Ausschuss Keine neue Brücke, dafür zwei Straßen

Die Brücke über den Brenzkanal am Ortsrand in Bergenweiler ist marode, aber noch nicht so baufällig, dass sie gesperrt werden müsste. Ein völliger Neubau wird erwogen. Die Details bedürfen noch der Klärung.
Die Brücke über den Brenzkanal am Ortsrand in Bergenweiler ist marode, aber noch nicht so baufällig, dass sie gesperrt werden müsste. Ein völliger Neubau wird erwogen. Die Details bedürfen noch der Klärung. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Kreis Heidenheim / Günter Trittner 06.02.2014
Bei der Brenzkanalbrücke in Bergenweiler ist es mit einer Sanierung nicht mehr getan. "Das geht in Richtung Neubau", meinte Landrat Thomas Reinhardt bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauwesen und Verkehr. Hier ging es aber auch um das gesamte Kreisstraßenbauprogramm.

Da aus Sicht der Kreisverwaltung keine unmittelbare Gefährdung von der Brenzkanalbrücke in Bergenweiler ausgeht, kann die Frage Sanierung oder Neubau gründlich erwogen werden. Anstelle der Brücke hat die Kreisverwaltung zwei weitere Straßen in das Sanierungsprogramm für 2014 aufgenommen, auf denen der Belag erneuert werden soll.

Es handelt sich um den ersten, 400 Meter langen Bauabschnitt in der Ortsdurchfahrt von Hürben im Zuge der Kreisstraße 3020, auf dem zeitgleich Wasserleitungen, Hausanschlüsse und die Straßenbeleuchtung erneuert werden und ebenfalls den ersten Bauabschnitt zur Belagserneuerung zwischen Sontbergen und der Kreisgrenze. In Hürben geht man von Kosten in Höhe von 100.000 Euro aus, in Sontbergen von 170.000 Euro.

Auf 270.000 Euro war auch die Sanierung der Brenzkanalbrücke in Bergenweiler kalkuliert gewesen. Für den Neubau wird ein finanzieller Aufwand von 400.000 Euro erwartet. Derzeit läuft eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit beider Maßnahmen. „Es sieht eher nach einem Neubau aus“, meinte Anne Pamir, die zuständige Fachfrau in der Landkreisverwaltung. Die technische Begutachtung der 17 Meter langen Brücke habe gezeigt, dass durch die schadhafte Abdichtung Feuchtigkeit eingetreten seien, welche an der Unterseite bereits zu Ausblühungen am Beton geführt hätten. Zudem fänden sich Abplatzungen an verschiedenen Bauteilen. Besonders hätten die Kragarme Schaden genommen.

Sinn oder Unsinn?

Die Brücke sei noch nutzbar, meinte Pamir auf die Anfrage von Kreisrat Alfons Jakl (CDU), der sich seinerseits dafür bedankte, dass die Verwaltung von sich aus Ersatzbaumaßnahmen gesucht habe: „Wir sollten die Straßenbaumittel verwenden.“

SPD-Kreisrat Kurt Wehrmeister wollte wissen, ob es im Straßenbauprogramm eine Priorisierung gebe. Auf diese habe man bewusst verzichtet, sagte Hans Bendele, der im Landratsamt für Verkehrsangelegenheit zuständig ist. So bleibe man flexibel, um die Straßensanierung mit anderen Baumaßnahmen, etwa der Kommunen, zu verbinden.

Die Brenzkanalbrücke in Bergenweiler datiert auf das Jahr 1947 zurück. Die ursprüngliche Gründung sei aber bereits vor 1900 erfolgt. Bisher habe es noch keine Generalsanierung der Brücke gegeben, welche eigentlich nach 40 Jahren erfolgen sollte, meinte Anne Pamir. Man nähere sich jetzt dem Ende deren Nutzungsdauer.

Kreisrat Werner Häcker (Freie Wähler) riet zum raschen Ausschreiben aller Vorhaben im Straßenbauprogramm, da die Preise am Bau im Steigen begriffen seien. Weiter vorgesehen ist in diesem Jahr eine Belagserneuerung auf der Kreisstraße zwischen Heuchstetten und der Landestraße 1164, die 2005 zurückgestellt worden war und eine Belagserneuerung der Ortsdurchfahrt Sontheim im Bereich Gundelfinger Straße.

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