Teichhau Keine Windräder dank Unesco-Welterbe

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Kreis Heidenheim / Laura Strahl 12.07.2017
Die ENBW/ODR hat ihre Pläne zum Bau von zwölf Windrädern bei Dettingen, Giengen und Bissingen verworfen.

Jetzt ist es endgültig: Der Windpark Teichhau I und II wird nicht gebaut. Grund für den Rückzug der ENBW/ODR ist die Aufnahme der Vogelherdhöhle bei Stetten ob Lontal in die Welterbe-Liste der Unesco, die am vergangenen Sonntag erfolgt ist. Auf diese damals noch bevorstehende Entscheidung des Unesco-Komitees hatte das Landratsamt Heidenheim bereits im Mai reagiert und dem Energieunternehmen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau der zwölf Windräder bei Dettingen, Hürben und Bissingen versagt. Windkraftanlagen im „visuellen Wirkbereich“ des Kulturdenkmals seien undenkbar, hieß es damals in Bezug auf eine Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege. Hinzu kamen luftschutzrechtliche Sicherheitsbedenken wegen der Nähe zum Giengener Flugplatz.

Gegen diese Entscheidung des Heidenheimer Landratsamts hätte die ENBW/ODR freilich Widerspruch einlegen können – und zwar innerhalb von vier Wochen. Nach ausführlicher Prüfung der Ablehnung habe man sich jedoch dagegen entschieden, bestätigt ENBW-Pressesprecher Jörg Busse auf Nachfrage. Man habe die Bewerbung bei der Unesco nicht gefährden wollen und sich daher in Zurückhaltung geübt. Von der Entscheidung des Unesco-Komitees fühle man sich nun bestätigt.

War aus Sicht der ENBW/ODR also alles umsonst? „Es ist natürlich immer betrüblich, wenn man kein Ergebnis erzielt“, kommentiert Busse. Immerhin habe man während der vergangenen zwei Jahre intensiv an der Umsetzung der Pläne gearbeitet. Gänzlich vergebens sei die Mühe aber nicht: So könne man bei Bauvorhaben in benachbarten Regionen eventuell auf Gutachten aus dem Teichhau-Vorhaben zurückgreifen. „Das gehört eben zum Projektgeschäft“, so Busse weiter. „Ein Risiko bleibt immer.“

Wohl wahr – und zum ersten Mal zu spüren bekommt die ENBW/ODR das nicht: Erst im März dieses Jahres hatte das Unternehmen seine Pläne für einen Windpark bei Öllingen widerspruchslos zu den Akten gelegt. Auch hier war die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom zuständigen Landratsamt Alb-Donau-Kreis versagt geblieben – wegen des Welterbe-Antrags bei der Unesco.

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