Königsbronn / Philipp Hruschka Am 23. März geht es bei den Königsbronner Gesprächen in der Hammerschmiede um Europa vor der Wahl sowie ihre Auswirkungen auf die Region. Gegner der Veranstaltung treffen sich erneut zu Friedensgesprächen.

Ende Mai wählen die Bürger auch hierzulande neue Abgeordnete ins Europaparlament. Daher geht es am Samstag, 23. März, bei den Königsbronner Gesprächen ab 10.30 Uhr um die Europäische Union vor der Wahl sowie mögliche Auswirkungen für die Ostalb. Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter (CDU) organisiert die siebte Ausgabe der Konferenz in der Hammerschmiede, wieder zusammen mit dem Bildungswerk des Deutschen Bundeswehrverbandes sowie der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.

Welche Rolle hat die EU in der Welt?

Der Initiator sieht die EU in einer „Zeit größter Umbrüche“. Man müsse etwa über Themen wie die Bedeutung von Trumps Handelspolitik für den Wirtschaftsstandort Ostalb oder über die Rolle der EU als größter volkswirtschaftlicher Raum der Welt sprechen. Als Hauptredner des Tages ist der baden-württembergische Justiz- und Europaminister Guido Wolf angekündigt. Neben Vertretern der Bundeswehrführung sprechen außerdem unter anderem die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle sowie der Vorstandsvorsitzende des Batterienherstellers Varta Herbert Schein. Als „bürgernaher, außenpolitischer Kongress“ sollen die Gespräche zudem einen Austausch mit Schülern, politisch interessierten Bürgern, mittelständischen Unternehmen, Ehrenamtlichen sowie kommunalen Verantwortungsträgern ermöglichen.

Bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr lautete einer der Kritikpunkte von anwesenden Schülern, dass es auf der Bühne, parteipolitisch gesprochen, nicht „bunt“ genug zugegangen war. Nun ist mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag, Klaus Ernst, ein Mitglied der Linken als Gast angekündigt. Die Moderation übernimmt TV-Korrespondent Michael Stempfle aus dem ARD-Hauptstadtstudio.

Friedensgespräche geben Kontra

Gegen die Veranstaltung formiert sich indes auch in diesem Jahr wieder Protest. Mit den Königsbronner Friedensgesprächen will ein Bündnis verschiedener Organisationen am Donnerstag, 21. März, ab 19 Uhr den „politisch-militärischen“ Positionen von Roderich Kiesewetter entgegentreten, wie es in einer Mitteilung heißt.

Wie im vergangenen Jahr findet die Gegenveranstaltung also auch heuer zwei Tage vor den Königsbronner Gesprächen, ebenfalls in der Hammerschmiede, statt. Mitglieder des Bündnisses sind unter anderem der DGB Ostalbkreis und Heidenheim, die Kreisverbände Heidenheim und Ostalb der Linken, die DKP in Heidenheim und Ulm, die SPD Heidenheim sowie weitere regionale Organisationen der Friedensbewegung.

Hauptredner der Friedensgespräche ist Lühr Henkel aus Kassel, einer der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag. Er wolle in seinem Vortrag unter anderem Kiesewetter widersprechen, indem er die Notwendigkeit einer Europäischen Verteidigungsunion in Frage stelle. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrages werde die nukleare Aufrüstung sein. Die Friedensgespräche finden in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt. Auch am Tag der Königsbronner Gespräche selbst will das Bündnis dabei sein, um das Eintreffen der Konferenzteilnehmer ab 9 Uhr mit einer „Mahnwache gegen Militarisierung“ bei der Hammerschmiede zu begleiten.

Georg Elser und die „Gespräche“

Die Veranstalter sowohl der Königsbronner Gespräche, als auch der Friedensgespräche, nehmen in ihren Ankündigungen Bezug auf Georg Elser und dessen Heimatort Königsbronn.
Das Bündnis, das die Protestveranstaltung organisiert, weißt darauf hin, dass man sich „gegen die Vereinnahmung von Georg Elser durch die Rüstungsbefürworter“ stelle. Dieser habe den Zweiten Weltkrieg verhindern wollen und wäre heute ein „klarer Rüstungsgegner.“
Parallel dazu heißt es im Programm der Königsbronner Gespräche, der Veranstaltungsort sei „bewusst gewählt“. Der Heimatort des Widerstandskämpfers Elsers sei geschichtsträchtig und solle „zur Debatte ermutigen.“