Kleine Grillstellen bei Steinheim verschwinden in Kürze

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Klaus-Dieter Kirschner 21.03.2012
Die Tage der gemauerten Grillstellen beiderseits der Hitzinger Steige an der Landesstraße zwischen Steinheim und dem Zanger Kreisel sind gezählt. Der Bauhof wird mit dem Bagger zu Abbrucharbeiten anrücken.

Dass es soweit kommen würde, war abzusehen. Die Zerstörungen, der weggeworfene Müll in der Landschaft und anderer Abfall aus Haushalten auf dem Wanderparkplatz kosteten die Gemeinde sehr viel Geld. Immer wieder montags musste nach schönen Wochenenden die Bauhof-Mannschaft ausschwärmen und säckeweise Müll auflesen und entsorgen. Die Kosten trug die Allgemeinheit.

In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend wurde sozusagen das Ende aller Grillfeste eingeläutet. Bürgermeister Olaf Bernauer gab unumwunden zu, dass die Geduld am Ende sei und man dem Treiben auf dem Grillgelände an der Hitzinger Steige nicht mehr länger zusehen wolle. Dem Gemeinderat präsentierte Bernauer eine Reihe von Vorschlägen. ? Danach wird eine Benutzungsordnung erlassen, die mit vielen Piktogrammen versehen und mehrsprachig abgefasst sein wird. Dort wird noch einmal deutlich, dass wilde Feuermachen verboten ist. ? Auch eigene Grills dürfen nicht mehr mitgebracht und angefeuert werden. ? Die Benutzungszeit soll eingeschränkt werden. ? Die kleinen gemauerten Grillstellen beiderseits der Landesstraße werden beseitigt. Lediglich die große Grillstelle „darf“ fortbestehen.

Hier müsse allerdings der Bauhof einige Schäden im Mauerwerk ausbessern. In der Überlegung sei auch die Montage von Schranken, damit von Fall zu Fall - bei extremer Waldbrandgefahr - der Wanderparkplatz nicht mehr benutzt werden darf. Die Forstverwaltung würde zur Problemlösung die Schranken spendieren.

Dort aber ist eine der Einstiegsstationen für den 20 Kilometer langen Meteorkrater-Rundwanderweg vorhanden.

Es entwickelte sich eine leidenschaftliche Debatte. Horst Früh (FWV) hielt die Vorschläge „allesamt für sehr gut“, verlangte aber „umgehend ans Werk zu gehen, bevor die Grillsaison richtig in die Gänge kommt“. Wenn es schon eine Benutzungsordnung geben solle, müsste deren Einhaltung auch gewährleistet sein. Man habe in der Gemeinde viele Verbotstafeln, doch keiner hält sich in Ermangelung einer Kontrolle daran.

„Eine Androhung hat nur einen Wert, wenn wirklich auch Konsequenzen folgen“, stimmte Olaf Bernauer seinem Vorredner zu. „Es ist der richtige Ansatz, wenn nicht gleich alle Grillstellen abgebaut werden“, fand Ursula Müller (FWV), die auch ohne Einschränkung der Schranken-Montage zustimmte. Gottfried Braun (FWV) hatte da aber Bedenken: Dann parken die Leute direkt an der oder auf der Landesstraße.

Gerhard Seidl (CDU): „Lieber heute als morgen muss der Bauhof tätig werden.“ Wenn man eine Grillstelle beibehalte, werde weiter der Abfall herumliegen. Das Beste wäre, man würde sofort alles zumachen. Matthias Brodbeck (FWV) sah ähnliche Probleme beim Dudelhof. Man müsste die Plätze konsequent durch die Polizei bestreifen lassen. „Die finale Lösung will ich zunächst nicht“, betonte Olaf Bernauer. Guido Rieberger (CDU) erinnerte sich, dass es nach manchem Wochenende auf der Königsbronner Heide verheerend aussah.

„Seit Jahren ist das doch schon ein Riesenproblem“, warf Simone Eisemann (ANB) in die Debatte. Die große Grillstelle sollte man noch lassen: „Wie wäre es denn, wenn sich die anmelden müssten, die die große Grillstelle in Zukunft nutzen wollen?“ Die Ratsfrau verwies darauf, wie das im Schnaitheimer Steinbruch gehandhabt werde. Mit dem Gedanken habe die Verwaltung auch gespielt, aber dann doch erkennen müssen, dass das irgendwie nicht zu organisieren sei, antwortete Bernauer.

Dass an besagtem Wanderparkplatz wieder ein großes Behältnis für den Abfall aufgestellt werde, wünschte sich Hans Bösinger (ANB): Der Versuch sei es Wert. Allerdings glaube er nicht, dass damit die wilden Müllhaufen weniger werden.

Karl Fink (FWV) warb für ein stufenweises Vorgehen, während Simone Eisemann (ANB) große Bedenken gegen eine Schließung des Parkplatzes formulierte. ANB-Fraktionschef Helga Butter erinnerte an eine schon 20 Jahre zurückliegende Debatte: „Wir forderten damals einen Feldschütz. Hätten wir den, dann wäre die Überwachung der Einhaltung der Verhaltensregeln auf dem Grillplatz kein Problem.“

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