Steinheim Kinderbetreuung: Gemeinde reagiert auf steigenden Bedarf

Die Steinheimer Kinder sollen auch zukünftig gut betreut sein. Dafür müssen weitere Plätze her.
Die Steinheimer Kinder sollen auch zukünftig gut betreut sein. Dafür müssen weitere Plätze her. © Foto: stock.adobe.com/Kaesler Media
Steinheim / Carolin Wöhrle 17.05.2018
Eine detaillierte Bedarfsplanung zeigt, wohin die Reise für die Kindergärten und Krippen in der Gesamtgemeinde kurz-, mittel- und langfristig gehen wird.

Derzeit, soviel sei vorweg genommen, sieht es gar nicht schlecht aus: In den Kindergärten, Krippen und durch Tageseltern können alle Kinder, die betreut werden sollen, auch betreut werden – zumindest im Hauptort Steinheim und in Sontheim/Stubental. Dass sich die Situation in Söhnstetten angespannter darstellt, dort bereits mit einer Warteliste gearbeitet werden muss, haben Gemeinde und Gemeinderat bereits erkannt. Zum kommenden Kindergartenjahr wird es eine weitere Kleinkrippengruppe für acht Kinder zwischen zwei und drei Jahren geben.

Dass das auf Dauer aber nicht ausreichen wird, und dass sich auch in Steinheim und Sontheim der Bedarf voraussichtlich noch weiter erhöhen wird, davon ist auszugehen. Das zeigen auch die Zahlen, die Anke Fetzer, bei der Gemeinde zuständig für die Kindergärten, für die Bedarfsplanung ausgearbeitet hat: In den kommenden drei Kindergartenjahren wird man demnach in Steinheim voraussichtlich knapp unter die Kapazitätsgrenze kommen, in Sontheim gerade so den Bedarf decken und in Söhnstetten für bis zu zwölf Kinder keine Plätze bereithalten können. Ergo: Es müssen Lösungen her.

Neue U3-Gruppe in Söhnstetten

Kurzfristig wird man mit der zusätzlichen U3-Gruppe in Söhnstetten für etwas mehr Entspannung sorgen können. Entsprechende Finanzmittel für Investitionen und für Personal im Kindergarten Unterm Regenbogen sind im Haushalt vorgesehen. Die Gemeinde hat die Stelle für einen Erzieher bzw. eine Erzieherin zum 1. September bereits ausgeschrieben.

Mittelfristig, also im Laufe der kommenden zwei bis drei Jahre, werden auch im Hauptort Steinheim weitere Plätze benötigt werden – sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich. Das hat drei Gründe: Zum einen melden immer mehr Eltern ihre Kinder bereits ab dem zweiten Lebensjahr an.

Zum anderen wurden die Flüchtlingsfamilien, die in Steinheim in der Anschlussunterbringung sind, in der Bedarfsplanung noch gar nicht berücksichtigt. Und dann wäre da noch die betreute Spielgruppe im „Schneckenhäusle“: Ob diese auf Dauer Bestand haben wird, ist nach wie vor unklar.

Anbau an katholischen Kindergarten?

Somit ist aus Sicht der Gemeinde mindestens eine weitere altersgemischte Gruppe und eine Krippengruppe sinnvoll. Die Frage ist nur, wo diese Gruppen eingerichtet werden könnten. Weder ein Anbau an den Olgakindergarten, noch ans „Schneckenhäusle“, noch an den Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde kommt in Frage. Dagegen hat offenbar die katholische Kirchengemeinde Interesse angemeldet, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, ihren Kindergarten mit einem Anbau zu erweitern.

Und in Söhnstetten? Hier wurde bereits mehrfach, auch im Rahmen der Bürgerwerkstatt, der Wunsch geäußert, den Kindergarten und die Schule zusammenzulegen. Diesen Vorschlag will man seitens der Gemeinde intensiv prüfen. Möglich wäre zudem entweder eine Container-Lösung oder den leerstehenden ehemaligen Kindergarten wieder einzurichten.

Auf lange Sicht ein neuer Kindergarten?

Langfristig könnte das aber noch immer nicht genug sein – je nach dem wie sich Geburten- und Anmeldezahlen entwickeln. Deshalb denkt die Gemeinde auch schon weiter und stellt die Idee eines Kindergarten-Neubaus in den Raum. Zumal langfristig ein neues Neubaugebiet ausgewiesen werden könnte und damit wohl weitere junge Familien nach Steinheim ziehen würden. Die evangelische Kirchengemeinde hat hier schon angeregt, dass die Pfarrscheune der evangelischen Kirche zu einer Kindertageseinrichtung umgebaut werden könnte.

Für Steinheims Bürgermeister Olaf Bernauer ist die detaillierte Bedarfsplanung nun eine ideale Grundlage: „Sie ist die Richtschnur, entlang derer wir uns bewegen werden. Daraus sollen sich Ideen und Gedanken für die Zukunft entwickeln.“