B 492 Landräte schreiben einen „Brandbrief“

Alltag auf der Bundesstraße 492 zwischen Bergenweiler und Hermaringen: Viele Kurven, viele Schlaglöcher, viel Verkehr. Zügig fahren ist nicht und Unfälle kommen häufiger vor als die Verkehrsplaner wahrhaben wollen.
Alltag auf der Bundesstraße 492 zwischen Bergenweiler und Hermaringen: Viele Kurven, viele Schlaglöcher, viel Verkehr. Zügig fahren ist nicht und Unfälle kommen häufiger vor als die Verkehrsplaner wahrhaben wollen. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Hermeringen/Sontheim / Klaus-DIeter Kirschner 06.05.2013
Die Holperpiste zwischen Brenz und Hermaringen soll endlich ein Ende nehmen. Bayerische und Württembergische Politiker kamen nun zusammen, um Klartext zu sprechen.

Die mit am Tisch sitzenden Bürgermeister Jürgen Mailänder (Hermaringen) und Matthias Kraut (Sontheim/Brenz) bestätigten, dass dieser Straßenabschnitt nach vielen Frosttagen in einem verheerenden Zustand sei und der Belag flächig wegplatze. Und das bei steigendem Verkehrsaufkommen – seit die Umgehungsstraße bei Brenz unter Verkehr ist.

Winfried Hermanns Versprechen blieb folgenlos

Landrat Thomas Reinhardt (Heidenheim) zeigte sich enttäuscht. Hatte doch vor zwei Jahren der heutige Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) versprochen, dass die Vorentwurfspläne für diesen Autobahnzubringer nun umgesetzt würden und die Finanzierung der Straße gesichert sei. Nichts, aber rein gar nichts habe sich bewegt, bis heute sei das Planfeststellungsverfahren nicht gestartet worden.

Landrat Leo Schrell berichtete aus dem Straßenbauamt Krumbach, das zusammen mit seinen Württembergischen Kollegen aus Ellwangen die Umgehungsstraße für Brenz und Medlingen verwirklichen ließ, keine Informationen aus Baden-Württemberg mehr erhalte. Es sei nun wirklich an der Zeit, mal den Verkehrsministern ihre Versprechen in Erinnerung zu rufen: „Wir sollten an die einen Brief schreiben,“ regte Schrell an und fand allseits Zustimmung.

Erst kürzlich passierte ein schwerer Unfall

Es ging um die Adressaten und die Frage: Nur an Ramsauer? Oder an Hermann und an Ramsauer? Der Stammtisch war sich einig: „Der Brief muss an beide gehen und deutlich sein.“ Jürgen Mailänder erinnerte daran, dass erst jüngst wieder ein schwerer Unfall auf der Strecke passiert war. Man fahre von einem großen Schlagloch in das nächste.

Einmal beim Thema Verkehr erkundigte sich Thomas Reinhardt bei den Bayern, wie dort denn das Thema Kreisverkehr und Kunstwerke auf denselben gehandhabt werde? Leo Schrell: „Aus München gibt es da keine Vorgaben.“ Das heißt: Das Zentrum eines Kreisverkehrs kann jeder gestalten, wie er will.

Steiff-Bär beschäftigte Verkehrsministerium wohl mehr

Dass auf Württembergischer Seite ein Bildersturm eingesetzt hat, sagte Landrat Reinhardt so nicht, sprach aber den Kreisverkehr an der Autobahn bei Herbrechtingen an, in dessen Zentrum ein stattlicher Steiff-Bär (sechs Tonnen schwer und dreieinhalb Meter hoch) steht. Nach dem Willen des Verkehrsministeriums hätte das Tier verschwinden müssen: „Der Bär muss weg und wir haben protestiert.“ Der Kreisel und die einmündenden Straßen seien nun einmal kein Unfallschwerpunkt.

Dem Landtagspräsident Guido Wolf verdanke man zu dem Thema ein kleines Gedicht, freute sich Thomas Reinhardt: „Dem Landkreis zur Ehr, es bleibt der Bär!“ Zwischenzeitlich, so Heidenheims Kreis-Chef, habe Stuttgart eingelenkt, allerdings mit einem Seitenhieb auf die Behörden vor Ort: Voreilig hätten diese gehandelt. Das freilich passte dem Landrat nicht, alldieweil die Order aus Stuttgart kam und man im Falle einer Umsetzung keinen Spielraum gehabt habe. Die Verkehrsschau habe jedenfalls dem Bären seinen Standplatz nicht abgesprochen. Und so steht er dort noch immer und trotz Wind und Wetter.

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