Steinheim Kleine Kutschen und Chaisen in der Heimatstube

Richtige Meisterwerke sind die Chaisen und Kutschen, die Hans Fröhlich in bis zu 150 Arbeitsstunden je Fahrzeug gebaut hat und in Steinheims Heimatstube ausstellt.
Richtige Meisterwerke sind die Chaisen und Kutschen, die Hans Fröhlich in bis zu 150 Arbeitsstunden je Fahrzeug gebaut hat und in Steinheims Heimatstube ausstellt. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 06.08.2018
Hans Fröhlich präsentiert an drei Wochenende seine Repliken historischer Gefährte.

Hans Fröhlich ist ein Bastler und hat Freude daran, selbst recht diffizile Aufgaben zu lösen. Er baut Repliken von Kutschen und Chaisen, aber auch von kleinen Wagen und von bäuerlichen oder wohnlichen Gerätschaften. Jetzt werden sie in der Heimatstube auf dem Klosterhof Steinheim ausgestellt.

An den kommenden Sonntagen (19. August und 2. September) ist zwischen 14 und 17 Uhr diese Sonderschau zugänglich.

Hans Fröhlich ist in seinem aktiven Ruhestand Kutschenbauer. Allerdings sind seine Wagen zu klein, um wirkliche Pferde vorspannen und auf dem Kutschbock Platz nehmen zu können. Anders als beim Modellbau lassen sich Fröhlichs Kutschen und Chaisen nicht einem bestimmten Maßstab zuordnen.

In seinem Berufsleben war Fröhlich Spitzendreher und somit auch mit sehr genauem Arbeiten vertraut. Seine Wagen, vom Schubkarren und einem Bollerwagen über den Ausflugwagen oder einer Postkutsche haben alle bewegliche Teile, ja sogar funktionierende Bremsen und Bremsklötze.

Cabrios unter den Kutschen haben ein Lederdach oder Lederbezug auf den Sitzen. In einem vornehmen Wagen reisten die besseren Leute natürlich auf Velours bezogenen Sitzen. Die Kutschen orientieren sich am Vorbild aus längst vergangenen Tagen, als Motorwagen vielleicht schon bekannt, aber bei weitem nicht so häufig auf den Straßen zu finden waren wie heute.

Besonders freute Hans Fröhlich, als er bei Vorbereitung der Ausstellung in der Heimatstube vom Vorsitzenden des Heimatvereins, Rudolf Maier, durch den Zehntstadel geführt wurde. Dort steht noch ein Fluchtwagen der donauschwäbischen Heimatvertriebenen. So einen Wagen hatte Fröhlich bei einem Urlaub in Ungarn gesehen und nachgebaut. Das (andere) Original im Zehntstadel und das Modell aus Fröhlichs Werkstatt gleichen sich wie ein Ei dem anderen – den Größenunterschied natürlich nicht berücksichtigt.

Etwa 150 Stunden im Durchschnitt benötigt Fröhlich für den Nachbau einer Kutsche. Für ihn kommt ein Zukauf von Teilen im Modellbaugeschäft nicht in Frage. So schneidet Fröhlich selbst die Teile einer Kutschenlaterne aus Messing zu und fügt sie zusammen.

Rudolf Maier kann „sich gut vorstellen, dass diese Ausstellung auch im Kutschenmuseum auf Schloss Hellenstein präsentiert werden kann“. Entsprechende Kontakte will er herstellen.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Rudolf Maier (Tel. 07329.5214) ermöglicht bei entsprechender Voranmeldung auch bereit, außerhalb der Öffnungszeiten eine Besichtigung zu ermöglichen.

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