Brauchtum Kroisbacher feiern die alte Heimat im Herzen

Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 10.05.2013
Der Präsident des Kroisbacher Heimatkomitees freute sich an Himmelfahrt beim Kiritog in der Albuchhalle. Dort gaben sich 200 Menschen zum Heimatfest ein Stelldichein.

Es war der 20. Kiritog in Steinheim. Die Original Philister Kapelle aus Söhnstetten spielte unter Thomas Stadtmüller bis in die Puppen und animierte selbst die ältesten Semester ein flottes Tanzbein zu schwingen. Frank Ringbauer freute sich über zahlreiche Gäste aus Kroisbach: An deren Spitze der örtliche katholische Pfarrer Lajos Butsy, der in der katholischen Heilig-Geist-Kirche zusammen mit einem afrikanischen Kollegen die Festmesse zelebrierte. Ein freudiges Wiedersehen gab es mit der Kantorin Elisabeth Kess sowie dem Gemeinderat und Stellvertretenden Vorsitzenden Robin Wild. Matthias Schuster vertrat die deutsche Selbstverwaltung aus Kroisbach.

Die Liebe zur alten Heimat tragen die Kroisbacher in ihrem Herzen, wo immer sie nach der Vertreibung heute leben. Jedes zweite Jahr finde der Kiritog daher in Kroisbach statt, sagte Ringbauer. Dankbar erinnerte er an die Steinheimer Geschäftsfrau Maria Tobler, die zusammen mit anderen viel für Kroisbach getan habe und vor Jahren noch zur Ehrenbürgerin ernannt worden sei. Große Anerkennung galt bei dem Fest an Himmelfahrt dem früheren Steinheimer Bürgermeister Dieter Eisele als Patenonkel.

Der Heimatverein der Kroisbacher wolle auch in Zukunft Bindeglied zwischen der alten und der neuen Heimat sein, bekräftigte der Redner. Nach der Vertreibung hätten die Eltern und Großeltern durch harte Arbeit sich eine neue Existenz aufgebaut: „Heute sind wir, die Jungen von damals, die gereifte Generation. Wir haben allen Grund für das gemeinsam Erreichte dankbar zu sein.“

Bürgermeister Olaf Bernauer dankte seinem Vorvorgänger Dieter Eisele, dass er „immer ein offenes Ohr für die Kroisbacher“ hatte. 67 Jahre nach der Vertreibung habe dieser Kiritog immer noch seine Berechtigung. Für Frieden und Freiheit hätten die Kroisbacher gewirkt und auch große Opfer gebracht: „Es liegt nun an uns, die Zukunft zu gestalten. Ein Teil der Geschichte von Kroisbach ist heute längst auch ein Teil der Geschichte Steinheims.“

Im tadellosen Deutsch überbrachte Robin Wild die Grüße aus der (alten) Heimat: „Wir sind dankbar für die Arbeit, die die Kroisbacher in ihrer neuen Heimat geleistet haben. So bald sich zwei Kroisbacher treffen, bin ich auch dabei.“ Wild sprach damit an, wie sehr sich doch die Teilnehmerzahl verändert hat: vor 20 Jahren füllten noch tausend Menschen die Albuchhalle, heute sind es noch 200. All der Verstorbenen war an diesem Kiritog mit großer Rührung gedacht worden.

Geehrt wurden: Gisela und Johann Binder, Ute und Andreas Haas, Käthe und Franz Miesauer, Klara und Franz, Resi, Josef, Franziska und Michael Ringbauer, Gerlinde und Josef Strauß, Cornelia und Ludwig Täubl, Hans Rac, Paul Eder, Hans Tobler und Maria Seidl, sowie Anna Ehrenreich, Frida Jezek und Anna Leitner.

Es wurde ein langer Abend, an dessen Ende, als die Kapelle schon eingepackt hatte, viele alte Lieder aus der unvergessenen Heimat gesungen wurden.

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