Kreis Heidenheim Kommentar zur SHW: „Gekämpft und doch verloren“

Ein Kommentar von Carolin Wöhrle.
Ein Kommentar von Carolin Wöhrle. © Foto: ape
Kreis Heidenheim / hz 09.02.2019
Der Kampf der SHWler in Königsbronn für die Rettung ihres Unternehmens ist aller Voraussicht nach verloren. Ein Kommentar von Carolin Wöhrle.

Es ist unglaublich bitter: Der Kampf der SHWler in Königsbronn für die Rettung ihres Unternehmens ist aller Voraussicht nach verloren. Diese Nachricht macht vor allem traurig – vor allem, aber nicht nur. Sie macht auch wütend:

Es ist beileibe nicht so, als hätte ihr Kampf lediglich ein paar Wochen gedauert. Er hat sich über etliche Jahre gezogen und immer wieder mussten die SHWler mit herben Rückschlägen fertigwerden: Es ging von Insolvenz zu Insolvenz, von gescheitertem Investor zu gescheitertem Investor, von Entbehrungen zu Entbehrungen. Ein Unternehmen, das Branchenführer war, wurde an die Wand gefahren. Fast schon schmerzhafte Ironie dabei ist, dass dieses Unternehmen sogar noch bis kurz vor Schluss ein ebensolcher Branchenführer war.

Diese Stellung hat die SHW noch sehr lange am Leben und die Kunden bei der Stange gehalten. Nicht dank der Bemühungen all der Investoren, sondern trotz ihrer Bemühungen, die ganz offensichtlich in eine falsche Richtung gingen. Jetzt aber ist Schluss. Auch die Kunden haben am Ende die Reißleine gezogen. Die Mitarbeiter mögen noch an die SHW geglaubt haben, die Kunden am Ende nicht mehr. Vorzuwerfen ist ihnen das bei der dritten Insolvenz einer Firma wohl nicht.

Was bleibt nun? Eine mehr als 650 Jahre währende Königsbronner Unternehmensgeschichte, die ihr Happy End wohl nicht bekommen wird. Vor allem aber bleiben unterm Strich 162 Mitarbeiter, die ihre Arbeit verlieren – und das, obwohl sie so lange und so hart dafür gekämpft haben, um doch noch das Gegenteil zu erreichen.

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