Hermaringen/Giengen Lärmschutz an der B 492 und an der A7 abgelehnt

Im Sommer war Andreas Stoch (links) in Hermaringen, um sich gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Mailänder das Lärmproblem vor Ort anzusehen bzw. anzuhören.
Im Sommer war Andreas Stoch (links) in Hermaringen, um sich gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Mailänder das Lärmproblem vor Ort anzusehen bzw. anzuhören. © Foto: Archiv, Markus Brandhuber
Hermaringen/Giengen / HZ 06.12.2018
Das Regierungspräsidium sieht einem Schreiben zufolge keine Grundlagen für Schutzmaßnahmen, weil entlang beider Strecken die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden.

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch hatte sich Ende September ans Stuttgarter Regierungspräsidium gewandt und angeregt, die Lärmbelastung an der B 492 bei Hermaringen und an der A 7 bei Giengen für die Anwohner durch entsprechende Schutzmaßnahmen zu verringern. Mittlerweile liegt Stoch eine Antwort des Regierungspräsidiums vor: Die gemessenen Werte würden Lärmschutzmaßnahmen des Bundes nicht rechtfertigen.

Stoch hatte nach einer Vorortbesichtigung mit Bürgermeister Jürgen Mailänder in seinem Schreiben ans Regierungspräsidium (RP) die massive Lärmbelastung für die Anwohner am nördlichen Rand der Gemeinde Hermaringen, insbesondere nach der Bahnunterführung nach der Abfahrt Hermaringen-West beklagt.

Das RP habe nun in seiner Antwort mitgeteilt, dass nach aktuellen Berechnungen die nächsten an der B 492 gelegenen Gebäude in Hermaringen Maximalwerte von 53 Dezibel am Tag und 47 Dezibel in der Nacht erreichten. Die Grenzwerte, die lärmmindernde Sanierungsmaßnahmen begründen, würden damit nicht erreicht, legte Regierungspräsident Wolfgang Reimer dar. Auch übersteige die im Verkehrsmonitoring 2017 ermittelte Verkehrszahl von rund 8500 Fahrzeigen pro Tag nicht wesentlich die 2010 getroffene Prognose von 7500.

Was neu geplante Baugebiete – in Hermaringen gibt es da beispielsweise das Mühlfeld – anbetreffe, müsse die Gemeinde in eigener Trägerschaft entsprechende Maßnahmen zur Lärmminderung prüfen und berücksichtigen. Der Straßenbaulastträger habe hier keine Zuständigkeit, schreibt dazu der Regierungspräsident.

Kommunen „allein gelassen“?

Auch was den Abschnitt der A 7 zwischen der Abfahrt Giengen und der Abfahrt Niederstotzingen betrifft, hatte Stoch um weiterführende Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen der anstehenden Fahrbahnsanierung gebeten. Aber auch hier sieht das RP keinen weiteren Handlungsbedarf. Die neue Asphaltschicht erbringe eine Lärmreduzierung von zwei Dezibel gegenüber dem Referenzwert. Im Auftrag der Stadt Giengen seien die angefallenen Überschusserdmassen zu einer Erhöhung des bestehenden Lärmschutzwalls eingesetzt worden, so das RP weiter. Dieser befinde sich in kommunaler Zuständigkeit. Damit seien weder für das Land noch für den Bund weitere Kosten entstanden.

Stoch kritisiert nun, dass sich das Land hier aus seiner Verantwortung stehle und die Kommune mit ihren Lärmproblemen allein lasse. „Der Individualverkehr, aber auch der Lastverkehr werden in nächster und auch in ferner Zukunft nicht abnehmen“, moniert der SPD-Abgeordnete.

„Wenn die Landesregierung schon nicht die lang versprochene Mobilitätswende einleitet, dann sollte sie sich wenigstens um die Menschen kümmern, die tagtäglich unter dem massiven Verkehrsaufkommen und dem damit verbundenen Lärm leiden müssen.“

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