Steinheim / Carolin Wöhrle Es wird erstmal nichts mit den erhofften Zuschüssen für die Erneuerung der Steinheimer Albuchstraße. Die Gemeinde will stattdessen das bereits eingeplante Geld für die Sanierung der Söhnstetter Mittelgasse ausgeben. Auch die Erneuerung der Kirchstraße soll erweitert werden.

Die Enttäuschung darüber, dass es mit den erhofften Zuschüssen für die Erneuerung der Steinheimer Albuchstraße zumindest vorerst nichts wird, hielt sich im Gemeinderat eher in Grenzen – aus zwei Gründen: Zum einen muss die Erneuerung der Albuchstraße wegen der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen ohnehin noch einmal völlig neu gedacht werden. Zum anderen ist es nicht so, als gäbe es in der Gemeinde nicht noch weitere Straßen, die eine Sanierung bitter nötig hätten.

Aber warum muss Steinheim überhaupt auf die erhofften Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock und aus dem Förderprogramm Entwicklung Ländlicher Raum verzichten? Das konnte Ortsbaumeister Markus Speier erklären: „Für die vorgesehenen Leitungsgrößen hätte man im September parallel zu den Förderanträgen auch eine abwasserrechtliche Genehmigung einholen müssen. Das wurde aber offenbar nicht getan.“

Arbeiten kosten fast 350 000 Euro

Sei’s drum: Das Geld wird nun in zwei Söhnstetter Straßen investiert. Die 2019 für die Albuchstraße eingestellten Mittel im Bereich Abwasser, Wasserversorgung und Straßenbau können einfach umgeschichtet werden. Zum einen soll der Sanierungsabschnitt der Kirchstraße verlängert werden, und zwar bis zur Jägerstraße. Die entsprechenden Arbeiten vergab der Gemeinderat direkt an die Firma Scharpf Tiefbau und an die Stadtwerke Heidenheim, die seit Ende 2018 ohnehin schon mit den Arbeiten an der Kirchstraße betraut sind. Die Baukosten für die Erweiterung betragen brutto 190 400 Euro.

Zum anderen beschloss der Gemeinderat, das übrige Geld in eine Erneuerung der Söhnstetter Mittelgasse zu investieren. Der Zustand des Kanals, der Wasserleitungen und des Straßenaufbaus entsprechen laut Verwaltung etwa dem wie in der Kirchstraße. Soll laut Bürgermeister Holger Weise heißen: „Wir wollten den Belag in beiden Straßen ohnehin erneuern, haben dann aber festgestellt, dass man die Straßen im Prinzip komplett neu machen muss.“

Und so gab es auch in Sachen Mittelgasse keine großen Diskussionen im Gemeinderat. Das Planungsbüro Kolb hatte die Kosten für die Sanierung mit Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbau auf etwa 150 000 Euro geschätzt. Das Gremium beschloss einstimmig, die Arbeiten öffentlich auszuschreiben.

Ein Rückhaltebecken im Wental oder nicht? Eine Vergrößerung der Kanäle? Der Steinheimer Gemeinderat hat sich am Dienstagabend für eine Richtung entschieden, in die die Planungen für den langfristigen Hochwasserschutz gehen sollen.