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In Baden-Württemberg wird die Forstverwaltung zum 1. Januar 2020 neu organisiert, um den Staatswald von der Betreuung der Kommunal- und Privatwälder zu trennen. Im Landkreis Heidenheim wurde deshalb schon vor mehr als einem Jahr ein Projekt zur Einrichtung eines Kreisfortsamts gestartet, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. „Wir freuen uns sehr, dass uns seit kurzem die Zusagen der meisten waldbesitzenden Kommunen im Kreis vorliegen, dass sie die Leistungen des Kreisforstamts, insbesondere den Revierdienst, und die Holzverkaufsstelle des Landkreises weiterhin vertraglich in Anspruch nehmen werden“, so der stellvertretende Landrat Peter Polta. Die Stadt Heidenheim wird weiter wie bisher ihren eigenen Revierleiter beschäftigen und ihr Holz selbst verkaufen.

Wichtig seien die Zusagen der Kommunen auch für den künftigen Organisationsaufbau des Kreisforstamts. Nachdem nun feststeht, dass das Kreisforstamt im Landratsamt für einen Großteil des Kommunalwalds und auch die Betreuung des Privatwalds im Kreis zuständig bleibt, könne die personelle Ausstattung geplant werden. Rund zehn Vollzeitstellen wird das neue Kreisforstamt umfassen, das in fünf Revieren die Beratung und Betreuung für Kommunal- und Privatwaldbesitzer, aber auch Aufgaben im Bereich der Forsthoheit, Waldpädagogik und der Förderung übernimmt. „Wir sind sehr froh, letztlich im Kreisforstamt weiterarbeiten zu können wie bisher – nur leider ohne Staatswald, der im Kreis mit fast 50 Prozent der gesamten Waldflächen natürlich einen sehr großen Anteil hat“, so Polta.

Organisation beim Staatswald

Für den Staatswald wird künftig die Anstalt des öffentlichen Rechts ForstBW des Landes zuständig sein. Zwischenzeitlich wurden die zukünftigen Sitze der Dienststellen der ForstBW-Forstbezirke bekannt gegeben. Der Sitz der Dienststelle des ForstBW-Forstbezirks Östliche Alb, der künftig einen Großteil des Staatswalds im Kreis Heidenheim umfasst, liegt in Itzelberg und wird ab 2020 von Dr. Hans Untheim – derzeit Leiter des Fachbereichs Wald und Naturschutz im Landratsamt Heidenheim – geleitet. Der Sitz des Forstbezirks Ulmer Alb, dem der südliche Teil des Kreises Heidenheim zugeordnet wurde, liegt in Ulm. Die Leitung dort wird Thomas Herrmann – derzeit Fachdienstleiter Forst und Naturschutz im Landratsamt Ulm – übernehmen.

In den kommenden Wochen werden sowohl im Projekt ForstBW wie auch im Projekt Kreisforstamt Heidenheim die Stellenbesetzungsverfahren stattfinden. „Wir gehen davon aus, dass hierbei für alle unsere aktuell in der unteren Forstbehörde beschäftigten 75 Mitarbeitenden und Auszubildenden Lösungen gefunden werden können, die eine Weiterarbeit im bisherigen Aufgabengebiet möglich machen“, so Polta, der betont: „Ein Grundsatz in dieser Forstreform ist: Möglichst wenige reformbedingte Veränderungen. Die Kunden waren bisher mit den Leistungen der unteren Forstbehörde sehr zufrieden. Dies soll auch weiterhin so bleiben. Die örtliche Vertrautheit des Forstpersonals mit den Wäldern und ihren Waldbesitzern spielt dabei eine entscheidende Rolle.“