Katzenstein Katzenstein: Überlegungen für ein Burg-Hotel

Der obere Weiler in Katzenstein mit (in der Bildmitte) der Stauferburg, rechts darunter der Firma Härtsfelder Holzindustrie Konold und in der Mitte unten der Kfz-Werkstatt. Für diesen Bereich stellt die Gemeinde einen Bebauungsplan auf.
Der obere Weiler in Katzenstein mit (in der Bildmitte) der Stauferburg, rechts darunter der Firma Härtsfelder Holzindustrie Konold und in der Mitte unten der Kfz-Werkstatt. Für diesen Bereich stellt die Gemeinde einen Bebauungsplan auf. © Foto: Luftbild Geyer
Katzenstein / Klaus Dammann 05.06.2018
Der Dischinger Gemeinderat hat dem Vorentwurf für einen Bebauungsplan zugestimmt, der auf die künftige Entwicklung des Dorfs auf seiner östlichen Seite eingeht.

Einen Blick in die mögliche Zukunft des Dorfs Katzenstein wirft die Gemeinde Dischingen mit dem in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan Katzenstein. Der Vorentwurf für das Planwerk wurde jetzt vom Hermaringer Ingenieurbüro Gansloser in der Sitzung des Gemeinderats vorgestellt.

13,6 Hektar umfasst das Plangebiet, das den oberen Weiler, östlich der Kreisstraße, betrifft. Stephanie Kleen vom Ingenieurbüro schilderte, dass es sich teils um Misch- und teils um Gewerbegebiet handelt. Ziele seien die Sicherung der ansässigen Firma Härtsfelder Holzindustrie Konold und die Wahrung von Erweiterungsmöglichkeiten für den Betrieb, die Erweiterung der touristischen Erschließung der Stauferburg Katzenstein sowie die Erweiterung des vorhandenen Mischgebiets, um die Nachfrage nach Bauland zu decken.

Bei der Burg Katzenstein gehe es unter anderem um die Möglichkeit zum Bau eines U-förmigen Hotels mit drei Stockwerken, so Kleen. Ein genauer Standort sei allerdings noch nicht klar. Hinzu kämen Stell- und Wohnmobilstellplätze sowie eine neue verkehrstechnische Erschließungsmöglichkeit.

Die im Gebiet vorhandene Kfz-Werkstatt solle im Mischgebiet liegen, doch müsse die Zulässigkeit dafür noch geprüft werden. Andernfalls müsse hier ein Gewerbegebiet geplant werden. Ingenieurin Sandra Gansloser schilderte, dass die Überlegungen für ein Hotel bei der Burg in den Bebauungsplan aufgenommen werden sollen, weil sich der Burgeigentümer die Option dafür wahren will. „Er ist aber noch ziemlich in der Findungsphase.“ Im Bebauungsplan werde nur dargestellt, dass es machbar wäre.

Keine Flachdächer bei der Burg

Darüber hinaus sei im Mischgebiet aber auch die Schaffung von Wohnraum möglich, sagte Kleen. Für Wohnhäuser im Bereich zur Stauferburg hin würden strengere Festsetzungen getroffen: Flach- oder Pultdächer seien unzulässig, die Farbigkeit eingeschränkt. Im anderen Mischgebiet seien die Freiheiten für Bauherren größer.

Für die Bauflächen sei ein Ausgleich zu erbringen, ergänzte sie. Dies könne durch Abbuchung vom Ökokonto der Gemeinde geschehen. Außerdem sei ein Artenschutzgutachten im Gange.

Man werde nach Ausgleichsmöglichkeiten suchen, so Gansloser. Weitere aufkommende Informationen würden in den Bebauungsplan eingearbeitet, doch jetzt sei die Zeit für eine erste Auslegungsrunde der Planung. Bürgermeister Alfons Jakl befand, dass man Bauherren so viel Freiraum wie möglich geben solle. In Bezug auf die Kfz-Werkstatt werde man noch sehen, ob es wirklich ein Gewerbegebiet werden muss und wenn ja in welchem Bereich. Wunsch der Gemeindeverwaltung sei für die Burg eine direkte Anbindung an die Kreisstraße. Über den Weg eines Bebauungsplans könne eine Lösung gefunden werden. Einstimmig erteilte der Gemeinderat dem Vorentwurf seine Zustimmung und beschloss eine erste Anhörung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit.

Das Ökokonto

Pflegemaßnahmen in der Natur, die eine Aufwertung bedeuten, bieten einer Kommune die Möglichkeit, Punkte zu sammeln und auf einem Ökokonto anzusparen, ja sogar verzinsen zu lassen. Werden dann an anderer Stelle der Gemeinde bei einem Bauvorhaben oder einem Bebauungsplan Ausgleichsmaßnahmen für die Natur fällig, können dafür Punkte vom Ökokonto berücksichtigt und abgebucht werden. In Dischingen wurde die Einführung des Ökokontos 2017 beschlossen.

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