Königsbronn Abriss ohne Ende: Landratsamt erhöht den Druck weiter

Königsbronn / Carolin Wöhrle 11.07.2018
Nach dem monatelangen Stillstand auf der Baustelle droht dem Aalener Abrissunternehmen jetzt ein Zwangsgeld.

Mehr als sieben Monate sind vergangen, seit das Heidenheimer Landratsamt den Abriss der Königsbronner Klosterbrauerei gestoppt hatte. Das Aalener Abbruchunternehmen hatte mit den Arbeiten begonnen, ohne vorher ein entsprechendes Abbruch- und Entsorgungskonzept vorzulegen.

Was darauf dann folgte, war ein monatelanges Hin und Her voller Aufforderungen, Fristsetzungen, unzureichenden Unterlagen und erneuten Fristsetzungen.

Der Geduldsfaden wird dünner – bei vielen Königsbronnern, aber auch bei Georg Feth, Dezernent für den Bereich Umwelt und Ordnung beim Landratsamt. „Wir haben der Firma Auflagen gemacht und sie hat die gesetzten Fristen immer wieder ausgereizt“, sagt er.

Mittlerweile konnte das Aalener Unternehmen zwar nachweisen, dass die bereits abgebrochenen Gebäudeteile ordnungsgemäß entsorgt wurden, was jetzt allerdings nach wie vor fehlt, ist ein Konzept für den Abbruch des bereits schief stehenden Kamins. Hierfür wurde nun erneut eine Frist gesetzt – bis kommenden Freitag. Dann muss entweder die Firma selbst einen entsprechenden Plan beibringen oder aber nachweisen, dass sie einen Statiker damit beauftragt hat.

Zwangsgeld ist fünfstellig

Tut sie das nicht und lässt die Frist erneut verstreichen, folgt laut Feth ein Zwangsgeld: „Wir haben die Eskalationsstufe hochgedreht, aber wir können das nur innerhalb der vom Vollstreckungsrecht vorgesehenen Stufen tun.“ Wie hoch dieses Zwangsgeld genau ist, sagt Feth nicht, aber: „Wir bewegen uns hier im fünfstelligen Bereich.“

Ein solches Zwangsgeld, das auch zukünftig noch weiter nach oben geschraubt werden kann, ist die eine Maßnahme. Die andere sind parallel dazu laufende Überlegungen, was mit der Brauerei geschehen soll, sollte sich das Unternehmen auch weiterhin verweigern. „Es ist eigentlich ein Gedanke, den wir nicht unbedingt weiterspinnen wollen, aber rein theoretisch können wir auch eine andere Firma mit dem Abbruch beauftragen.“ Dann allerdings zunächst einmal auf eigene Kosten. Vielen Königsbronnern wäre es wohl so oder so recht – Hauptsache, die Brauerei verschwindet in absehbarer Zukunft. Angesichts des Schornsteins, der bereits etwas schief steht, stellt sich ohnehin die Frage, wie sicher die Lage vor Ort noch ist. Georg Feth versichert aber, dass das Gebäude regelmäßig kontrolliert wird. „Zudem stehen wir natürlich in direktem Kontakt mit der Gemeinde.“ Weder Gebäude noch Schornstein sind akut einsturzgefährdet.

Feth hofft natürlich trotzdem, dass die erneute Frist und im Notfall die Zwangsmaßnahmen greifen werden und der Firma die Abrisserlaubnis endlich erteilt werden kann. „Dann allerdings muss auch klar sein, dass innerhalb von etwa zwei Wochen mit den Arbeiten begonnen werden muss“, sagt Feth. „Wir warten nicht wieder ein halbes Jahr.“

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