Dischingen Krankenpflege und Hilfe jetzt direkt aus Dischingen

Seit Kurzem hat Dischingen seine eigene Sozialstation, die zur in Lauchheim beheimateten Katholischen Sozialstation St. Elisabeth gehört. Die Räume der neuen Einrichtung befinden sich im ehemaligen Notariat beim Dischinger Bauhof. Leiterin ist Petra Kaufmann aus Heidenheim.
Seit Kurzem hat Dischingen seine eigene Sozialstation, die zur in Lauchheim beheimateten Katholischen Sozialstation St. Elisabeth gehört. Die Räume der neuen Einrichtung befinden sich im ehemaligen Notariat beim Dischinger Bauhof. Leiterin ist Petra Kaufmann aus Heidenheim. © Foto: Christian Thumm
Dischingen / Klaus Dammann 03.05.2018
Seit Kurzem verfügt die Härtsfeldgemeinde über eine ortsansässige Sozialstation. Petra Kaufmann leitet die Einrichtung.

Religionszugehörigkeiten spielen bei der Hilfe, die Petra Kaufmann und ihre Mitarbeiterinnen anbieten, keine Rolle – auch wenn der vollständige Name der Einrichtung, für die sie tätig sind, Katholische Sozialstation St. Elisabeth lautet. „Wir machen keine Unterschiede zwischen Konfessionen oder Glaubensrichtungen. Jeder, der sich an uns wendet, wird versorgt“, erläutert die examinierte Altenpflegerin mit Weiterbildung zur Pflegedienstleitung das Credo der neuen Sozialstation in Dischingen.

Erst seit Kurzem ist der zur gleichbenannten Einrichtung mit Sitz in Lauchheim gehörende Stützpunkt in der Härtsfeldgemeinde zu finden. Bislang erfolgte die Betreuung der pflege- oder hilfsbedürftigen Menschen in Dischingen von Neresheim aus – früher durch die in der Stadt ansässige Sozialstation Härtsfeld, die 1978 in die Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt überging, und seit dem Zusammenschluss mit Lauchheims Einrichtung 2010 durch St. Elisabeth Neresheim.

Vorteil Kundennähe

Vor zwei Jahren etwa begannen dann die Überlegungen, für die Gemeinde Dischingen einen eigenen Pflegebereich zu gründen, schildert Petra Kaufmann. „Der Bereich Neresheim-Dischingen wurde so groß, dass es für eine Pflegedienstleitung zu viel Arbeit war.“ Die positiven Aspekte eines Stützpunkts in Dischingen liegen für die 52-jährige Heidenheimerin auf der Hand: „Man ist so einfach kundennäher. Und das bringt deutliche Vorteile für den Kunden wie die Mitarbeiter. Beispielsweise fallen die langen Fahrstrecken weg.“

Verbunden mit den Plänen für eine Ausgliederung aus dem Bereich Neresheim war auch die Überlegung für einen Standort der Sozialstation St. Elisabeth in Dischingen. Heimat der neuen Einrichtung sollten Räume im ehemaligen Fürstlichen Forsthaus Thurn und Taxis an der Torstraße werden, das der niedergelassene Arzt Andreas Polarczyk gekauft hat und zu einer modernen medizinischen Praxis umbauen wollte. Doch der geplante Umbau bereitet Probleme – vor allem wohl aufgrund denkmalpflegerischer Forderungen.

Um der neuen Sozialstation einen Start zu ermöglichen, habe deshalb die Gemeinde gehandelt, erzählt Petra Kaufmann. Angeboten wurden für St. Elisabeth die Räume des ehemaligen Notariats, das seinen Sitz beim Bauhof, im Obergeschoss des Gebäudes Jungbauernstraße 8, hatte. Und so wurden dort von der Sozialstation vier Zimmer einschließlich des vorhandenen Mobiliars angemietet.

Manche Kunden hätten schon darauf gewartet, als sie von den Plänen erfuhren, sagt Petra Kaufmann. Ein bisschen trifft das auch auf sie selbst zu: Im April 2017 übernahm die Heidenheimerin die Pflegedienstleitung in Neresheim mit der Option zum Wechsel nach Dischingen, sobald der dortige Pflegebereich eröffnet wird. Bei St. Elisabeth ist sie seit 2013 beschäftigt – zunächst in Wittislingen – und zuvor arbeitete sie in den Pflegeheimen in Nattheim und Niederstotzingen.

Einschließlich der Leiterin sind es acht Mitarbeiterinnen, die sich sieben Tage die Woche und fast rund um die Uhr um die Menschen kümmern – fast alle in Teilzeitbeschäftigung. Es gebe Früh- und Spätdienste bei der Betreuung bzw. Kunden- oder Patientenversorgung, erläutert Petra Kaufmann. Etwa 60 Klienten werden aktuell in Dischingen aktiv betreut. Hinzu kämen Kunden, die Beratungsgespräche benötigen. Im Fall extremer Zuwächse würde man versuchen, die Personaldecke anzupassen: „Wir würden niemanden abweisen“, betont die Leiterin.

Betreuungsgruppe mit Warteliste

Betreut werden alte Menschen, Kranke, Menschen mit Behinderungen – „alle der Pflege Bedürftigen“, so Petra Kaufmann. „Natürlich ist eine große Zahl der Menschen älter.“ Angeboten werden häusliche Krankenpflege nach ärztlicher Verordnung, Pflegeleistungen über die Pflegekasse, die von den Kassen geforderten Beratungen, Privatleistungen ohne Kassenabrechnung. Außerdem gebe es eine Betreuungsgruppe, die sich einmal pro Woche nachmittags trifft. Nur bei dieser Gruppe bestehe eine Warteliste, da hier ehrenamtliche Helfer mitwirken und ein zahlenmäßiges Verhältnis von zehn Teilnehmern bei acht Betreuern besteht.

Das Sozialstation-Büro in der Jungbauernstraße ist Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung besetzt. Eine offizielle Eröffnungsfeier mit Tag der offenen Tür in St. Elisabeth ist für Freitag, 27. Juli, um 13.30 Uhr geplant.

Die Entwicklung der Katholischen Sozialstation St. Elisabeth

Krankenpflegevereine waren es, die vor der Gründung der Sozialstationen die Ordensschwestern aus verschiedenen Klöstern bei ihrem Einsatz zur Versorgung alter und kranker Menschen in den katholischen Kirchengemeinden unterstützten. Die Sozialstationen entstanden, weil zum einen der Versorgungsbedarf zunahm und zum anderen die Zahl der Ordensschwestern zurückging.

Die Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus in Lauchheim gründete 1985 die Sozialstation Ellwangen-Land. Zum Einzugsgebiet gehörten neben Lauchheim damals die Orte Westhausen, Unterschneidheim, Stödtlen, Tannhausen und Wört, 1993 kam Rainau hinzu.

Die Zusammenarbeit der Sozialstation Ellwangen-Land mit der Neresheimer Sozialstation Härtsfeld begann 2008. Zwei Jahre später wurde dann aus den beiden Einrichtungen der kirchliche Zweckverband Katholische Sozialstation St. Elisabeth mit Verwaltungssitz in Lauchheim geschaffen. Die Kommunen, Kirchengemeinden und Krankenpflegevereine als bisherige Kooperationspartner im Gebiet beider Sozialstationen sind im Beirat des Zweckverbands vertreten.

Der Zweckverband St. Elisabeth besteht heute aus vier gleichberechtigten Pflegebereichen mit eigenen Stützpunkten: Lauchheim, Tannhausen, Neresheim und ganz neu Dischingen. dam

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