkeitsstudie zeigt auf, dass die Umrüstung bis ins Jahr 2025 andauern wird.

Energie- und damit Kosteneinsparung sind die wesentlichen Aspekte, die für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED sprechen. Hinzu kommen ein geringerer Wartungsbedarf als bei herkömmlichen Leuchten bei gleichzeitig bis zu fünffacher Lebensdauer und besserer Ausleuchtung. Alles Punkte, die für den Niederstotzinger Gemeinderat das Thema sehr interessant machen.

In der Sitzung am Mittwochabend sagte Bürgermeister Marcus Bremer: „Ein erster Schwung an Leuchten ist ja schon umgerüstet.“ Er nannte hier eine Zahl von rund 1200. Bei weiteren 820 müsse dies noch erfolgen.

Um die Aufgabe „strukturiert“ weiterführen zu können, sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, so Bremer. Diese soll als eine Grundlage für die Haushaltsplanung der kommenden Jahre dienen. Für 2019 sei ein Zuschussantrag gestellt worden.

Matthias Maier vom Büro Hofmann Planung und Entwicklung (HPE) aus Johanniskirchen erläuterte den Stadträten dann die Ergebnisse der Studie. Dem Büro liege der Bestand an Straßenlampen in Niederstotzingen und seinen Ortsteilen in Listen- und Kartenform vor. Es seien 17 verschiedene Leuchtentypen mit verschiedenen Leistungsstufen im Stadtgebiet vorhanden – sowohl dekorative Schmuckleuchten wie technische Leuchten.

Dimmung in Nachtstunden

Maier schilderte die Vorteile einer Umstellung auf LED-Lampen, die auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende darstelle. Die Leuchten seien gemäß ihrer Wattleistung in vier Gruppen eingeteilt worden, denen bestimmte LED-Leistungen zugeordnet wurden. Darüber hinaus sei eine Reduzierung der Leuchtstärke durch Dimmung in mehreren Nachtstunden auf 80 oder 50 Prozent untersucht und in Bezug auf wirtschaftliche Machbarkeit berechnet worden. Ergebnis sei eine Energieeinsparung von bis zu 73 Prozent bei einer Amortisationszeit von etwa 5,6 Jahren.

550 der umzurüstenden Leuchten seien technischer Art, sagte Maier. Hier würden soweit möglich lediglich die Leuchtenköpfe ersetzt, während die Masten weiterverwendet würden. An Kosten nannte er die Summe von 206 000 Euro, eine 20-prozentige Förderung sei möglich.

Im Fall der dekorativen Leuchten gebe es zwei Varianten. Bei Möglichkeit eins könne ein LED-Einsatz in die bestehenden Lampen genügen, allerdings mit nicht optimaler Ausleuchtung. Fördermittel gebe es dabei nicht. Kostenpunkt: 139 500 Euro. Im anderen Fall komme es zum Komplettersatz von Leuchte und Mast, teils mit neuen Standorten. Förderfähig seien nur die Leuchtenköpfe, die Kosten lägen bei 279 000 Euro.

Abschließend befand Maier die LED-Umrüstung in Niederstotzingen für technisch machbar. Beim bis 2025 ausgerichteten Zeitplan hatte er eine Ausführung von „wirtschaftlich optimal“ bis „wirtschaftlich schlecht“ gestaffelt. Entsprechend verfügbarer Haushaltsmittel schlug er einen jährlichen Ansatz von 70 000 Euro vor.

Schlechter Mastenzustand?

In der Diskussion erkundigte sich Stadtrat Uli Lindenmayer, ob eine Art Bewegungsmelder zur Aktivierung der gedimmten Leuchten in der Nacht denkbar sei. Technisch sei es möglich, so der Planer, aber kostenmäßig aufwendig. Berthold Wetzler sprach den rostigen Zustand einzelner Masten an und wollte wissen, ob deren Austausch auch berücksichtigt sei. Der Großteil sei in Ordnung, sagte Maier. Aber betroffene Masten könnten aufgenommen werden. Der Bürgermeister ergänzte, dass die Standsicherheit ohnehin geprüft werden müsse. Aus Kostengründen könne aber nicht jeder optisch beeinträchtigte Mast ersetzt werden.

Ob Niederstotzingen mit der Umrüstung im Vergleich zu anderen Kommunen hintendran oder Vorreiter sei, wollte Marianne Nikola wissen. „Eher mittendrin“, antwortete der Planer. Aus Sicht der Stadtverwaltung sei es wichtig, an der Sache dranzubleiben. Der „Masterplan“ für die LED-Umstellung wurde vom Gemeinderat dann einstimmig gebilligt.

Kalkulationen für die Umrüstung

Die Gesamtinvestitionen zur Umrüstung von rund 820 Lampen der Straßenbeleuchtung in Niederstotzingen auf LED wurden im günstigeren Fall auf 345 460 Euro beziffert.

Für 2020 wurde die Summe von 63 840 Euro angegeben, für 2021 von 58 520 Euro, für 2022 von 59 660 Euro, für 2023 von 44 440 Euro, für 2024 von 68 500 Euro und für 2025 von 50 500 Euro.

Bei der Stadt wird für 2019/2020 mit rund 100 000 Euro an Kosten kalkuliert.