Königsbronn / Gerhard Stock Die von ihm geforderten Gutachten für die Hoppeleshalde soll das Land zur Hälfte auch selbst bezahlen.

Auf die Hinterbeine stellt sich die Gemeinde Königsbronn, was die Übernahme der Gutachterkosten im Zusammenhang mit der angestrebten „Umstufung“ der Landesstraße 1123 betrifft. Dieses Vorhaben soll nur dann weiterverfolgt werden, wenn die vom Land Baden-Württemberg geforderten Untersuchungen in geschätzter Höhe von rund 50 000 Euro mindestens zur Hälfte vom zuständigen Regierungspräsidium übernommen werden. So beschloss es der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, allerdings bei fünf Enthaltungen.

Seit 1975 gab es schon diverse Versuche, an dem vielfach beklagten Zustand etwas zu ändern, dass von Königsbronn Richtung Zang mit der Landesstraße 1123 und der Gemeindeverbindungsstraße Hoppeleshalde in nur wenig Abstand zwei Straßen parallel durch die Landschaft führen, auf einer Länge von etwa zwei Kilometern.

Nachdem sich das Land vor zwei Jahren plötzlich anschickte, die dringend notwendige Sanierung der Landesstraße inklusive Kurvenbegradigung doch noch in Angriff zu nehmen, hakte die Gemeinde mit ihrem Anliegen nochmals ein. Im Auftrag des Gemeinderates führte die Verwaltung im April 2018 Gespräche mit der Straßenbau-Außenstelle Ellwangen des Regierungsprädisiums. Unverändertes Ziel: Aufhebung der alten Landesstraße 1123 und deren Abstufung zum Feldweg in kommunaler Baulast einerseits sowie Aufwertung bzw. Umwidmung der Hoppeleshalde zur neuen Landesstraße andererseits. Hierfür müsste diese allerdings straßenbaulich erst fit gemacht werden.

Hangsicherung wird teuer

Wegen aufwendiger Sicherung des rutschenden Hanges geht man von geschätzten Kosten in Höhe von drei Millionen Euro aus. Ein beträchtlicher Teil dieses Geldes, so argumentierte nun die Gemeinde, könnte aus der dann nicht mehr notwendigen Sanierung der alten Landesstraße kommen, die ohnehin vorgesehenen Mittel sinnvoller eben an dieser Stelle verwendet werden. Die Prüfung des Sachverhaltes war damals bis Ende des Jahres 2018 zugesagt worden.

Mitte Februar 2019 dann, so berichtete die Verwaltung dem Gemeinderat weiter, habe das Regierungspräsidium mitgeteilt, eine abschließende Prüfung der Angelegenheit sei nicht möglich. Stattdessen fordere das RP von der Gemeinde weitere Untersuchungen der Hoppeleshalde, zum Beispiel tiefgründige Planvarianten für die Hangsicherung, außerdem einen umsetzbaren Entwurf zu den Anschlussstellen inklusive Waldsiedlung und Töbele. Ferner wolle das RP Lärmberechnungen sowie eine Dokumentation des Straßenaufbaus mittels Bohrkernen. Und: Abgelehnt werde die vorgeschlagene Beteiligung an den Sanierungskosten für die Hoppeleshalde, da eine Kurvensanierung im Zuge der alten Landesstraße dann ja nicht mehr notwendig wäre.

Angesichts dieser neu aufgebauten bürokratischen Hürden empörte man sich am Ratstisch und befand, das Land könne sich hier doch nicht so einfach aus der Affäre ziehen. Wolfgang Lutz (SPD) sprach von einer arroganten Blockadehaltung, die sich das RP angesichts der Bedeutung des Themas nicht erlauben dürfe. „Verschrobene Logik“ erkannte Werner Glatzle (Grüne), ebenfalls verärgert über die sich querstellende Behörde.

Warnung vor Schwerverkehr

Dass die alte Landesstraße aufgrund ihres desolaten Zustandes mittlerweile „brandgefährlich“ ist, darüber herrschte am Ratstisch Einigkeit, Auch darüber, dass man sich diese viel besser als Rad- und Wanderweg und ein steiles Stück im Winter vielleicht sogar als Rodelbahn vorstellen kann.

Andererseits aber könnte die zur Landesstraße aufgewertete Hoppeleshalde unerwünschte Anziehungskraft auf den Schwerverkehr ausüben. „Ich weiß nicht, ob das für die Waldsiedlung so angenehm wird, wenn dann da oben die 40-Tonner rumkurven“, gab Dr. Dietrich Kölsch (CDU) zu bedenken. Dieser Aspekt werde bei dem Lärmgutachten mit geklärt, hielt Bürgermeister Michael Stütz dagegen und warnte davor, in der Bevölkerung vage Ängste zu schüren.