Schule Kombiklassen in Demmingen und Frickingen

Die Außenstelle der Egauschule in Demmingen: Hier wie auch an der Grundschule in Frickingen werden aufgrund der niedrigen Schülerzahlen voraussichtlich zum nächsten Schuljahr Kombiklassen für den Unterricht gebildet werden müssen.
Die Außenstelle der Egauschule in Demmingen: Hier wie auch an der Grundschule in Frickingen werden aufgrund der niedrigen Schülerzahlen voraussichtlich zum nächsten Schuljahr Kombiklassen für den Unterricht gebildet werden müssen. © Foto: Foto: Jennifer Räpple
Demmingen/Frickingen / KLAUS DAMMANN 07.05.2013
Denkbar knapp ist die Situation für die Schulklassen in Demmingen und Frickingen: Die Schülerzahlen für Einzelklassen sind zu niedrig. Die Klassen 1 und 2 in Demmingen und 3 und 4 in Frickingen sollen deshalb gemeinsam unterrichtet werden.

Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend in der Egauschule wurde den Eltern die Situation dargelegt. Jeweils 24 Schüler seien in den beiden Dischinger Teilorten für den Schulbesuch im Jahr 2013/2014 gemeldet, erläuterte Schulleiter Oswald Schmid gegenüber der Heidenheimer Zeitung. Der Klassenteiler für Kombiklassen liege bei 25. Unter 16 Schülern könne man den gesetzlichen Vorgaben nach auch Kombiklassen nicht mehr aufrecht erhalten. Hier gebe es aber Ausnahmeregelungen, wenn sich abzeichne, dass sich die Zahl in Zukunft wieder nach oben entwickeln werde.

Kritik an Informationspolitik der Egauschule

Bereits zu Schuljahrsbeginn 2012/2013 sei es angesichts der zu erwartenden Zahlen denkbar gewesen, dass es in den Außenstellen der Egauschule zu Kombiklassen kommen könnte, schilderte Schmid. Es gebe aber auch immer wieder Weg- und Zuzüge von Familien mit Schulkindern. Eine endgültige Feststellung sei erst mit den Anmeldungen fürs neue Schuljahr möglich. Aufgrund der nun seit März vorliegenden Zahlen könne man keine zwei Klassen mehr in beiden Orten bilden. Der Unterschied von zusammen zwei Schülern sei aber sehr knapp.

Eine Mutter aus Demmingen, deren Tochter die dortige Grundschule besucht, bemängelte die Informationspolitik der Egauschule. Eltern sei vor dem Infoabend am Montag „nur auf Umwegen“ die anstehende Zusammenlegung der Klassen in Demmingen und Frickingen zu Kombiklassen bekannt geworden. Die Entwicklung der Zahlen etwa bei der dritten und vierten Klasse müsse sich ja aber schon länger abgezeichnet haben.

Rektor Schmid widerspricht der Darstellung

Generell sehe sie kein Problem mit Kombiklassen, denn es sei klar, dass es immer weniger Schüler gebe. Aber manche Eltern würden sich nun überlegen, ob sie ihre Kinder gleich nach Dischingen in die Egauschule als Grundschule schicken sollen. Dahinter ständen Befürchtungen, dass die Außenstellen über kurz oder lang geschlossen werden könnten.

Kritik äußerte die Mutter auch an der Situation für die Lehrer: „Die Grundschullehrer werden ins kalte Wasser geworfen.“ Die Lehrer seien auch nicht früher informiert worden. Wer den Unterricht in den Kombiklassen übernehmen soll, sei bislang nicht benannt und könne sich daher nicht um Fortbildungen für die neue Unterrichtsform bemühen.

Rektor Oswald Schmid widersprach der Darstellung einer unzureichenden Informationspolitik deutlich. Schon bei der Gesamtelternbeiratssitzung im März sei über die Lage berichtet worden und danach habe es Elternabende gegeben, bei denen es auch um das Thema Kombiklassen gegangen sei. Die Diskussionen hätten zur Planung des Infoabends vom Montag geführt, doch vor diesem Termin habe die Sitzung des Dischinger Gemeinderats vorige Woche abgewartet werden müssen. Hier habe sich die Gemeinde als Schulträgerin zur Aufrechterhaltung der Außenstellen bekannt, betonte der Schulleiter.

Aufgrund der durch die Kooperation Kindergarten-Schule bekannten Kinderzahlen wisse auch das Kollegium schon lange, dass es zu Kombiklassen kommen könnte, sagte Schmid. Eine Personalplanung sei noch nicht möglich, da noch keine Lehrerstunden für das nächste Schuljahr festständen. Es könnten ja auch noch mehr Grundschulklassen werden. Auch aus diesen Gründen seien bis jetzt noch keine Lehrer für Demmingen und Frickingen benannt. Eine engere Wahl sei aber gegeben, denn es seien dort ja auch jetzt schon Lehrer tätig.

Für den Unterricht in Kombiklassen gebe es Fortbildungen, die Lehrer wahrnehmen könnten oder sollten, so der Rektor. Er könne aber niemand zur Teilnahme zwingen – immerhin gebe es ja auch jetzt schon unterschiedliche Leistungsstufen innerhalb einer Klasse und Lehrer, die darauf eingehen können.

„Die Eltern haben etwas Angst vor jahrgangsgemischten Klassen.“ Kombiklassen gebe es aber vielerorts ringsum und die Arbeit dort funktioniere. „Es ist garantiert mit keinerlei Nachteilen zu rechnen“, versuchte Schmid die Befürchtungen zu zerstreuen.

Allerdings könnten sich die Eltern frei für eine Grundschule im Bereich der künftigen Gemeinschaftsschule Dischingen entscheiden. Die Egauschule sei im Moment bei den Klassen 1 bis 4 einzügig, die Anmeldezahlen würden aber nahe an die Zweizügigkeit reichen. Für die erste Klasse seien im nächsten Schuljahr 27 Kinder angemeldet, die Klasse 2 werde auf 21 kommen, Klasse 3 auf 28 und Klasse 4 auf 25 Schüler. Rektor Schmid: „Hier liegt der Klassenteiler bei 28 Kindern.“

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