Medizin Landräte zeigen Einigkeit

Die Landräte aus der Region und von beiderseits der weiß-blauen Landesgrenze bei ihrem Erfahrungsaustausch. Von links: Thomas Reinhardt (Heidenheim), Leo Schrell (Dillingen), Heinz Seiffert (Alb-Donau-Kreis), Hubert Hafner (Günzburg), Klaus Pavel (Ostalbkreis) und Stefan Rößle (Donau-Ries).
Die Landräte aus der Region und von beiderseits der weiß-blauen Landesgrenze bei ihrem Erfahrungsaustausch. Von links: Thomas Reinhardt (Heidenheim), Leo Schrell (Dillingen), Heinz Seiffert (Alb-Donau-Kreis), Hubert Hafner (Günzburg), Klaus Pavel (Ostalbkreis) und Stefan Rößle (Donau-Ries).
Ostwürttemberg/Dillingen / 05.02.2014
DILLINGEN. Intensivieren wollen die Landräte der Kreise Dillingen, Donau-Ries, Günzburg, Heidenheim, des Ostalbkreises und des Alb-Donau-Kreises die interkommunale Zusammenarbeit zu Themen, die für die Entwicklung der Kreise zu nachhaltig attraktiven Lebens- und Wirtschaftsräumen von Bedeutung sind.

Darauf verständigten sich die Landräte Leo Schrell, Stefan Rößle, Hubert Hafner, Thomas Reinhardt, Klaus Pavel und Heinz Seiffert bei einem Informationsgespräch zu aktuellen politischen Themen.

So sehen die Landräte die Gesundheitsversorgung als eine der wichtigsten Aufgaben der Daseinsvorsorge an, die sich nicht nur auf Ballungszentren konzentrieren dürfe. Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung sowie eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung wird nach Überzeugung der sechs Landkreischefs deshalb zukünftig für die Lebensqualität in den ländlichen Regionen eine noch größere Bedeutung erhalten. Übereinstimmend erhoben sie gegenüber der Bundespolitik die Forderung nach effektiven Reformen im Gesundheitswesen, die die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser beseitigen müssen. Leider seien die notwendigen Schritte im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung nicht im Detail erkennbar.

Dauerhaft auf Defizite einstellen

Eine solide Grundfinanzierung auch kleiner Kliniken im ländlichen Raum könne jedoch nur der Bund durch eine klare Gesetzgebung sicherstellen. „Bei Beibehaltung des derzeitigen Finanzierungssystems für Krankenhäuser müssen wir uns dauerhaft auf Defizite unserer Kliniken einstellen, wenn wir auch künftig eine flächendeckende ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen wollen“, sagte Schrell.

Thomas Reinhardt (Landkreis Heidenheim) ergänzte: „Auch die Notprogramme sind nicht ausreichend, um Kliniken auf wirtschaftlich sicheres Terrain zu bringen. Es braucht eine verlässliche Krankenhaus-Finanzierung, sonst droht im schlimmsten Fall ein Personalabbau und damit letztlich auch ein Qualitätsverlust.“

Sein Kollege Klaus Pavel (Ostalbkreis) stieß ins selbe Horn und kritisierte die in der Öffentlichkeit verbreitete Meinung, Kliniken müssten grundsätzlich Gewinne abwerfen, während Defizite bei Bibliotheken, Kindertageseinrichtungen, Bädern oder dem ÖPNV als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. „Die bedarfsgerechte medizinische Versorgung muss uns etwas wert sein. Deshalb bekennen wir uns eindeutig zur regionalen Versorgung in kommunaler Trägerschaft“, pflichtete Rößle bei.

Asylbewerber: Weiterer Anstieg wird erwartet

Weiteres Thema des Gesprächs war die Unterbringung der Asylbewerber. Die sechs Landräte gehen davon aus, dass 2014 mit einem weiteren Anstieg der Asylbewerber zu rechnen sei. Die Handhabung unterscheide sich zwischen beiden Bundesländern.

Einigkeit besteht aber bei der Lösung der Unterbringung. „Die Landkreise stehen vor rießengroßen Herausforderungen und müssen bei der Unterbringung der Asylbewerber entsprechend der tatsächlich entstehenden Kosten entlastet werden“, verlangte Thomas Reinhardt.

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