Kreis Heidenheim Landwirt will Energie statt Mais ernten

Nicht ganz so riesig wie der 19 Hektar große Solarpark in Ochsenberg wird die Fotovoltaikanlage, die in naher Zukunft auf einem ehemaligen, 21 000 Quadratmeter großen Maisacker auf Höhe der Gärtnerei Spengler in Herbrechtingen entstehen soll.
Nicht ganz so riesig wie der 19 Hektar große Solarpark in Ochsenberg wird die Fotovoltaikanlage, die in naher Zukunft auf einem ehemaligen, 21 000 Quadratmeter großen Maisacker auf Höhe der Gärtnerei Spengler in Herbrechtingen entstehen soll. © Foto: Archiv, Oliver Vogel
Kreis Heidenheim / Günter Trittner 05.12.2018
Das Bebauungsplanverfahren für eine Anlage mit 7000 Modulen auf einer landwirtschaftlichen Fläche kann starten. UBV-Ausschuss und Gemeinderat unterstützen das Vorhaben.

Auf Höhe der Gärtnerei Spengler, jenseits der Landesstraße L 1082 und der Bahnlinie, möchte ein Landwirt auf seinem Grund eine Fotovoltaikanlage errichten.

7000 Module sind auf einer Fläche von 21 000 Quadratmetern vorgesehen, die eine Leistung von fast 2000 Kilowatt Peak (kWp) haben. Der Ausschuss für Umwelt, Bauwesen und Verkehrsangelegenheiten, der bereits mit dieser Angelegenheit befasst war, unterstützte das Vorhaben und auch der Gemeinderat hat jetzt den Weg für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahren für das Flurstück Kleine Halde geebnet.

Es gab aber auch in diesem Gremium Kritik, die sich vor allem daran entzündete, dass landwirtschaftliche Fläche ihrer angestammten Nutzung entzogen wird. „Das gehört eigentlich auf Dächer“, meinte Martin Müller, der Sprecher der Freien Wähler, „ich bin kein Freund von Freiflächenanlagen.“

Zu groß für ein Hausdach

So wenig war dies Jörg Ehlers (SPD), der in Sorge um die Ökobilanz war. „Wir sollten nicht jedes Fleckchen zubauen.“ Hermann Mader (Freie Wähler) sah die Anlage als eine Konsequenz der postulierten Energiewende, die es zu bejahen gelte. Zudem bekäme man eine Anlage dieser Größenordnung nicht auf Hausdächer. Dieter Frank, Leiter des Fachbereichs Bau im Rathaus, verwies zum Vergleich auf die Fotovoltaikanlage auf der neuen Bibrishalle. Sie hat eine Leistung von 300 kWp.

Noch ein Argument hatte Mader: „So eine Anlage lässt sich rasch wieder abbauen. Das ist anders als Gundremmingen, wo man eine Last über Jahrhunderte hat.“ Andreas Hof (Freie Wähler) hatte als Landwirt dennoch seine Zweifel, ob bei den Solarfeldern alles so leicht rückbaubar ist. „Da sind auch Fundamente im Boden.“

Renate Reiss (Freie Wähler) hielt die Fotovoltaikanlage für eine gute Alternative und dies auch vor dem Hintergrund, dass mittlerweile scheinbar keine Art der Energiegewinnung mehr akzeptiert werde. Müller war aber nicht nur Kritiker, er war auch Befürworter. Das Gelände sei, da eine Mulde, kaum einsehbar, zudem ein Maisacker gewesen. Bei einer Solaranlage an dieser Stelle sah Müller sogar die Chance, dass die Biodiversität sich auf dieser Fläche erhöhen wird. „Es wird nicht mehr gespritzt.“ Die Entscheidung für das Bebauungsplanverfahren, das der Antragsteller selbst bezahlen muss, wurde bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen getroffen. Wie Bürgermeister Dr. Bernd Sipple erläuterte, hätte der Bauer die Einleitung auch auf dem Rechtsweg durchsetzen können, da er nach Landesrecht eine direkt neben einer Bahnlinie gelegene Fläche umwandeln darf. „Das Land hat das höhere Recht.“

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