Königsbronn Hofmann ist neuer Kreis-SPD-Chef

Königsbronn / Philipp Hruschka 04.12.2018
In Königsbronn hat die Partei ihren neuen Vorsitzenden für den Bezirk Heidenheim gewählt. Er beerbt Andreas Stoch, der nach 17 Jahren in den Landesvorsitz wechselt.

Die Heidenheimer Genossen waren am Montagabend zahlreich nach Königsbronn gekommen: 51 stimmberechtigte Mitglieder wählten im Ketteler-Haus einen neuen Vorstand und Dr. Florian Hofmann als neuen Vorsitzenden. Der Abend stand dabei auch im Zeichen des Wechsels im Landesvorsitz, bei dem kürzlich Heidenheimer auf Heidenheimerin gefolgt war.

Auch Leni Breymaier, Stochs Vorgängerin im SPD-Landesvorsitz sowie Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Aalen-Heidenheim, war vor Ort. Breymaier drückte ihre Zuversicht aus, dass Stoch die Partei gut in den Wahlkampf für die Landtagswahl 2021 führen werde. Bei aller Kritik, die auch sie an den Entscheidungen der SPD auf Bundesebene habe, sehe sie ebenso Erfolge. Sie nannte unter anderem die Rückkehr zur paritätischen Krankenversicherung, die laut Breymaier mit einer Jamaika-Koalition undenkbar wäre.

„Lebendige Debattenkultur“

Stoch, der vor Beginn der Veranstaltung noch zahlreiche Glückwünsche entgegengenommen hatte, sprach in seinem letzten Bericht als Kreisvorsitzender über die stürmischen Zeiten, die die SPD in Bund und Land zuletzt durchlaufen hatte. Als Regierungspartei auf Bundesebene habe die SPD derzeit ein eher geringes Ansehen, dies bekämen auch die Ortsverbände ab.

In Baden-Württemberg sah Stoch in der SPD die Partei, die sich als einzige der dringendsten Probleme im Land annehmen könne: Der Fachkräftemangel sowie die Wohnungsknappheit seien zwei große Probleme, die sich noch wechselseitig verstärkten und als Wachstumsbremse wirkten.

In der Heidenheimer SPD lobte er die „lebendige Debattenkultur“. Man habe, trotz aller Meinungsverschiedenheiten und teils heftiger Diskussionen etwa beim Thema Große Koalition, immer den Respekt voreinander bewahrt. Diese Debattenkultur wolle er nun auch auf die Landesebene mitnehmen. Man müsse jetzt die eigenen Kräfte bündeln, so Stoch auch mit Blick auf die anstehende Wahl des Kreisvorsitzenden.

Der Neue will erneuern

Als neuer Kandidat für den Kreisvorsitz stellte sich Hofmann vor, bisher Vorsitzender des Ortsverbands Heidenheim. Er sei etwa zu der Zeit in die SPD eingetreten, als Andreas Stoch gerade den Kreisvorsitz übernommen hatte. Er nannte Stoch als einen der Gründe für seinen damaligen Eintritt.

Die SPD solle sich weniger mit sich selbst beschäftigen, lautete die Parole des Heidenheimer Rechtsanwalts. Drei Viertel der Wähler wüssten nicht mehr, wofür die SPD stehe. Um dies zu ändern, müsse man „ideologische Scheuklappen“ ablegen, und auch neue Wählerschichten ansprechen. Mehrheiten lassen sich laut Hofmann nur mit den Menschen erreichen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen und das Land voranbringen. Als wichtige Themen für die Zukunft nannte er die Innere Sicherheit, bezahlbaren Wohnraum sowie Umweltschutz. Zur Erneuerung der Partei bat Hofmann um das Vertrauen der Anwesenden. Man wolle den Menschen vermitteln, dass mit der SPD auch in Zukunft zu rechnen sei.

Eindeutiges Ergebnis

An der Urne folgten die Genossen letztendlich der Bitte, Geschlossenheit zu zeigen. Hofmann wurde mit 49 zu zwei Stimmen zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Hofmann bedankte sich bei den Anwesenden für das „Vertrauenspolster“. Zu seinen Stellvertretern kürte die Versammlung Corinna Koller sowie Wolfgang Lutz mit 47 und 48 Stimmen. Die erste einstimmige Wahl des Abends entfiel auf den alten und neuen Kassierer, Elmar Brändel.

Weiterhin wurde Marita Kasischke mit 50 Stimmen zur neuen Pressesprecherin gewählt. Gaby Streicher (49 Stimmen), Monika Albrecht-Groß (49) und Peter Müller (45) sind die neuen Beisitzer. Erwin Schöfl und Otto Flachsmüller wurden einstimmig zu den neuen Revisoren gewählt. Werner Ruoff wurde, ebenfalls einstimmig, zum Vorsitzenden der Schiedskommission gewählt. Seine Stellvertreter sind Roswitha Klook-Krätschmer und Wolfgang Staiger, mit 47 sowie 51 Stimmen.

Am Rande des SPD-Kreisparteitags

434 Mitglieder hat die SPD im Landkreis Heidenheim laut dem Regionalgeschäftsführer Stefan Oetzel aktuell. Diese Zahl sei schon höher gewesen – allerdings auch schon niedriger.


Die Quälereien, unter denen die SPD derzeit auf Landes- und Bundesebene leide, hätten zumindest die Parteikasse nicht erfasst. So berichtet der alte und neue Kassierer, Elmar Brändel. Man könne mit einer sehr guten Kassenlage ins neue Jahr gehen und habe auch schon Rücklagen für die kommenden Wahlkämpfe gebildet.


Helga Butter, langjährige SPD-Vorsitzende in Steinheim, bekam von Andreas Stoch die Willy-Brandt-Medaille verliehen. Mit dieser höchsten Auszeichnung der SPD für ehrenamtliche Arbeit würdigte Stoch ihre Arbeit in über 30 Jahren an der Spitze der Steinheimer Gemeinderatsfraktion.

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