Hermaringen Bilder und Video: Der neue Voithsteg kam eingeflogen

Hermaringen / Patrick Vetter 15.06.2018
Die Fußgängerbrücke in Hermaringen war schon seit Mitte 2015 gesperrt. Nun schwebte eine neue Aluminiumbrücke an einem Kran heran.

Seit zirka drei Jahren müssen Fußgänger in Hermaringen, die die Brenz eigentlich beim Voithsteg überqueren wollen, den Umweg über die Brücke in der Kronenstraße in Kauf nehmen. Anfang Juli sei laut Frank Weber vom ortsansässigen Ingenieurbüro Gansloser damit Schluss.

Am Freitag, 15. Juni, wurde eine neue Brücke aus Aluminium als Voithsteg eingesetzt. Weber war hierfür der Bauwerksprüfer. Auf zwei Lastkraftwagen wurde die zweiteilige Brücke angeliefert. Rückwärts musste die schmale Mühlstraße hinunter rangiert werden, um die beiden Teile, die jeweils drei Tonnen wiegen, ans Brenzufer zu schaffen. Ein Container am Straßenrand erschwerte die Angelegenheit, sodass ein Gartenzaun für die beiden Transporter und die Brenzbrücke weichen musste.

Die zuvor abgebrochene marode Holzbrücke war laut dem für die Bauüberwachung zuständigen Franz Oberfrank von der Firma Gansloser sogar noch schwerer: Beide Teile der alten Brücke wogen zusammen zwölf Tonnen. Nicht nur wegen des Gewichts habe man sich nun für Aluminium entschieden: „Das Metall ist einfach beständiger. Bei einer Holzbrücke rechnet man mit 40 Jahren Lebensdauer, bei einer Aluminiumbrücke mit 80“, erklärte Weber. Nur eine Stahlkonstruktion würde mit rund 110 Jahren noch länger halten.

Mit dem Kran über die Dächer

Sobald es beide Brückenteile und der Kran ans Brenzufer geschafft hatten, ging es für die über zehn Meter langen Alu-Konstruktionen hoch hinaus. Mit dem Kran wurden sie über die Dächer der Gebäude am Ufer hinaus gehoben, an den hier überirdisch verlaufenden Hochspannungsleitungen vorbeigezirkelt und schließlich langsam auf die vorbereiteten Betonfundamente gesetzt. Trotz seiner Höhe konnte der Kran die Brücke zentimetergenau auf die richtige Höhe setzen, wo sie von den Arbeitern in die richtige Position geschwungen wurde.

Für das zweite Brückenteil musste der Arm des Kranwagens um zirka 25 Meter ausgelegt werden. Um das tonnenschwere Gewicht der Brücke an dem Hebel auszugleichen, war der Kran schon zuvor mit Gewichten bestückt worden. Nach rund zwei Stunden war das Spektakel, zu dem sich neben Bürgermeister Jürgen Mailänder auch einige Zuschauer eingefunden hatten, schon wieder vorbei.

Mehrere Arbeitsschritte

In der Mitte der Brenz müssen die beiden Aluminiumstege noch fixiert werden. An den Enden an beiden Brenzufern solle sich das Material noch bewegen können, so Oberfrank. Drei Arbeitsschritte habe es an der Brücke gegeben: Zuerst musste die alte Brücke entfernt werden, dann wurden die Betonfundamente für die neue vorbereitet. Und gestern wurde schließlich die neue Brücke eingesetzt.

Warum die Brücke trotzdem erst in zirka drei Wochen begehbar wird, erklärte Weber: Der Zugang zu der Brücke müsse noch gepflastert, die Abflussrinne für Regenwasser fertiggestellt und die Anschlussgeländer an den Enden der Brücke ergänzt werden. Außerdem müsse die Gerüstbrücke, die für den Bau aufgestellt wurde, abgebaut werden und es gebe noch einige kleinere Arbeiten zu erledigen. „Das sind aber alles nur optische Nacharbeiten“, sagte Weber.

Zufrieden mit der neuen Brücke und in Bezug auf Hermaringens viele Brücken, die nun fast alle top in Schuss sind, sagte Bürgermeister Jürgen Mailänder vor der ersten Begehung scherzhaft: „Wir sind eigentlich Klein-Venedig.“ Auch wenn der Termin für die Fertigstellung der Brücke eigentlich schon Ende Mai war, freute sich Mailänder über den Verlauf der Arbeiten. Rund 230 000 Euro kostete das Bauwerk. Nach einem Zuschuss des Landes zahlte die Gemeinde aber nur noch etwas über 80 000 Euro selbst. Ursprünglich war die Erneuerung des Voithstegs für voriges Jahr angesetzt, doch da es 2018 den Zuschuss gab, geduldete sich die Gemeinde noch.

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